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Ich will bei Project Wight leckere Wikinger essen

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Aaaaaah, so süß und süffig ist das Böse. Wie lockerleicht geht es mir von der Hand! Also, jetzt nicht nur, wenn ich die Oma im Nachbargarten heimlich mit Kastanien bewerfe, sondern auch in Spielen, die es mir erlauben in die Rolle des Fieslings zu schlüpfen und den perversen Gelüsten meines rabenschwarzen Herzens zu folgen.

So war es beispielsweise megalustig, wenn auch etwas anstrengend, bei RPGs wie Baldur’s Gate 2 eine rein böse Truppe zu spielen und den Kindern, die in einer Nebenquest nach Alkohol und scharfen Schwertern fragten, das Gewünschte sofort auszuhändigen. BWHAHAHAHA! Sich bei Star Wars-Spielen von der dunklen Seite die Eier kraulen und zu einem Sith ausbilden zu lassen, war zumindest beim zweiten Durchspielen eines Titels ebenfalls immer eine Pflichtübung. Aber dazu sind Games ja auch da, oder? Sie sollen mir eine Spielwiese bieten, auf der ich mich virtuell ausleben kann, ganz egal wie. Oder wie der kleine, gestörte Junge damals in den 80ern in einer Masters of the Universe-Reklame klarstellte: Als Skeletor kann ich mal so richtig BÖSE sein… GRRRRRRRRRrrrrrr! (leider auf Youtube nicht gefunden, aber es ist mir noch im Ohr, als wäre es gestern gewesen)

Doch noch geiler, als das Böse nur als Geisteshaltung zu vertreten ist es natürlich, es auch wirklich als Monster zu verkörpern. Da fällt mir spontan ein etwas in die Jahre gekommener Titel wie Alien vs. Predator (1999) ein. Als Marine rum zu stiefeln und zu ballern, wie in jedem x-beliebigen Shooter, war natürlich langweilig. Aber als getarnter Predator mit Wärmesicht Gegnern mit der Schulterkanone die Rübe wegzublasen war dagegen einfach glorreich. Nicht minder spaßig, wenn auch arg gewöhnungsbedürftig war es kopfüber an Decken und Wänden entlang zu krabbeln und einem verblüfften Soldaten urplötzlich den langen Stachelschwanz in die Brust zu rammen. Wäre ich jedoch wirklich ein Alien, würde ich mich bei den schwindelerregenden Kletteraktionen vermutlich übergeben und mit Säurekotze selbst töten.

Wow, jetzt habe ich lange um den verrottenden Kuchen des Bösen herumgeredet, obwohl ich euch doch nur Project Wight vorstellen wollte. Da könnt ihr nämlich auch mal wieder in die First Person-Perspektive eines schaurig schönen Monsters schlüpfen und Wikinger klatschen. Das Besondere an Project Wight ist jedoch, dass ihr eigentlich gar nicht böse seid, sondern nur um euer Überleben kämpft. Die blöden Nordmänner, die nur an saufen und plündern denken können, haben nämlich schon fast alle Wesen eurer Art ausgerottet und wollen euch natürlich ebenfalls ans warzige Leder.

Ich finde das Setting unter Wikingern sehr interessant und auch das Gameplay verspricht vielseitig zu werden, da ihr das Monster in verschiedenen Alterskategorien spielt. So beginnt das ungewöhnliche RPG vermutlich als Stealth- und Atmosphäre-Game, weil ihr die meiste Zeit um euer Leben kriecht, und endet irgendwann als Horror- und Survival-Game. Wenn ich mir den Trailer ansehe, möchte ich jedoch in erster Linie als erwachsenes Monster Wikinger anschreien, anknabbern und von Klippen werfen. Und fliegen, bzw. gleiten, darf ich als Monster auch noch. Fun! Wenn sich die Entwickler noch mehr lustige Monster-Fähigkeiten einfallen lassen, dann bin ich bei Release auf jeden Fall dabei. Denkbar wäre auch noch eine letzte Alterskategorie, bei der ihr als Riesenmonster Wikinger zerstampfen und kleine Schiffe werfen dürft. Ich glaube, ich rufe da jetzt mal an und schlag das vor.

Über Thilo (1591 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.

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