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Ready Player One ist DAS Buch für 80er-Kinder und MMO Nerds

Es kommt selten vor, dass ich ein Buch in Rekordzeit runter schlinge wie einen Haggis Burger nach 30km Wanderung durch die Highlands. Doch Ernest Clines Ready Player One ist so ein schmackhafter Happen. Sträflicher Weise bin ich auf diesen „Heiligen Gral der Popkultur“ erst durch den Trailer zu Steven Spielbergs Verfilmung aufmerksam geworden. Doch nun ist es durchgefiebert und ich habe immer noch ein dämliches Grinsen im Gesicht.

Author Patrick Rothfuss sagte „Ready Player One ist absolut fantastisch – ein großer Spaß für den Geek in mir. Ich hatte das Gefühl, als sei das Buch nur für mich geschrieben worden.“

Exakt meine Gedanken.

Dem kann ich mich als „alter Sack“, der mit D&D, Spielhallenautomaten und Barbarenfilmen aufgewachsen ist, nur anschließen, so wie jedes andere Kind der Achtziger vermutlich auch.

Obwohl mich die Story, auf die ich gleich noch kommen werde, gar nicht mal so mördermäßig in ihren Bann geschlagen hat, war die Reise durch meine Kindheit und das nostalgische Kribbeln dabei, ein grandioser Spaß. Teilweise kramt 80er Uber-Nerd Ernest Cline derart verstaubte Atari-Spiele, Nischenfilme und Manga-Roboter aus seiner Schatzkiste, dass wirklich nur wahre Kinder der Achtziger und/oder erklärte Vintage-Popkultur-Hardcore-Nerds das meiste wiedererkennen werden. Auf eine alberne, überflüssige Weise hat es mich beim Lesen total mit Stolz erfüllt, so gut wie alles erkannt und auch selbst durchgenerdet zu haben. Egal ob plötzlich die Rede war von uralten D&D-Modulen, japanischen Kaiju-Filmen oder verstaubten Atari-Spielen, meistens ging mir das Herz auf, als meine Erinnerung reaktiviert wurde. Und selbst ich musste hin und wieder mal empört auf Youtube nachschauen, um eine Wissenslücke zu schließen.

Im Grunde ist Ready Player One so etwas wie ein internationales Wir Kassettenkinder mit Schwerpunkt auf Games und Filme.

Doch auch Nerds und Leseratten, deren Entkorken noch nicht ganz so lange zurück liegt, dürften sich durch das vorherrschende MMO-Thema wie zu Hause fühlen; sofern sie nicht in den letzten Jahren unter einem Stein gelebt oder einfach die Welt der Massively Multiplayer Online Games noch nie betreten haben. Apropos…

Worum geht’s überhaupt in Ready Player One?

Das Buch handelt von der Virtual-Reality-Revolution, auf die wir Gamer im Grunde alle mit feuchten Handflächen warten. Denn noch hat die schöne neue VR-Welt ja bekanntlich mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Durch die kognitive Dissonanz, die durch Sitzen oder Stehen des Spielers bei gleichzeitiger Bewegung seines Spiel-Avatars ausgelöst wird, kommt es noch zu einer unschönen Übelkeit bei Action Games. Außerdem ist die Immersion durch die meisten Brillen noch alles andere als perfekt und auch die Interaktion mit Gegenständen ist noch nicht wirklich „haptisch“.

Im Jahr 2045 ist die Menschheit jedoch schon ein paar Schritte weiter. Durch eine VR-Brille, die die virtuelle Welt direkt auf die Netzhaut projiziert, und ein paar haptische Handschuhe, mit denen sich gefühlsecht mit Objekten interagieren lässt, ist realistischer Realitätsflucht endlich Tür und Tor geöffnet. Und da die Welt mittlerweile ohnehin in Dreck und Armut vor sich hin vegetiert, verbringen die meisten Menschen den Großteil ihrer Zeit in der OASIS, einer Art virtuellen Ersatzwelt, in der man leben, arbeiten, zur Schule gehen und spielen kann. Letztlich sowas wie Second Life, nur in geil, weil dort in tausenden von Welten jedes Genre und jeder Geschmack bedient wird.

Doch der Clou an dieser gigantischen MMO-Welt, in der sich Science Fiction, Cyberpunk, Fantasy und auch jedes andere Genre die Hand geben, ist, dass der Schöpfer darin ein Easter Egg im Wert von zweihundertvierzig Milliarden Dollar versteckt hat. Da der bereits verstorbene 80er-Nerd keine in Frage kommenden Erben hat, hat er in seiner Simulation seinen gesamten Besitz durch eine Reihe ultraschwerer Rätsel versteckt.

Und hier kommt Wade Watts ins Spiel, ein Junge, der die Welt in Aufruhr versetzt, als er den ersten von 3 Schlüsseln zum Schatz findet. Nun konkurriert er auf einem Scoreboard mit anderen „Jägern“ und einer korrupten Superorganisation um den ultimativen Preis.

Ich glaube ja, Ernest Cline hat einfach diese Szene von Futurama gesehen und daraufhin Ready Player One geschrieben.

Doch egal, wie und warum er uns diesen Trip in die Popkultur der 80er geschenkt hat, er gehört dafür beweihräuchert und von Playboy Bunnies verwöhnt.

Dieses Buch hat mich unterhalten, wie es in letzter Zeit kaum ein Film oder Buch geschafft hat. Lasst alles stehen und liegen und gönnt euch dieses Nerd-Koks für euer Hirn.

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Da ist Kino teurer und unterhält meist weniger und kürzer…

Ich finde, man muss es allein gelesen haben, um bei der baldigen Verfilmung mitreden und sich genüsslich über alle Abweichungen von der Vorlage aufregen zu können 😉

Über Thilo (1613 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.

4 Kommentare zu Ready Player One ist DAS Buch für 80er-Kinder und MMO Nerds

  1. Da ich so lesefaul bin, habe ich mir das Hörbuch bei Audible geholt. Sobald ich mein jetziges durch habe, ist Ready Player One dran. Und ich bin wirklich verdammt gespannt darauf.

  2. Besonders jetzt wo der Kinofilm raus kommt

  3. Ich fand das Buch übrigens auch famos und der Trailer hat mir ziemlich gut gefallen, zumindest wenn man ihn als Teaser sieht. Ich hoffe, dass das richtig gut wird. Spielberg ist ja selbst ein „Kind 80er“ (zumindest was seinen popkulturellen Einfluss angeht).

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