Zeitmaschine (vor 500 Artikeln):

Nerd Diskussion des Tages: Das Auktionshaus in Diablo 3

auctionhouse-diablo3-diskussion

Diablo 1 hat mich seinerzeit derartig süchtig gemacht, dass ich mit meinem besten Freund vorzeitig eine Abi-Klausur verlassen habe, um endlich weiter im Netzwerk zocken zu können. Ja, damals hat man noch stundenlang rumgetüftelt, um ein „local area network“ mit seinen Freunden aufzubauen, weil es noch nicht wirklich das Internet gab. Und nein, ich habe damals die Abi-Klausur deswegen nicht verhauen. Die Gier nach Diablo hatte mich wohl kreativ werden lassen…

Mit Diablo 2 war es ungleich schlimmer. Mehr Charaktere, mehr Items, größere Welt und am Ende konnte man auch noch online zocken. Wertvolle Lebensjahre habe ich Uniques gesammelt und tagelang den „Mephisto-Run“ gemacht, anstatt ein Instrument zu lernen, Frauen abzuschleppen oder meine Zeit sonst wie sinnvoll zu nutzen. Naja, ich will die Zeit nicht vollkommen verteufeln (hahaha…Diablo…verteufeln…ähem), man hatte ja schließlich auch seinen Spaß dabei.

Auch wenn das Spielprinzip bei Diablo 3 nun nicht mehr neu ist und das stupide Monsterschlachten und Item-Sammeln ganz neue Dimensionen erreichen wird, werde ich vermutlich auch ein drittes Mal schwach werden und nach Feierabend hin und wieder in dunkle Dungeons hinabsteigen, um den Bewohnern selbiger die Schätze aus den Taschen zu prügeln.

Doch genau diese Schätze könnten nun die mystische Aura des Besonderen verlieren. Oder?

Was genau wird sich am Diablo 3-Erlebnis online ändern, nun, da Blizzard den Item-Kauf gegen bares Geld unterstützt? Wird es tatsächlich so, wie in dem Comicstrip auf der nächsten Seite?

Es gibt bereits Doktorarbeiten darüber, dass der Schwanzvergleich fester Bestandteil von Onlinespielen ist. Natürlich möchte jeder voller Stolz sein hart erkämpftes oder durch schweinisches Glück gefundenes Super-Unique den anderen Spielern unter die Nase reiben. Der Stolz lauert eben in jeder menschlichen Brust. Doch wie sehr wird es uns „ehrlichen Oldschool-Spieler“ nerven, wenn bald die berühmten „Powergamer-Kiddies“ mit der Kreditkarte vom Papa die stärksten Items im Spiel einfach kaufen können und sich wahrscheinlich auch noch damit brüsten diese durch hartnäckiges Grinden gefunden zu haben?

Natürlich hat Blizzard nicht ganz unrecht, wenn sie sagen, dass der Item-Handel mit echtem Geld ohnehin betrieben wird. Doch Drogen zu legalisieren, nur weil sie ohnehin genommen werden, ist nicht unbedingt schlau, oder? Hinkt meine Analogie da? Verdient Blizzard vielleicht mit daran? Was denkt ihr darüber?

(Comic gefunden bei dorkly)

Über Thilo (1647 Artikel)
<p>Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.</p>

2 Kommentare zu Nerd Diskussion des Tages: Das Auktionshaus in Diablo 3

  1. ein interesanntes thema. weiss auch noch nicht was ich davon halten soll.
    einerseits natürlich erstmal gut den handel ingame in sichere bahnen zu legen anstatt dass die spieler über ominöse chinesische websiten items kaufen müssen.
    aber MÜSSEN sie das denn wirklich? hätte ein Auktionshaus mit Gold statt Geld nicht gereicht, in dem sie den realen Handel irgendwie verhindern? Das wäre zum einen viel arbeit für Blizzard und zum andren verdienen sie natürlich ordentlich mit durch das neue AH. Ein Schelm wer dabei böses denkt….
    Man wird ja nicht nur Items sondern ganze Charakter kaufen können.
    Ich bin gespannt wie sich das alles entwickelt. Kann ich kündigen weil ich mich mit D3 dämlich verdiene? Wird der Handel nur noch mit echter Währung ablaufen weil jeder die schnelle Mark wittert oder werde ich auch mit Gold weiter kommen? Was wird die Zukunft bringen? Stellt Blizzard irgendwann selber Items ein die man sich extra kaufen muss/kann? Bei WoW gibt es die kostenpflichtigen Vanity Items ja auch schon, auch der Weg von kostenpflichtigen DLCs oder Free2play Titeln die eben doch nicht ganz free sind weist ja eigentlich darauf hin.

    • Ich denke auch, dass ein „normales Auktionshaus“ mit Goldpreisen (Stone of Jordans, Gems…whatever) gereicht hätte.

      „Stellt Blizzard irgendwann selber Items ein die man sich extra kaufen muss/kann?“ –> Guter Punkt. Ich denke, die scheinheilige Ausrede, dass Blizzard das macht, um den Handel zu „entkriminalisieren“, ist in Wahrheit nur ein Vorwand, um bei Bedarf, wie bei WoW, besondere Items gegen Cash anbieten zu können.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.