4 Filme für die Rotznase

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Wenn man krank geschrieben ist und blutigen Rotz hustend im Bett abgammelt, kommt man endlich mal dazu ein paar Filme zu schauen. Hier 4 Kurzrezensionen von Filmen, die ich mal „ausgecheckt“ hab (Spätestens der jeweilige, dickgedruckte Höhepunkt des Films ist natürlich ein krasser Spoiler!):

City of Ember:

Ich stehe einfach auf atmosphärisch dichte Fantasy Filme, die an besonderen Orten spielen wie Legend mit seinen pollenschwangeren Wäldern oder Waterworld mit seinen schwimmenden Holzkulissen. Insofern hat Ember auch nicht enttäuscht: eine Blechstadt unter der Erde, beleuchtet von einem Meer aus gelben Glübirnen. Ansonsten hat mich das ganze mit seiner Disneyland-artigen Kinderabenteuer-Handlung nicht vom Hocker gerissen.
IMHO Höhepunkt des Films: Bürgermeister Bill Murray wird in seiner geheimen Vorratskammer von einem Riesenmaulwurf verspeisst.

Taken (96 Hours):

Erwartungsgemäß lieferte einer meiner Lieblingsregisseure, Luc Besson, solide Actionkost ab. Ein sehr spannender Thriller über einen Ex-Geheimagenten, gespielt von Qui-Gon Jinn…äh Liam Neeson, der 96 Stunden Zeit hat seine Tochter aus den Händen von Mädchenhändlern zu retten bevor sie unwiderruflich verschwunden ist. Der Gute Liam geht nicht zimperlich vor bei der Recherche. Äußerst amüsant für Liebhaber von knackig in Szene gesetzter Gewalt ohne viel Schnörkel.
IMHO Höhepunkt des Films: Liam schießt beim Abendessen der Frau seines Freundes in den Arm, um die Dringlichkeit seiner Mission zu unterstreichen.

Kickass:

Hatte mir von dem Möchtegern-Superhelden Flick was mehr erwartet. Klar hatte der viele lustige Szenen und Sprüche, doch wusste ich bis zum Ende nicht genau, ob sich der Film selbst ernst nimmt oder nicht. Die Teeny Komödie um den Lutscher-Helden Kickass und das Rache Drama um Big Daddy und sein Hitgirl wollten sich für mich nicht zu einer runden Suppe vereinen.
IMHO Höhepunkt(e) des Films: Jedes Gemetzel, in das Hitgirl involviert ist. Die Intensität dieser Kämpfe hat mich an die aus Watchmen erinnert. Übrigends würde es das kleine, minderjährige Mädchen mit allen Helden von Watchmen gleichzeitig aufnehmen…ne is klar…

Dorian Gray:

Erst kürzlich habe ich in Dublin beim Geburtshaus von Oscar Wilde der Statue des Schriftstellers die kalten Steinfüße geküsst. Dies mag ein Grund sein, warum ich an keiner Verfilmung eines Werkes von Wilde vorbei komme, schon gar nicht, wenn es um das übergeniale „Picture of Dorian Gray“ geht. Die Rollen von Lord Henry, Schönling Dorian und Künstler Basil sind auch sehr ansehnlich gecastet. Doch leider hält sich der Film an einigen wichtigen Stellen nicht ans Buch und gefällt sich zu sehr in der Darstellung und Glorifizierung des Makabren. Man bekommt jede Menge heterosexuelles und homosexuelles Fleisch präsentiert, gekrönt von einem überdrehten CGI-Gemälde des dämonischen Dorian, welches aus unerfindlichen Gründen asthmatisch stöhnen und albern abkrampfen muss. Dazu wurden noch die bekanntesten Oscar Wilde Zitate Lord Henry in den Mund gelegt, als ob die Literaturvorlage nicht genug brilliante Philosophien enthalten würde.
IMHO Höhepunkt des reißerischen Films: Dorian vögelt eine junge Frau auf einer Party und bringt sofort danach die aufgebrachte Mutter durch ein weiteres Nümmerchen zum Schweigen.

Über Thilo (1143 Artikel)
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