Filmkritik: Friends with Benefits

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8 von 10 Lachmuskeln

In der Tat, ihr denkt mit Recht über den Zustand meiner geistigen Gesundheit nach, wenn ich anfange hier über Liebeskomödien zu schreiben. Aber Tatsache ist nun mal, dass Miss Wiki, die ich das ganze Jahr über gnadenlos in einen Horror-Scyfy-Fantasy-Nerd-Nischen-Porno nach dem anderen schleife, in wenigen Ausnahmefällen ihr Recht einfordert, auch mal einen Film für den gemeinsamen Kinoabend aussuchen zu dürfen.

Doch da wir vorher einen wirklich witzigen Trailer davon gesehen hatten, konnte ich mit ihrer Wahl “Friends with Benefits” ganz gut leben. Und ich war tatsächlich positiv überrascht. Trotz seinem Label “Liebeskomödie” hat er mich, für einen Films dieses Genres, wirklich überdurchschnittlich oft zum Lachen gebracht.

Yep, Besoffene stehen einfach voll drauf ohne ihr Wissen bemalt zu werden.

“Friends with Benefits” zeigt mal wieder wunderbar das Hollywood-Phänomen zweier identischer Filme mit unterschiedlichen Schauspielern und Skripten. Die fast deckungsgleichen Katastrophenfilme Armageddon und Deep Impact fallen mir dabei immer auf Anhieb ein, aber es gab noch viele andere Fälle. Ich frage mich wie das immer zustande kommt? Klaut da einer im Vorfeld das Drehbuch und heuert schnell einen Regisseur an, der versucht die geklaute Idee schneller ins Kino zu bringen?

In diesem Fall sind fast zeitgleich “Friends with Benefits” und “No strings attached” im Kino erschienen, welche sich beide um das Thema “Wir sind nur Fick-Freunde ohne Gefühle, oh warte, ich hab mich ja doch in dich verknallt” drehen.

Interessanter Weise macht schon dieser kurze Trailer von “Friends with Benefits” unendlich mehr Lust auf das Konzept, als der schmulzige Trailer von “No strings attached”. Irgendwie stimmt die Chemie zwischen Mila Kunis und Justin Timberlake, während mich das Süßholzraspeln zwischen Natalie Portman und Ashton Kutcher eher zum herzhaften Gähnen bringt. Nichts gegen die letzten beiden als Schauspieler, aber in diesem Film funktionieren sie scheinbar kaum zusammen.

Doch das Wichtigste für uns Männer als “Liebesfilm-Davonrenner” ist, dass der Film auch für uns genießbar ist. Zum einen schwöre ich auf meine Bibel-App, dass der Film wirklich witzig ist (–> Mini-Spoiler). Dies ist in erster Linie den lockeren Sprüchen und der ungekünstelten und natürlichen Chemie zwischen den Hauptdarstellern zu verdanken. Woody Harrelson als schwuler Sportredakteur, der ständig versucht Timberlake umzupolen, hat mir in diesem Zusammenhang auch sehr gut gefallen.

Außerdem muss man einfach neidlos anerkennen, dass sowohl Mila Kunis als auch Justin Timberlake zwei äußerst schöne Menschen in Saft und Kraft sind. Die großen Kulleraugen und der Schmollmund von Kunis werden Männer in Versuchung führen, während der Jungen-Charme und der Waschbrettbauch von Timberlake sicherlich die Ladies zum Schwärmen bringt. Die Bettszenen zwischen den beiden sind urkomisch und sexy gleichzeitig. Hätte nicht gedacht, dass sich das so einfach vereinen lässt.

Einmal eine Kunis auf dem Bauch…hach…

Im Grunde muss ich diesem wirklich gelungenen Film nur aus Prinzip einen Punkt dafür abziehen, dass er überhaupt ein Liebesfilm ist, und einen Punkt dafür, dass er am Ende natürlich, trotz aller Komik, das schnulzige Ende auf herkömmliche Weise herbeiführen muss. Aber das ist schon ok und hat Miss Wiki die gewünschten, feuchten Augen beschert. Mission accomplished.

Über Thilo (1154 Artikel)
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