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Meet Daredevil 8Booth: Kranke Arschbomben aus kranker Höhe

Mehr zufällig stolperte ich neulich beim gelangweilten Durchsitzen meiner vier Faulpelz-Buchstaben über die Legende 8Booth. Dieser Teufelskerl hat mit diversen Cliff Jumps, Pool Drops und anderen wahnwitzigen Stunts von sich reden gemacht, die uns Normalsterblichen den kältesten Angstschweiß auf der Stirn stehen lassen.

Nach Sichtung aller seiner bisherigen Videos habe ich nichts als Liebe und Respekt für diesen Typen in meinem Herzen und möchte ihm rückwirkend meine Liste von Teufelskerlen, die freiwillig abstürzen, widmen. Auch wenn er ein echt schlechtes Vorbild für Minderjährige ist, verehre ich diesen scheinbar Lebensmüden sehr. Am Ende des Artikels gehe ich nochmal näher drauf ein warum.

Ihr alle kennt diesen Moment, wenn ihr an einem Urlaubort eine Aussichtsklippe runter schaut und denkt, „shit, Mann, hier ein falscher Schritt und ich würde unwiderruflich in den Tod stürzen.“ 8booth springt da für euch runter. Weil er es kann. Ich bin echt fassungslos. Ich meine, klar, es gibt Klippenspringer, die aus noch größeren Höhen springen und hinterher zu Protokoll geben, dass sie beim Aufschlag aufs Wasser gedacht hätten, dass sie ein Zug getroffen hätte. Aber trotz allem ist so ein Sprung in halbwegs kontrolliertem Rahmen passiert. 8Booth scheint jedoch den Kick daraus zu ziehen, dass es maximal gefährlich ist. Mal muss er den richtigen Moment der Brandung abwarten, damit sein Arsch beim Auftreffen überhaupt genug Wasser vorfindet; ein anderes Mal springt er passgenau in die Lücke zwischen zwei Felsen und hat sich dabei wahrscheinlich überstehende Hautunreinheiten fein säuberlich abrasiert. Jeder Stunt ist so haarsträubend, dass er sogar Jack Sparrow neidisch machen würde. Entschuldigung, CAPTAIN Jack Sparrow.

Gleich in seinem ersten Video wäre er um, sprichwörtlich, nur ein Haar, fast Tomatenketchup extra cremig gewesen. Achtet kurz vorm Aufprall auf das Grunzen, das er von sich gibt, als ihm klar wird, dass er sich vermutlich verschätzt hat:

*Smiley mit aufgerissenem Mund und schreckensgeweiteten Augen*

Für ihn aber natürlich kein Grund nach nur einer Nahtodeserfahrung schon mit dem Spaß aufzuhören.

Alle seine Videos filmt er mit einer GoPro, die er sich auf dem Kopf geschnallt hat, so dass ihr schön hautnah mit dabei seid. Ich finde, bald sollte ein VR Game zu Ehren von 8Booth auf den Markt kommen, damit wir uns beim gemütlichen Sitzen am Schreibtisch die Seele aus dem Leib schreien können. Und apropos Games: Bei vielen seiner Videos ist es auch spannend den Weg zum Zielort mit zu verfolgen, wenn er, wie bei Assassin’s Creed oder Prince of Persia, Hotels oder Klippen erklettert, um möglichst ungesehen zu seinem Absprungort zu gelangen. Denn legal ist seine Sprungsucht natürlich nicht. Der Gute war schon häufiger im Knast und wurde so kurzzeitig aus dem Verkehr gezogen, auch wenn er ja nur das macht, was er liebt, und immer wieder betont, dass er nie jemanden in Gefahr bringen würde. Außer sich selbst. Obviously.

Was mich auch stutzig macht, oder besser gesagt, schwer beeindruckt, ist seine spezielle Sprung- bzw. Eintauch-Technik. Wie macht er das nur? Denn häufig ist ja das Wasser so flach, dass er eine halbe Arschbombe machen muss, um bei einem Pool z.B. nicht wie ein Dartpfeil in den Boden einzuschlagen. Ich selbst habe es bei einem Kopfsprung vom 5-Meter-Turm schon einmal geschafft mir nach dem Eintauchen das Kinn am Beckenboden zu stoßen. Er muss also irgendwie seine Oberfläche verbreitern, was aber doch sehr schmerzhaft sein müsste, oder? Gerade aus großer Höhe kann Wasser ja wie Beton sein. Ich schnall‘s nicht. Definitiv kein Sport für schmerzempfindliche Mimosen wie mich, die zudem noch ein wenig am Leben hängen.

Schaut euch auch mal seine Pool Drop-Reihe an, die zunehmend gefährlicher wird. Wie nah am Rand er da häufig ins Wasser springt, heilige Bombe! Doch für 8Booth scheint auch ein großer Teil des Kicks darin zu bestehen, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit niedrig ist. Ich meine, es sieht doch wirklich nicht so aus, als wäre das hier überhaupt zu schaffen:

Das war Pool Drop 7. Pool Drop 8 ist dann auch sein vorläufig letzter dieser Art. Denn wenn einfach alles nicht gefährlich genug ist und den Rand des Todes nicht eindringlich genug kratzt, dann fügt man eben noch ein kleines Handicap wie „Mitternacht“ hinzu und bricht sich jeden nur erdenklichen Knochen in beiden Füßen.

Ich meine, immerhin hat er es noch geschafft seine Füße „zu opfern“, um den Oberkörper noch ins seichte Wasser zu flitschen. Tja, und dann zieht er mit der Kraft seiner Arme seine zermatschten Füße aus dem Wasser und verlangt einfach einen Krankenwagen. Reasonable. Ich hätte erstmal unter Wasser Schmerz, Schock und Verzweiflung rausgeschrien, dass man es in China als das Erwachen von Godzilla in Japan gedeutet hätte. Was für ein Typ.

Doch was mich am meisten beeindruckt hat, ist sein (natürlich maskiertes) Interview im Krankenhaus. Mal abgesehen von dem wenig erquicklichen Anblick der Stangen, die aus seinen Füßen ragen, ist seine Botschaft für mich jedoch sehr profund und wahr. Auf die Frage des Reporters, ob er glaube je wieder springen zu können, hat er die simple Antwort:

„Ich kann alles tun, was ich mir in den Kopf setze. So wie es jeder tun sollte. Nur irgendwie macht es keiner.“

That gave me pause. Wir alle sind seit Kindheitstagen darauf konditioniert, dass das Leben heilig und schützenswert ist, weil man ja nur eins davon hat. Doch selbst, wenn das so wäre und nach dem Aufprall auf einen Felsvorsprung nur das Nichts wartet, why give a shit?

Ich meine, wer bitte sagt, dass ein langes Leben mehr wert ist, als ein kurzes, wenn doch beide früher oder später beim selben Ergebnis landen und dann ohnehin alles so ist, als wäre es nie gewesen? Ist es dann nicht besser ein kurzes Leben voller Adrenailn und FUN zu haben, anstatt ein langes Leben als Schreibtischzombie im grauen Anzug zu fristen? Auch wenn irgendwo runter fallen nicht meine Definition von maximalem Spaß im Leben ist, so hat mir 8Booth dennoch mal wieder den Finger in eine ganz bestimmte Wunde gelegt: Qualität über Quantität. Ich respektiere, dass er genau das macht, was ihm sein Herz sagt, egal für wie bekloppt ihn andere halten. Nur darauf kommt es an. Peace.

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Über Thilo (1600 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.

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