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Geht Jason Momoa mit Wolves nun auch den Weg der Schmusewölfe?

wolves 2014 Als Kind wurde ich auf Rummelplätzen immer schon wie magisch von jeder Geisterbahn und jedem Spukhaus angezogen. Damals war für mich glasklar, dass ich mal eine eigene Geisterbahn besitzen würde, wenn ich groß bin. Stattdessen habe ich dann Anglistik studiert, aber immerhin meine MA-Arbeit über Gothic Novels geschrieben. Horror und Grusel als Amusement mit angenehm prickelnder Gänsehaut haben also schon eine gewisse Tradition in meinem Leben. Dementsprechend kann es sich jeder ganz einfach mit mir verscherzen, wenn er großartige Schauerwesen der Popkultur wie Vampire, oder gleich an zweiter Stelle, Werwölfe ins Lächerliche zieht. Leider gibt es ganz ähnlich wie bei den Vampiren nun auch länger schon bei Werwölfen die Tendenz aus Monstern Teeny-Girl-kompatible Kuschelhasen zu machen. Nachdem aus einem furchteinflößenden Christopher Lee als Dracula oder den erhabenen Vampiren aus Interview with the Vampire dieser Tage Disco-Glitzer-Untote geworden sind, haben sich Werwölfe auch nicht gerade zum Besseren gewandt. Was mal fast unschuldig als Wolfsmensch begann und zwischenzeitlich eine wirklich furchteinflößende Hybridgestalt angenommen hatte, wird in jüngeren Werken wie Twilight und leider auch in eigentlich coolen Serien wie True Blood zu zahmen Wölfchen für den Streichelzoo.

Werwolf Evolution

Erinnert sich noch jemand an den Werwolf aus dem Game Vampire Bloodlines, vor dem man türmen musste? DAS war ein motherf****** Scary Wolf! Der gute alte American Werewolf bleibt natürlich auch unvergessen. Danach gab es in verschiedenen Underworld-Teilen oder auch Filmen wie Dog Soldiers durchaus annehmbar-gruselige Werwölfe. Aber alles, was sich auf vier Beinen an der Leine führen lässt, kann ich irgendwie nicht ernst nehmen. Da kann Waschbrettbauch-Rocker Alcide aus True Blood noch so gefährlich gelb seine Augen aufglühen lassen – der kann mein Stöckchen holen und nichts weiter. Ich verstehe diese Entwicklung nicht. Ist nicht gerade die Symbiose aus Mensch und Monster, die halb verwandelte Hybridform, das Monströse par Excellence, genau das, was einen Werwolf so furchteinflössend macht?

cats oder watSeit 2011 gibt es eine Teen Wolf-Serie, die wohl an die alberne Komödie mit Michael J. Fox gemahnen soll. Ich habe es bisher nicht gewagt, auch nur eine Folge davon anzuschauen, aus Angst vollkommen meinen Glauben an den Horror zu verlieren. Und als Jason Momoa vor einiger Zeit auf einem ComicCon-Panel das erste Mal über Wolves sprach, war ich noch von so etwas wie Hoffnung erfüllt, dass er sich im Film in eine reißende Bestie und nicht in Beast von den X-Men verwandeln würde. Jetzt mal ernsthaft: Wenn ich mir den weiblichen Wolfsmenschen da rechts anschaue … REALLY!? Was soll dieser „Cats is coming back to Broadway“-Bullshit?

Eine Totenkopfpfeiffe macht noch keinen Badass-Werwolf ...

Eine Totenkopfpfeiffe macht noch keinen Badass-Werwolf …

Schaut euch einfach mal selbst den Trailer an. Einige gute Ansätze, scheinbar passable Action, aber leider, mal wieder, ohne Werwölfe… seufz.

Über Thilo (1631 Artikel)
<p>Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.</p>

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