Es ist SCHON WIEDER Montag!

Ich werde das ungute Gefühl nicht los, dass mich dieser Montag bis zu meinem Lebensende verfolgen wird. Aber warum? Womit habe ich dieses Schicksal verdient?

Das fragt sich bestimmt auch Sisyphos, der von den Göttern die scheinbar sinnlose Aufgabe erhalten hat, einen großen Felsen einen Berg hinaufzurollen. Doch kurz bevor er den Gipfel erreicht hat, entgleitet ihm der Stein und rollt ins Tal zurück, so dass er wieder von vorne anfangen muss. Fiese Verarsche.

So rollt also Sisyphos seinen ganz persönlichen Montag den Berg hinauf, wieder und wieder. *Seufz*
Aber das menschliche Leben besteht eben aus diesen Zyklen: Tag und Nacht, Sommer und Winter, Leben und Tod. Wenn es also kein wirkliches Ziel gibt, kommt man wohl nicht umhin den Weg als das Ziel zu sehen. Wie es Albert Camus in seinem Buch „Mythos des Sisyphos“ beschrieben hat, muss man aus einer gewissen Trotzhaltung heraus den Stein mit Freude rollen. Man muss diese scheinbar absurde Existenz erst akzeptieren und annehmen, um am Weg selbst Freude finden zu können. Nur dann verliert der zu rollende Fels etwas von seinem Schrecken und man erkennt vielleicht Das Fazit Camus‘: „Jeder Gran dieses Steins, jedes mineralische Aufblitzen in diesem in Nacht gehüllten Berg ist eine Welt für sich.“

Doch was der liebe Herr Camus bei seinem Werk unbeachtet lässt, ist die Überlegung, dass nicht jeder Mensch den gleichen Stein rollt. Manche Kinder millionenschwerer Rapper rollen im schlimmsten Fall einen Kiesel, während andere Menschen durch Krankheit oder Armut mit schwächlichen Ärmchen einen hausgroßen Pyramidenstein wälzen müssen. Dementsprechend ist also der Montag auch für jeden Arbeitnehmer anders grausam! Mein Fels ist z.B. gerade wieder ein bisschen größer geworden, denn mein Kaffee ist alle…

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