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Der Pilot von Marvels Legion war verstörend

Aber auch geil. So anders. Ich bin mir allerdings nicht hundertprozentig sicher, was ich da überhaupt gerade gesehen habe. Meinen Sinnen ist dieser Tage aber auch nicht wirklich zu trauen, da ich von einer üblen Darmgrippe heimgesucht werde und somit geschwächt, dehydriert und mit Pillen zu gedröhnt bin.

Ihr müsst aber nicht unter Medikamenten oder kurz vor der Einweisung in die Lala-Ranch stehen, um bei Marvels neuer Superheldenserie einen psychedelischen Trip zu fahren, der selbst die Raupe von Alice im Wunderland neidisch machen würde. Ernsthaft, ich habe mehrmals laut WTF geprustet, während mein Hirn vergeblich versuchte am Ball zu bleiben.

Aber beginnen wir mal kurz ganz vorne, bevor uns der mitleidig lächelnde Pfleger in die Zwangsjacke hilft. Legion ist eine neue Marvel Superhelden-Serie von FX, die mit dem X-Men Filmuniversum verbunden ist. Darin wird ein gewisser Haller in einem psychiatrischen Krankenhaus namens „Clockworks“ (klingt schon so, als bekäme man da einen Tick…) wegen seiner schlimmen Ausprägung von Schizophrenie behandelt. Der junge Mann hat Erinnerungen und Tagträume von telepathischen wie telekinetischen Fähigkeiten, die im wahrsten Sinne des Wortes jede Skala sprengen. Doch natürlich wird schnell klar, dass nichts ist wie es scheint und der Zuschauer wird durch Rückblenden, sowie Rückblenden in Rückblenden tiefer in den Wahnsinn hinein gezogen. Einmal dachte ich, ich hätte nur ein Déjà-vu, bis mir klar wurde, dass die Macher der Serie gerade tatsächlich zweimal dieselbe Szene haben ablaufen lassen, um meiner geistigen Gesundheit den letzten Stoß zu versetzen…

Dem ganzen Delir zu folgen wird auch nicht einfacher, als Haller sich in eine andere Patientin namens Syd verliebt, die ebenfalls „anders“ zu sein scheint und keine Nähe duldet. Dass er diesen Wunsch besser vollumfänglich respektiert hätte, merkt Haller, als er nach einem Kuss mit ihr kurz die Körper tauscht. Natürlich ist das Ergebnis blankes, aber unterhaltsames Chaos. Allerdings sehr zum Leidweisen einer dritten Patientin, die weniger angenehm als der „Hecken-Mann“, permanent in eine Wand integriert wird, dann jedoch in Hallers Kopf wieder auftaucht.

Yep.

Also Legion hat mich an eine wilde Mischung aus Shutter Island, Inception und Einer flog über das Kuckucksnest erinnert, bei der teilweise ein maximal bekiffter Dario Argento für die bunten Suspiria-Lichtverhältnisse gesorgt hat. Oder um es mal anders auszudrücken: Der Style der ersten Folge von Legion wird nicht jedem gefallen und ist in dieser Intensität sicher Geschmackssache. Ich fand es erfrischend und passend für die mentalen Kräfte der Mutanten, auch wenn ich mir wünsche, dass der Level an „Crazy“ in der nächsten Folge etwas runter geschraubt wird.

Ich freue mich auf jeden Fall auf die zweite Folge, die schon in Itunes, fertig runter geladen, auf mich wartet, um zu sehen, wie die neu gefundene X-Men-Truppe nun zum Einsatz gebracht wird. Besonders, weil, Gerüchten zufolge,

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peng

Haller der Sohn von Xavier sein soll und sich auch der „Teufel mit den gelben Augen“ als ein ganz delikater und wunderbar wahnsinniger Villain entpuppen könnte. „Mojo“, sollte er es denn sein, wäre ein aufgedunsener Freak auf Robo-Spinnenbeinen, der in der Taschendimension “Mojoverse” ein Sklaventreiber und Reality Show Producer ist. Das ist so deliciously creepy und Banane, dass ich die Serie nur deswegen schon weiter gucken würde.

Achso, apropos Banane, hier mal der Trailer, der weniger psychedelisch wirkt, als es die Folge dann ist:

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3 Kommentare zu Der Pilot von Marvels Legion war verstörend

  1. Gute Besserung. Bei uns hats Scharlach…

  2. Hört sich so an als sollte ich mir das mal reinziehen!

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