auctionhouse-diablo3-diskussion

Diablo 1 hat mich seinerzeit derartig süchtig gemacht, dass ich mit meinem besten Freund vorzeitig eine Abi-Klausur verlassen habe, um endlich weiter im Netzwerk zocken zu können. Ja, damals hat man noch stundenlang rumgetüftelt, um ein „local area network“ mit seinen Freunden aufzubauen, weil es noch nicht wirklich das Internet gab. Und nein, ich habe damals die Abi-Klausur deswegen nicht verhauen. Die Gier nach Diablo hatte mich wohl kreativ werden lassen…

Mit Diablo 2 war es ungleich schlimmer. Mehr Charaktere, mehr Items, größere Welt und am Ende konnte man auch noch online zocken. Wertvolle Lebensjahre habe ich Uniques gesammelt und tagelang den „Mephisto-Run“ gemacht, anstatt ein Instrument zu lernen, Frauen abzuschleppen oder meine Zeit sonst wie sinnvoll zu nutzen. Naja, ich will die Zeit nicht vollkommen verteufeln (hahaha…Diablo…verteufeln…ähem), man hatte ja schließlich auch seinen Spaß dabei.

Auch wenn das Spielprinzip bei Diablo 3 nun nicht mehr neu ist und das stupide Monsterschlachten und Item-Sammeln ganz neue Dimensionen erreichen wird, werde ich vermutlich auch ein drittes Mal schwach werden und nach Feierabend hin und wieder in dunkle Dungeons hinabsteigen, um den Bewohnern selbiger die Schätze aus den Taschen zu prügeln.

Doch genau diese Schätze könnten nun die mystische Aura des Besonderen verlieren. Oder?

Was genau wird sich am Diablo 3-Erlebnis online ändern, nun, da Blizzard den Item-Kauf gegen bares Geld unterstützt? Wird es tatsächlich so, wie in dem Comicstrip auf der nächsten Seite?

Es gibt bereits Doktorarbeiten darüber, dass der Schwanzvergleich fester Bestandteil von Onlinespielen ist. Natürlich möchte jeder voller Stolz sein hart erkämpftes oder durch schweinisches Glück gefundenes Super-Unique den anderen Spielern unter die Nase reiben. Der Stolz lauert eben in jeder menschlichen Brust. Doch wie sehr wird es uns „ehrlichen Oldschool-Spieler“ nerven, wenn bald die berühmten „Powergamer-Kiddies“ mit der Kreditkarte vom Papa die stärksten Items im Spiel einfach kaufen können und sich wahrscheinlich auch noch damit brüsten diese durch hartnäckiges Grinden gefunden zu haben?

Natürlich hat Blizzard nicht ganz unrecht, wenn sie sagen, dass der Item-Handel mit echtem Geld ohnehin betrieben wird. Doch Drogen zu legalisieren, nur weil sie ohnehin genommen werden, ist nicht unbedingt schlau, oder? Hinkt meine Analogie da? Verdient Blizzard vielleicht mit daran? Was denkt ihr darüber?

(Comic gefunden bei dorkly)

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