Damit sich der Atlantean nicht einsam fühlt: Das “Father’s Sword”

brennender Stahl

Wer schon mal so krank war diesen Blog hier zu lesen, wird vielleicht mitbekommen haben, dass ich einen unheilbaren Schwert-Fetisch habe. Das liegt natürlich in erster Linie daran, dass Schwerter in meiner Fantasie aus einer besseren Welt stammen und mich auf eine „Ritter, Burgen und Jungfrauen in Nöten-Art“ romantisch berühren. Wie gesagt, so spuken die langen Buttermesser lediglich durch meine Fantasie. Mir ist natürlich bewusst, dass es immer noch unvorstellbar grausam und brutal ist ein Schwert gegen einen Menschen zu erheben. Aber wenn man dieser Tage wieder von bewaffneten Anschlägen und dergleichen liest, für die im 21. Jahrhundert nur feige mit Pistolen oder Sprengstoff hantiert werden muss, dann wünsche ich mich in eine Zeit zurück, in denen die Klinge regierte. Wenn dann bewaffnete Irre mit fehlgeleiteten Überzeugungen in ein Gebäude stürmen, dann können die vermeintlichen Opfer wenigstens ihrerseits Schwerter ziehen und es kommt zu einem Kampf auf Leben und Tod. Aber den würden Attentäter nicht gewinnen. Noch nicht mal wagen. Denn dazu bräuchte es ritterlichen Mut und Skill. Das ist nichts für feige, eierlose Waschlappen ohne Gehirn, die sinnlos und jede Religion oder Menschwürde missachtend hinterrücks ermorden.

Naja, aber um nicht zu weit vom Thema abzukommen – an irgendeinem verregneten Sonntag mit leichter Unterhaltung auf Bluray, habe ich mir mal wieder ein Schwert geordert. Denn auch beim hundertsten Mal Schauen von Conan der Barbar, läuft mir immer noch ein kalter Schauer über den Rücken, wenn am Anfang des Films zu den Worten „Let me tell you of the days of high adventure“ der brennende Stahl in die Gussform fließt. Ebenso heiß ergießt sich jedes Mal mein brennender Samen in meine ohnehin schon vor Aufregung brennende Hose. (Notiz an mich selbst: Weniger Rotwein vor einem Artikel).

Noch ahnt Uschi nicht, dass sie gerade liebevoll den Griff des Schwertes umwickelt, das sie enthaupten wird.

Noch ahnt Uschi nicht, dass sie gerade liebevoll den Griff des Schwertes umwickelt, das sie enthaupten wird.

Bei dieser Szene ist mir aufgefallen, dass ich zwar den Atlantean besitze, den Conan in dieser staubigen Krypta findet, aber nicht das Schwert, das am Anfang des Films von Conans Vater geschmiedet und von dieser blonden Uschi verziert wird. Das geht natürlich nicht. Die Schwerter gehören irgendwie zusammen und das eine ist einsam und traurig ohne das andere. Seht doch, wie glücklich die beiden jetzt ausschauen! Sie strahlen wie Honigkuchenpferde!

vater schwert und atlantean

Außerdem ist das „Vaterschwert“ auch unglaublich schön. Sehr Wikinger-haft und durch den Schwertgriff, der dem Schädel eines bereits ausgestorbenen irischen Elches nachempfunden ist, auch sehr barbarisch und unverkennbar „Sword & Sorcery“. Sowohl der Atlantean, als auch das „Father’s Sword“, wurden vom begabten Ron Cobb designed, der seinerzeit als Cartoonist bei der LA Free Press arbeitete. Er war ebenfalls der Production Designer für Conan the Barbarian. Der Knauf des Schwertes ist passender Weise wie ein Tier-Huf geschnitzt. Die Runen auf der Klinge sollen “Suffer no guilt he who wields this in the name of Crom” bedeuten.

Selbstredend fühle ich keine Schuld sondern schwinge diese Klinge voller Stolz. Deshalb habe ich mich auch schon beim liebevollen Streicheln der Klinge geschnitten. Doch kein Ärger, sondern Stolz ließ meine Brust schwellen bei dem Gedanken, dass dieses wunderbare Schwert mein unwürdiges Blut vergossen hat.

conan vater schwert parierstange Elch schädel

conan vater schwert packung

Witzig, dass ich so lange gebraucht habe, meine Liebe für dieses geile Barbaren-Schwert zu entdecken, dabei ist es fast noch schöner als der Atlantean. Ich als größter Conan-Fan weit und breit, der sogar mal barbaren.org registrierte, nur weil sie zufällig frei war, muss doch einfach jede Klinge aus bekannten Barbarenfilmen besitzen.

Doch was jetzt? Welches Schwert soll ich mir als nächstes bestellen? Mein Schwert-Schrein ist noch lange nicht voll. Das gefällt Crom nicht. Ich fürchte seinen Zorn.

Über Thilo (1121 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.