Filmkritik: Ronal der Barbar – Ein Genre auf der Schippe

7 von 10 “tuntigen” Elfen

Auch wenn ich Animationsfilme eigentlich so langsam nicht mehr sehen kann, so bin ich doch froh, dass Ronal, ich meine, Roland – danke noch mal – mich an die Existenz dieses Films erinnert hat. Hier wird alles, was mit Sword and Sorcery, Heavy Metal, Low Magic, Trash, Pulp, Conan, Barbaren, einfach einem Nischen-Lebensgefühl der 80er zu tun hat, gnadenlos auf die tödliche Schippe genommen.

Es geht um Ronal den Barbaren, der sich nicht gerade als Ebenbild von Muskelkraft und Heldenmut bezeichnen kann, so wie es von wilden Barbaren eigentlich erwartet wird. Als vor langer Zeit die ersten Barbaren durch das mächtige Blut des sterbenden Gottes Chrom erschaffen wurden, hatte einer der Barbaren leider nur noch einen winzigen Tropfen des Supersaftes abbekommen. So wurde er eine Art Anti-Obelix, eine wirklich bemitleidenswerte Wurst ohne Muckis oder den Sinn für Abenteuer. Von diesem Schlappi stammt unser armer Ronal ab, dem seine hirnlosen Poser-Brüder mächtig auf den Sack gehen; sein einziges Körperteil übrigens, welches durch das Blut Chroms angewachsen ist. Und nein, das oben auf dem Bild ist er nicht. Das ist Ronals Freund, ein Heavy Metal-Barde mit ungesundem Samenstau, auf den ich vielleicht noch eingehe.

Yep, der Strich auf dem Boden ist Ronal. Ob er trotzdem die feurige Sandra für sich gewinnen kann?

Ronal der Barbar ist ein dänischer Animationsfilm, der Conan der Barbar und andere Barbarenfilme einerseits persifliert, sich jedoch andererseits vor deren „Fun-Faktor“ verneigt. Gleichzeitig gibt es jede Menge Anspielungen auf den Herrn der Ringe und andere Fantasyfilme, und die daraus entliehenen Charaktere sind herrlich grotesk überzeichnet. Der Legolas-Verschnitt beispielsweise ist eine derartig spirituelle Husche, dass ich aus dem Lachen kaum noch heraus kam.

Ronal strotz einfach vor Sword & Sorcery Cheesiness und kann mit notgeilen Amazonen, tumben Barbaren und sogar dem Auftritt von Red Sonja-Darstellerin Brigitte Nielsen als Amazonenkönigin aufwarten. Zumindest sieht die blonde, kurzhaarige Anführerin des Stammes mit ihrem oben zu sehenden Dekolleté verdächtig nach ihr aus. Das ganze gewürzt mit jeder Menge Humor unter der Gürtellinie, einem stets von allem genervten Ronal und einem Ende, das wie ein Bossrun auf Diablo anmutet, war dieser Film für mich die pure Unterhaltung! Kein Meilenstein des Animationsfilms, aber ein liebevoller gemachter Beitrag zur seichten Unterhaltung, den ihr einfach anschauen solltet. Ich höre jetzt nämlich einfach auf zu tippen, damit ich nicht noch ungewollt Gags vorweg nehme.

Über Thilo (1154 Artikel)
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