IT HELPS TO HAVE A MAP

Warum finde ich mich in Mittelerde besser zurecht als in meiner Heimat?

Wem die Überschrift, nebenbei, nichts sagen sollte, dem kann ich erst einmal nur das Internet Meme ans Herz legen, das er mit genau diesem Satz auch leicht finden wird.

Vielleicht geht das ja nur mir so, aber Frodo und seinem Sam kann ich, nahezu blind, erstmal vom Bühl quer durch Hobbingen, an den Froschmoorstetten vorbei, über die Brandywein Brücke (natürlich per Fähre, welche ich mit gekonntem Sprung, garantiert total grazil wie ein junger Gott, erst mit dem linken Bein abrutschend und dann hammerhart mit dem Kinn aufschlagend, verpeilen werde) nach Bree folgen. Was sage ich nahezu blind, ich würde meiner Nase folgen oder einfach ihrem Lärm.

Aber selbst ohne die beiden (also Nase und Lärm) würde ich den Weg kennen. „Der Lutscher kennt den Weg“ sagen auch meine Freunde dauernd zu mir…solange wir uns in einer Fantasiewelt befinden und ich rein zufällig gerade Waldläufer bin. Auch nach Bree ginge es für mich ohne Weiteres nach Bruchtal, Rohan, Mordor. Kleiner Abstecher zu Tom Bombadil dem alten Kastelruther Spatz? Kein Thema, ich sing noch Lieder mit ihm und verschwinde dann, während Tom so richtig loslegt, mit Goldbeere für ein kleines Techtelmechtel, denn selbst in seinem Garten kenne ich mich aus.

Da brauche ich kein Navigationsgerät (und auch keins das Tom Tom heißt), welches mir mit freundlicher, weiblicher Stimme ins Ohr säuselt (während meine Boxen mir knüppelfett Blind Guardian kredenzen) „Wenn möglich bitte wenden.“ Das heißt nebenbei weniger politisch korrekt übersetzt: „DU HAST SCHEISSE GEBAUT, DER WEG WAR KLAR ZU SEHEN UND ICH HAB DIR DAS AUCH DRÖLFZIGMAL GESAGT.“

In Mittelerde hätte ich das nicht. Bräuchte ich auch nicht. Ich kenne mich in Mittelerde besser aus wie daheim. Würde mich irgendwo in Rohan jemand fragen, was es hier für Sehenswürdigkeiten gibt, könnte ich ihm alles runterrattern bis er das Weite sucht. Im Raum Köln/Bonn sieht es da schon wesentlich bitterer aus. Da versage ich oft schon, wenn mich jemand nach einem Straßennamen fragt. Meine Standartantwort ist: „Straßennamen lese ich nie“ Stimmt auch. Ich schicke den Suchenden dann meistens irgendwo anders hin und hüpfe freudig meines eigenen Weges. Vielleicht sogar mit einem Tom Bombadil Song auf den Lippen. Das gilt auch für andere Landstriche frei erfundener Welten. Die Vergessenen Reiche sind für mich gar nicht vergessen. Ich kann Drizzt Do‘ Urden folgen, vielleicht…ja vielleicht sogar durch das Unterreich, wenn ich denn auch nur einen Funken in der absoluten Finsternis sehen könnte. Klar, die Dunkelelfen würden mich binnen Sekunden meucheln. Ok, ich übertreibe. Nanosekunden. Elminster, Alustriel, Cadderly? Ja, ich weiß wo die wohnen, vermutlich mit Hausnummer und Imgur Usernamen. Nebenbei, der von Elminster ist nicht, wie viele böse Zungen behaupten „Mystraaidme88“ sondern „Knüppelausdemsackcallmeshakedalic“ (Rest war vergeben)

In Irland bin ich besser geworden. Da lebe ich ja nun auch schon 5 Jahre und finde sogar nach der Arbeit meine Hobbithöhle wieder. Hier der, über jeden Zweifel erhabene, Beweis, den ich selbst gefälscht habe:

meinhaus2

Kann mir einer erklären, warum wir (ICH) so oft das eigene Umfeld vergessen, aber im Urlaub oder eben unseren fantastischen Lieblingsuniversen so einen enormen Orientierungssinn haben?

Zumindest für mich gilt neben „Ich habe das Buch und auch die Filme mehrfach verschlungen“ auch, dass ich mir durchaus vorstellen kann dort zu leben. In Gedanken sogar sehr lange…wenn da nur nicht das Unterreich und die hinterlistigen Dunkelelfen wären.

Über Impericus (38 Artikel)
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