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Wie jeder beim Joggen Aragorn überholen und zum 58.Stufe Ranger werden kann

aragorn gimli legolas joggen ... indem er endlich mal seinen fetten Gamer-Hintern aus dem vollgefurzten Weichschaum-Sessel hebt und regelmäßig die Haxen schwingt! Oh sorry, hatte ich da in der Überschrift die Hoffnung auf ein magisches Geheimnis geweckt? Sorry again, vereinte Lutscher-Gemeinde, nur Arsch hoch und einen Fuß vor den anderen stellen hilft, bis der Puls rast und die Schläfen pochen. Ich habe es gerade eben mal wieder hinter mich gebracht. Doch was hat mich zu diesem leichtfertigen Wahnsinn bewogen? Zum einen sicherlich der sportliche Ehrgeiz und, im wahrsten Sinne des Wortes, der beinahe alberne Stolz eines Kumpels, der vor lauter Bewegungs-Geilheit eine Jogging-Seite mit dem klingenden Namen laufstolz.de ins Netz geschoben hat. Seine Disziplin hat mich noch zu Bürozeiten jeden Morgen beschämt, wenn er, nicht wie ich halb besoffen, sondern ermattet vom Joggen, zur Arbeit kam. Doch der letztendlich zündende Funke für die Arschrakete war Oatmeals göttlicher, sechsteiliger Comic über das Joggen von großen Distanzen. Dieser Comicstrip ist dermaßen philosophisch, inspirierend und scheisse lustig, dass er in mir einen Knoten zum Platzen gebracht hat. Er hat einen längst tot geglaubten Willen wieder belebt, dem Blerch (wie Herr Oatmeal den inneren Schweinehund nennt und als eklig aufgedunsenen Cholesterin-Cherub zeichnet) den Kampf anzusagen.

Thank u so much Matthew for the massive fun and inspiration that is this comic!

Aber was Matthew Inman (Oatmeal) leistet, ist nicht mein Zielkorridor. Der bekloppte Typ ist mal den Fujiyama rauf und runter gejoggt. Der läuft keine Sissy-Marathons von albernen 42 Km, sondern fucking ULTRA Marathons, 50 Km beinharte Steigungen und Gefälle mit einem Höhenunterschied von 17,000 Fuß. Nein, ich will mich nicht umbringen, aber ich will wieder diese innere Gelassenheit und Zufriedenheit erreichen. Einfach verdrängen, diese albernen Probleme des Alltags und als Sahnehäubchen die quälenden Fragen der menschlichen Existenz … wozu der ganze KACK? Oatmeal hat es wunderschön auf den Punkt gebracht (lest dem Comic, um das Bild zu verstehen):

Why am I alive? Why am I here? What’s the point of ME?

Who cares! Forget the why.

You are in a raging forest. Full of beauty and agony and magical grapey beverages and lightning storms and demon bees.

This is better than the why.

Exactly! Ich will wieder einfach fit sein und leben. Ohne unlösbare Fragen zu stellen. Einfach nur sein und genießen. Und dazu muss man eben manchmal vor dem Blerch, also der eigenen Faulheit und den quälenden Fragen des Seins davon rennen. Und manchmal muss man dabei auch über sich hinaus wachsen. Oder wie mein Kampfgefährte Bruce Lee zu Lebzeiten immer gesagt hat: „A man must constantly exceed his level“.

Und dann passiert noch etwas Fantastisches: Das Gehirn wird mit einem Jungbrunnen-artigen Strom von AWESOMENESS (ich glaube Sauerstoff…) gefüllt, der mich rekordverdächtige Gedankensprünge und bislang verborgene Zusammenhänge erkennen lässt. Das ist kein Witz. Nach intensivem Cardio-Training schäume ich immer über vor Kreativität. Nur weil ich diesmal nicht wusste wohin damit, hämmere ich gerade diese geschwollenen Worte in die Tasten.

Opiate sind schon lustige Tierchen. Die hängen den ganzen Tag irgendwo in versteckten Körpernischen ab und gähnen. Erst wenn der Körper in Wallung gerät und die Stöße, ausgelöst z.B. durch die stampfenden Schritte des Joggers, alle Zellen des Körper zum Beben bringen, werden die Viecher hellhörig. So ähnlich wie gelangweilte Erstsemester, die plötzlich im Studentenwohnheim das entfernte Bass-Beben einer spontanen Party wahrnehmen. Dann schmeißen sich Adrenalin, Endorphin und Serotonin in Schale und machen sich auf ins Partyzentrum: Das Gehirn.

Ich kann diesen belohnenden Rausch nur empfehlen. Ehrlich jetzt, lauft! Rennt! So lange ihr könnt! Und dann begrüßt die Opiate, erlaubt Ihnen eure Limits aufzubrechen und entdeckt die Welt nochmal ganz neu.

Oder zischt euch ein Bier und geht dann ins Bett. Aber dieses Bier wird euch eher wie Ambrosia vorkommen.

Über Thilo (1572 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.

1 Kommentar zu Wie jeder beim Joggen Aragorn überholen und zum 58.Stufe Ranger werden kann

  1. Willkommen bei den Läufern! Ich habe vorhin meinen 251. Beitrag zum Thema laufen geschrieben – vor der Arbeit zu laufen habe ich selbst aber noch nie geschafft. Danke übrigens für den Comic-Tipp, der ist großartig!

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