Zombieland: Double Tap ist wie DLC von Teil 1

Gibt mit dem Basy, Junge! © Sony Pictures Releasing

7 von 10 Terminator-Zombies

Ruben Fleischers Zombieland ist jetzt stolze zehn Jahre her. Und die Tatsache, dass wir einige der Zombieland-Regeln, Tallahassees verzweifelte Suche nach Twinkies und Zombie-Bill Murray noch so gut in Erinnerung haben, macht ihn sicherlich zu einer der besten Zombiekomödien aller Zeiten.

Es ist also ein No-Brainer (pun intended) einen Nachfolger zu machen und die Zombie-Kuh mit den blutunterlaufenden Augen ein zweites Mal zu melken. Aber ist das auch gelungen?

Für mich hat sich Zombieland 2 irgendwie angefühlt, als hätte ich mir nach einer zehnjährigen Pinkelpause die zweite Hälfte von Zombieland 1 angeschaut. Denn außer ein paar neuen Zombiearten (Homer-, Hawkins-, Ninja- und T-800-Zombie) gab es nicht viel Neues zu entdecken. Die Zombielandregeln, die sich mittlerweile von 10 auf über 50 gemausert haben, tragen den Film wieder über seine ca. 90 Minuten und wir bekommen ausreichend schwarzen Humor um die Ohren geballert. Außerdem funktioniert die Chemie zwischen den liebgewonnen Zombie-Killern nach wie vor hervorragend. Besonders die wunderbare Dynamik zwischen Verlierertyp und Draufgänger, sprich zwischen Jesse Eisenberg und Woody Harrelson, ist wieder das Schroth in der Flinte. Auch die Neuzugänge, der bekiffte Poser-Inder und die hirnamputierte Blondine mit Nussallergie, sind für einige Lacher gut.

Immun gegen Hirnfresser: Madison © Sony Pictures Releasing

Doch leider nimmt das Dauerfeuer von Zombieland 2 nach der Hälfte spürbar ab und gipfelt in einem, für mich, etwas enttäuschendem Finale.

SPOILER AB HIER!

Also, nicht dass hier wegen einer mittelprächtigen Wertung ein gänzlich falscher Eindruck entsteht. Der Film ist echt fun, wir haben viel gelacht und spätestens auf Blue Ray oder Netflix sollte ihn jeder gesehen haben.

Doch er kann trotz flehentlich ausgestreckter Zombiearme nicht an den Urfilm heranreichen.

Eigentlich beginnt alles fulminant mit Metallica und Zeitlupenzombies und rettet sich mit Zombielandregeln, „Zombie Kills of the Year“ und anderen Running Gags auch gut über die Zeit, doch gegen Ende blieb etwas Ernüchterung bei mir zurück.

Das lag in erster Linie an der über Bord geworfenen Logik (Zombielandregel Nummer 5: Reise leicht)

Eine Hippie-Kommune baut mitten in Zombieland einen Blech-Verschlag um ein Hochhaus und schmilzt alle Waffen ein?

Ich meine, die „keine Waffen-Hippie-Peace“-Bewegung macht eigentlich nur in einem einzigen Extremfall NULL Sinn: In einer Zombieapokalypse.

Noch nicht mal auf einer vorher sondierten, einsamen Insel hätte ich in der Zombieapokalypse meine Lebensversicherung eingeschmolzen. So zu gedröhnt kann man gar nicht sein. Es tat sich ohnehin die Frage auf, was passiert, wenn die Schmuse-Musiker mal vor die Tür müssen… so für Medikamente, Essen oder um nicht verrückt zu werden.

Und, oh Wunder, sie werden von einer Horde Zombies überrannt. Sogar angeblich von T-800-Zombies, die im Kampf jedoch plötzlich wieder ganz normale waren.

Und als unsere Kerntruppe eigentlich schon so gut wie tot ist, kommt auf die Sekunde genau und vollkommen vorhersehbar der Monstertruck über die Mauer geflogen und zermalmt alle Hirnfresser. Natürlich verschlingen die Zombies nicht erst mal gierig die hilflosen Opfer, die in 10 cm Entfernung auf dem Silbertablett liegen, sondern werfen sich lieber erst mal elangeladen vom Holzgerüst vor die Räder des tödlichen Gefährts.

Ich meine, nicht, dass ich in einer Zombiekomödie sonderlich auf Logik und stringente, ausgeklügelte Story achten würde, doch hier fühlte ich mich schon ein wenig auf den Arm genommen. Der Witz in einer Zombiekomödie lebt ja auch von dem Kontrast zwischen dem ernsten Hintergrund und der Situationskomik inmitten des Grauens. Dafür darf aber die Welt selbst nicht schon unglaubwürdig sein.

Naja, trotzdem ein weiterer amüsanter Road Trip mit den All Stars aus dem ersten Teil, nur leider ohne belohnendes Finale.

Es ist jedoch überaus wichtig zu erwähnen, dass eine der besten Szenen erst nach dem Abspann kommt, also sitzen bleiben!

Über Thilo (1804 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.

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