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Eine Domina namens NANO soll mich foltern und motivieren

nano 2016Ein alter Freund sagte mal zu mir: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

Wie oft dieser Spruch schon wie ein kleiner nerviger Vogel auf meinem Gehirn gelandet ist und dort schmerzhaft und vorwurfsvoll rumgepickt hat. Ganz besonders energisch hat er die vergangenen Jahre mein Hirn malträtiert, wenn ich an die Möglichkeit dachte endlich mal ein Buch zu schreiben. Doch wie so oft blieb der Gedanke immer nur ein frommer Wunsch und wurde nie in die Tat umgesetzt. Nur warum?

Ich meine, ich habe in diesen Blog hier nun schon über 1500 Artikel geschrieben, dann wird es ja wohl möglich sein ein Buch zu schreiben, oder?

Klar, ist das möglich, Du Trottel! (wow, wird das jetzt hier ein schizophrenes Gespräch mit mir selbst?) Doch was hat mich bisher immer davon abgehalten? Wenn ich so überlege, dann kommen da eigentlich nur 3 Dämonen in Frage, die in meinem Gehirn wohnen und mich möglichst in allem behindern wollen, was ich so tue:

  1. Der Anführer der „Monster des Alltags“, der Schweinehund. Der steckt in meinen Gliedern, wie ein ekelhafter, außerirdischer Parasit und lähmt mich mit seiner ausufernden Faulheit. „Ein Buch willst Du schreiben? Viel zu anstrengend! Das kannst Du immer noch machen. Vielleicht morgen. Jetzt erst mal Netflix und CHILL, Alter!“
  2. Der Ausreden-Gnom. Diese furchtbare Labertasche erstickt all meine Bemühungen im Keim, unter einer Flut von haltlosen Ausflüchten. „Aber Du hast doch mit Arbeit, Familie und Hobbys schon genug zu tun! Das kannst Du doch irgendwann mal machen, aber nicht jetzt! Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, wirst Du es wissen!“ BULLSHIT, blöder Ausreden-Gnom! Der richtige Zeitpunkt ist immer JETZT! Es gibt nämlich nur das JETZT. Alles andere sind nur Illusionen des Geistes, die ich hiermit zu den Akten lege. Tschüs, Gnom!
  3. Der dunkle Lord „Perfektion“. Er lebt in meinem Schatten und ernährt sich von meinen Ängsten und Zweifeln. Sobald nur etwas Motivation in mir aufkeimt, ist er sofort zur Stelle und flüstert mir sein lähmendes Gift ins Ohr: „Was, wenn Du gar nicht schreiben kannst? Was, wenn Dein Buch schlecht wird und es niemand lesen will? Was, wenn das einfach nicht Deine Berufung ist? Was, wenn Du unterwegs die Lust verlierst? Was, wenn…wenn…WENN!“ Wenn das Wörtchen „Wenn“ nicht wäre. Doch dieser schwachsinnige Perfektionismus sorgt dafür, dass überhaupt nichts passiert. Im Krieg überlebt der, der als erstes schießt und dann später seine Schußrichtung anpasst, und nicht der, der ewig mit dem Zielen verbringt und dann von einer verirrten Kugel getroffen wird. Ich weiß, ein hartes Bild, aber anders raffe ich es scheinbar nicht.

Doch obwohl ich diese drei Dämonen sehr gut kenne, heißt das nicht, dass ich sie auch im Handumdrehen besiegen kann. Deswegen hab ich mich heute spontan dazu entschlossen beim Nano mitzumachen. Genauer gesagt, ist das der NaNoWriMo, der National Novel Writing Month, bei dem 50.000 Worte innerhalb eines Monats runtergetippt werden wollen. Das sind etwas über 1600 Worte pro Tage, die nach meiner Schätzung ca. 3 Word-Din-A-4-Seiten füllen müssten. Klingt eigentlich machbar.

Hart wird es vermutlich nur, das auch wirklich jeden Tag durchzuziehen, ohne Ausnahme. Ich weiß auch noch gar nicht, ob ich mich wirklich hoch offiziell auf der Seite des Nano anmelde und dort meine Texte hinterlege. Ich bin vielmehr im Geiste dabei. Denn es geht mir gar nicht drum am Ende des Monats wirklich ein fertiges Buch zu haben, sondern endlich mal meinen ARSCH hoch gekriegt und es einfach mal gemacht zu haben. Für heute habe ich meine 1600 Worte sogar schon abgehakt. Neben Texten für die Arbeit ist dieser Blogartikel hier also schon Bonus.

Den von 3 fiesen Dämonen verkeilten Stein ins Rollen gebracht hat für mich übrigens eine gewisse in Köln lebende Jacqueline Vellguth, deren Seite schriftsteller-werden.de ich zufällig fand, als ich den Nano gegoogelt habe. Die scheinbar größenwahnsinnige Dame möchte 12 Bücher in 12 Monaten schreiben und hat angeblich auch schon 6 geschafft. Ob das nun stimmt oder nicht, aber es war für mich eine Art Weckruf. Wenn sie es schafft in 6 Monaten 6 Bücher zu schreiben, dann werde ich es ja, verdammt noch mal, schaffen können ein einziges zu schreiben, oder? Selbst, wenn sie an vielen Büchern schon vorher gearbeitet hat und die Wahrheit für den „Oho-Effekt“ etwas ausschmückt, so hat sie mir ganz banal etwas voraus: 6 Bücher. Bäm.

Mir geht es auch gar nicht darum Ende November das Buch meiner Träume fertig gestellt zu haben. Ich möchte einfach nur 50k Worte geschrieben und es mir selbst bewiesen haben. Aus diesem Berg Worten kann ich dann nach viel Feilen, Lektorieren und Ausschmücken vielleicht wirklich mein erstes Buch machen. Es wird übrigens ein Buch werden über die Dinge, die mich in den letzten Jahren beschäftigt haben. Kein Urban Fantasy Roman über die Liebe zwischen einem einfachen Mädchen und „Prollos“, dem Werwolf-Halbgott aus einer fremden Dimension. Es wird noch nicht mal ein Roman werden. Es wird derart sachlich werden, dass es schon wieder fantastisch ist. Später dazu mehr.

Über Thilo (1631 Artikel)
<p>Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.</p>

2 Kommentare zu Eine Domina namens NANO soll mich foltern und motivieren

  1. Top! Finde ich klasse und ich hoffe du kriegst es hin. Viel Erfolg!

  2. Ich habe aber nie verschwiegen, dass der Spruch von Erich Kästner ist! 😉

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