Tomb-Raider-Survivor

Jedes Spiel, dessen Trailer mit den Warnhinweisen Blood and Gore, Intense Violence and Strong Language“ beginnt, hat erst mal meine ungeteilte Aufmerksamkeit.

Trotzdem bin ich bei Tomb Raider skeptisch geworden, denn die 8 Millionen Teile sind mit der Zeit doch irgendwie abgekaut und langweilig geworden. Dabei hatte alles einmal so grandios und abenteuerlich aufregend angefangen!

Ich erinnere mich noch genau, wie ich bei Tomb Raider 1 auf der Playstation 1 (oh Gott, wann war das? Vor 100 Jahren?) eine Frau mit Riesenbrüsten und – scheinbar – Stahlfingern, über Abgründe springen und sich an Kanten hab hochziehen lassen. Unvergesslich auch die Szene, als ich in einem vergessenen Tal versuchte einen T-Rex mit zwei winzigen Pistölchen auf Abstand zu halten.

Ich glaube, den zweiten Teil hab ich auch noch gezockt, weil ich mich an irgendeine Bootsverfolgungsjagd in Venedig erinnern kann, die definitiv nicht im ersten Teil war. Doch dann verließen sie ihn. Laras Brüste Abenteuer hatten Ihren Reiz für mich erst mal verloren und ich war mir sicher, dass sich Miss Croft wieder neu erfinden müsste, um mich noch einmal in düstere Tempelruinen mitnehmen zu dürfen.

I dont think I’m that kind of Croft (anymore)…

…sagt sie im Trailer und macht mir Hoffnung. Und scheibar mit recht, denn schon rein optisch hat sie das an Dreck im Gesicht mehr, was sie an Silikon weniger hat. Sie wirkt wie das süße, brünette Wendy-lesende Mädchen, was irgendwie in Scheisse geraten ist. In jeder Hinsicht. Die neue Lara muss sich im Dschungel selbst zusammen flicken wie ein gewisser Vietnam Veteran in Rambo – First Blood, auf einer einsamen Insel mit Irren überleben wie Oliver Queen in Arrow und vermutlich auch noch wilde Tiere von der eigenen Kehle fernhalten wie Jason Brody in Far Cry 3. Und bei all dem grunzt und stöhnt sie vor Anstrengung, dass es nur so eine perverse Freude ist.

Ja, die neue Lara hat sich scheinbar vollkommen verändert und ist von der unglaubwürdig akrobatischen Wichsvorlage für Teens zu einer unter die Haut gehenden Überlebenskämpferin geworden. Das glühende Review auf Kotaku macht definitiv Lust auf mehr. Ich will mir diesen Emazipations-Meucheltrip mit dem dreckigen Ponytail geben…hart und dreckig.

Und wenn ich sehe, wie Lara am Ende des Trailers so aus dem Wasser auftaucht wie Rambo, bekomme ich Angst. Angst vor der Rache einer gepeinigten Frau, die nichts mehr zu verlieren hat und mich höflich aber bestimmt bittet am 5. März ihr Spiel zu kaufen. Ich werde gehorchen.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...