Filmkritik: Captain America: The Winter Soldier – Der amerikanische 007 schlägt wieder zu

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7,5 von 10 Helicarriern

Eine böse Organisation mit einem meist wahnsinnigen Oberhaupt versucht mittels eines teuflischen Plans und irgendeiner neuen technologischen Superwaffe die Welt zu verändern oder sogar zu unterjochen. Doch ein einzelner Mann, der in haarsträubenden Situationen dem Tod immer wieder von der Schippe springt, schafft es am Ende in einem kitschigen Showdown die Welt zu retten.

An was erinnert euch das?

Genau! James Bond! Mir ist gestern beim Anschauen von Captain America: The Winter Soldier klar geworden, dass Superheldenfilme die James Bond-Filme des 21. Jahrhunderts sind. Sie haben meist genau dasselbe Strickmuster, die Over the Top-Action Szenen und die vielen Augenroll-Momente, in denen der Hauptdarsteller wie durch ein Wunder überlebt. Nur dass dieser Tage die Spezialeffekte so gut und die Popkultur so mächtig geworden sind, dass Superagenten gegen Superhelden ausgetauscht wurden. Kann ich sehr gut mit leben.

Leider wird jedoch , wie mir, den meisten Zuschauern ein großes Problem des Films bzw. des gesamten Marvel-Universums bei The Winter Soldier aufgefallen sein. Seit der offiziellen Vereinigung der Superhelden im glorreichen The Avengers müsste jeder neue Marvel-Film mit einer halbwegs ernst zu nehmenden Bedrohung ein neuer Avengers-Teil sein. Da Marvel bzw. die Regisseure auch im Winter Soldier nicht müde werden, Querverweise herzustellen und andere Superhelden wie Dr. Banner oder Stark auf den Plan zu bringen, fragt man sich wo diese Herrschaften in epischen Schlachten, die das Schicksal der Welt entscheiden, gerade stecken?

Ohne jetzt zu viel zu spoilern, aber am Ende dieses Captain America-Teils geht es immerhin um die Änderung der Weltordnung und den potenziellen Tod von 20 Millionen Menschen. Wieso muss der Cap da alleine ran? Ein Anruf vom selbst im Film stark gebeutelten Nick Fury sollte doch reichen, um zumindest mal Iron Man auf den Plan zu rufen, oder? Wenn der fliegende Playboy aus narzisstischen Erwägungen nicht schon freiwillig dazu gestoßen wäre, um ein paar leicht verdiente Lorbeeren einzustreichen. Ich finde ja die Verbindung der Universen und Superhelden-Storylines toll, doch mittlerweile werden eben auch die dadurch zwangsläufig zu Tage tretenden Ungereimtheiten offensichtlich. Als Nerd kann ich dann im Kino einfach nicht anders als los zu heulen und zu fordern: „Lasst einfach den Hulk alle zusammen schlagen!“

Ok, „Nerd Rant Off“. Kommen wir mal zum eigentlichen Film.

Yep, sexy Agent Romanoff, alias Black Widow, ist glücklicherweise auch wieder dabei!

Yep, sexy Agent Romanoff, alias Black Widow, ist glücklicherweise auch wieder dabei!

Er ist auf jeden Fall deutlich besser als sein Vorgänger. Gerade am Anfang des Films geht der Cap so unheilig ab und schlägt die Leute so hart und choreografisch anmutig zu Klump, dass es für mich ohne Pause bis zum Ende hätte so weiter gehen können. Doch leider muss der Film an einigen Stellen natürlich mit Patriotismus und Herzschmerz verschiedener Art langatmig werden. Schade, sonst hätte er trotz der Tatsache, dass der Cap nicht gerade mein Lieblingsheld ist, in die Riege der besten Superheldenfilme aufsteigen können.

Was nicht heißen soll, dass der Film nicht gut ist, im Gegenteil: Nicht nur Cap-Hardcore-Fans erwartet hier bestes Popcorn-Kino bis zum Ende. Und diesmal hält sich die mystische Dummheit der Gegner des Cap auch etwas mehr in Grenzen. Zwar kommt scheinbar immer noch niemand auf die Idee dem Mann mit dem Todes-Diskus einfach mal auf die Füße zu schießen, doch die Kampfszenen wirken insgesamt glaubwürdiger und das, obwohl sie noch schneller, härter und haarsträubender sind als im ersten Teil.

Natürlich gibt es diese Momente, wo der Cap …

ACHTUNG SPOILER

… auf ein Flugzeug springt und es mit drei Würfen seines Schildes mystischer Weise zerstört, aber hey… das ist eben ein Superheldenfilm. Bei James Bond haben wir das ja damals auch nicht in Frage gestellt. Der Mann ist eben Hammer … bzw. Schild. Da haben Feinde das Nachsehen.

Der Namens-gebende Antagonist „Winter Soldier“ hat mir auch sehr gut gefallen. Leider nur bis zu dem Moment, als er die Maske abnimmt und die Background-Story offenbar wird. Optisch und inhaltlich leider von Badass zu albern imho, aber das muss jeder selbst entscheiden.

Das 3D des Films war sehr anständig, wobei es mir auch schon kaum noch auffällt. Klevere bleiben natürlich noch für die 2 Post Credits Szenen sitzen, von denen aber nur eine wirklich brauchbar ist und eine interessant Brücke zum nächsten Avengers-Film „Age of Ultron“ bildet.

Über Thilo (1670 Artikel)
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2 Kommentare zu Filmkritik: Captain America: The Winter Soldier – Der amerikanische 007 schlägt wieder zu

  1. Hast du die Erwähnung von Dr Strange mitbekommen?

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