Der neue Ghostbusters ist nicht so kacke wie die Telekom

Ich hatte ja vor einigen Posts erzählt, dass ich umgezogen bin, damit ich mein Mini-Me durch mehr und größere Räume jagen kann. Dazu wurde auch der Umzug des Internetanschlusses nötig. Die Cyberdine Cyborgs von Unitymedia hätten mir im neuen Haus eine 500-MBit-Leitung freischalten können. Doch um den Hassle bei Vertragswechsel etc. zu umgehen, blieb ich der Telekom treu, die meinen neuen Anschluss von 25-MBit auf atemberaubende setz-besser-Deinen-Helm-auf-50-MBit aufwerten konnten. Immerhin ein Zehntel der Unitymedia Leistung für meinen Ort hier. Naja, was solls.

Zu meiner schäumenden Empörung musste ich jedoch feststellen, dass der neue Receiver nun nicht mehr die Möglichkeit besaß den Sinn meines jämmerlichen Daseins, das gute alte Netflix, zu empfangen. Als ich jedoch den alten Receiver wieder anschließen wollte, um die Netflix-Falle zu umgehen, sagte mir das Gerät so etwas wie „ÄTSCH, Du hast schon mal das neue Gerät angeschlossen, es gibt jetzt kein Zurück mehr. Ätsch. Schade. Ätsch.“

Noch schäumender vor Wut beschwerte ich mich sofort beim Kundenservice der Telekom und merke an, dass es ja wohl nicht sein könne, dass ich bei der Aufwertung meines Anschlusses bei einem NEUEREN Gerät bei der Programmauswahl RÜCKSCHRITTE mache. Eine Beraterin sagte mir daraufhin, dass es ihnen sehr leid täte und dass Netflix VERMUTLICH in der zweiten Hälfte von 2017 nachgerüstet werden würde. Aber da man ja wolle, dass ich zufrieden sei, würde man mir in den nächsten Tagen als Entschädigung einen Gutschein-Code zuschicken, damit ich mir, Zitat: „Mal was gönnen könnte.“ Meine Geschenketräume im mindestens dreistelligen Bereich entpuppten sich jedoch als Gutschein in variabler Höhe von ca. 25€. Damit kann ich mir beim eingebauten Video on Demand-Service ganze 3 Filme ausleihen.

YOU HAVE TO BE FUCKING KIDDING ME, TELEKOM!

Mindestens 6 Monate kein Netflix schauen zu können, wurde mir nun also mit 3 Videofilmen abgegolten. Wtf.

Und so habt ihr nun die wunderliche Vorgeschichte erfahren, wie es dazu kam, dass ich mir doch noch den neuen Weiber-Ghostbusters reingezogen habe.

Ghostbusters – Witzige Weiber, wenig Wunder

6 von 10 männlichen Vorzimmerdamen

Die größte Stärke dieses Remakes mit weiblicher Besetzung ist tatsächlich der gesamte Cast. Die Frauen sind allesamt einzigartig, charmant und witzig. Am besten gefallen hat mir Dr. Erin Gilbert (Kristen Wiig), die hemmungslos hirnlose Schönlinge-anschmachtende Möchtegern-Dozentin; nur noch getoppt von Dr. Jillian Holtzmann (Kate McKinnon), der kumpelhaften und nah am Wahnsinn gebauten Ausnahme-Erfinderin.

Doch als wären die geisterjagenden Damen nicht schon Klamauk genug, gesellt sich noch Chris Hemsworth als unterbelichteter Vorzimmermann, Kevin Beckman, zur Crew. Dieser Schönling ohne messbaren IQ ist tatsächlich derart simpel gestrickt, dass er beim Gehen häufig an Hindernissen hängen bleibt und noch nicht mal die Fähigkeit „Telefonieren“ auf seinen Lebenslauf schreiben kann. Ich musste lachen.

Doch leider scheint der Film ansonsten nur eine einzige große Verbeugung vor dem um Längen besseren Original aus 1984 zu sein. Das fängt bei den Gastauftritten aller alten Ghostbusters an, setzt sich bei der Verwendung beliebter Monster wie des Slimers fort, und endet in einem Finale, welches dem riesigen Marshmallow-Mann einfach viel zu ähnlich ist. Das ist besonders frappierend, wenn dieser auch noch eine Szene zuvor eine Hommage in Form eines gigantischen Marshmallow-Mann-Luftballons spendiert bekommen hat. Wirklich schade! Zwar gibt es ein paar unterhaltsame Neuerungen, wie das durch Holtzmann deutlich erweiterte Waffenarsenal der Geisterjäger, wie den Geister-Schredder, doch insgesamt begibt sich der Film auf zu wenig Neuland. Etwas mehr Mut zu einer neuen Storyline und weniger Verbeugung vor dem Original hätte dem Film sehr gut getan.

Das wirkt leider so, als wären die Frauen noch nicht emanzipiert oder gleichberechtigt genug, um einen Film komplett für sich beanspruchen zu dürfen. Beinahe sinnbildlich versucht sich das Frauen Ensemble zu Beginn des Films im traditionellen Headquarters der alten Ghostbusters einzumieten, können sich aber „die Miete noch nicht leisten“. Scheinbar müssen sich die Damen die Berechtigung erst verdienen in gewisse Fußstapfen treten zu dürfen. Wie gesagt, im Zeitalter von Rey, Jyn Erso und anderen starken Frauen, halte ich so viel Zurückhaltung für nicht förderlich; besonders, wenn ein Film darunter erdrückt wird wie unter einem Korsett. Hier wurde zu viel Fanservice auf Kosten eines erfrischenden Ghostbusters-Films veranstaltet.

Versteht mich nicht falsch: Der Film ist durchaus sehenswert, weil er einen liebenswerten Cast hat und mich einige Male zum Lachen gebracht hat. Aber als neuer Ghostbusters-Film, der auch für sich alleine stehen will, war er mir nicht gut genug.

Eine Nach-Credits-Szene, in der ein gewisser Torwächter erwähnt wird, lässt auf einen zweiten Teil schließen, der dann hoffentlich neben Zuul auch mehr eigene Inhalte zu bieten hat.

FAZIT: Frauenpower! Und nicht Telekom-Kunde werden!

Über Thilo (1143 Artikel)
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