Filmkritik: Iron Sky, Tribute von Panem und Men in Black 3

Es ist mal wieder so weit: Ich habe einige Filme gesehen, jedoch bedauerlicher Weise einfach nicht die Zeit, jedem Werk eine eigene Rezension zu spendieren.

Obwohl besonders der Nazi-Trash eine verdient hätte. Aber lange Rede kurzer Sinn, ich will wenigstens 3 Mal kurz meinen Senf absondern. Vielleicht langt es dem einen oder anderen Gelegenheitsleser, um sich ein grobes Bild zu machen.

Iron Sky

7 von 10 Reichsflugscheiben

Iron Sky ist eine finnisch-deutsch-australische Nazi Trash Komödie, in der sinniger Weise die deutschen Julia Dietze, Christopher Kirby und Götz Otto die Hauptrollen spielen. Der Film nimmt Bezug auf den verbreiteten Mythos der von Deutschland während des Zweiten Weltkriegs als vermeintliche Wunderwaffen entwickelten „Reichsflugscheiben“. Allerdings spinnt er die Idee wahnwitzig und vergnüglich weiter und geht davon aus, dass auf der dunklen Seite des Mondes tatsächlich noch Nazis überlebt haben und eine Ufo-Invasion zur Erde vorbereiten.

Der Film ist mit, eigentlich für Blockbuster bescheidenen, 7.5 Millionen Euro Gesamtbudget vermutlich einer der teuersten Trashfilme überhaupt. Angeblich wurden allein 900.000 Euro durch Crowdfunding organisiert, was wieder mal schön verdeutlicht, was Fans wirklich sehen wollen: Gute und gerne auch groteske Unterhaltung, um dem schmerzhaft gewöhnlichen Alltag zu entfliehen. Und genau das schafft der Film auch; er amüsiert mit vielen Lachern rund um die gängigsten Nazi-Klischees und teilt dabei auch kräftig mit schmetternden Seitenhieben auf Außenpolitik und Wahlkampf der USA aus. Kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber auf jeden Fall sehenswert und pures Trash-Amüsement.

Tribute von Panem

6 von 10 Todes-Teens

Ich hatte noch nie zuvor von den “Hunger Games” gehört. In der Romanreihe, wie auch im Film, wird eine dystopische Zukunft portraitiert, in der es nur zwei Bevölkerungsschichten gibt: Die dekadente und amoralische Oberschicht, sowie die in bäuerlichen Verhältnissen lebende Landbevölkerung. Um einen Putschversuch zu bestrafen und der Obrigkeit Tribut zu zollen, werden jedes Jahr die brutalen Hungerspiele veranstaltet, für welche jeder Distrikt Kandidaten auslosen muss. Auf diese Weise gelangt die Jägerin und Bogenschützin Katniss Everdeen aus Distrikt 12 zu den Gladiatorenspielen, bei denen sich die Jugendlichen gegenseitig töten müssen. Der Sieger kommt mit Leben und Essen für seinen Distrikt nach Hause.

Das Konzept erinnert natürlich stark an Running Man und andere asiatische Streifen wie Battle Royal und ist nicht weniger blutig in Szene gesetzt. Da ich die Bücher nicht gelesen habe, kann ich natürlich nicht sagen, ob der Film gut besetzt ist. Aber Woody Harrelson als Mentor und Lenny Cravitz als homosexuell anmutenden Ausstatter agieren zu sehen, war definitiv unterhaltsam. Überhaupt liegt die große Stärke des Films in den Schauspielkünsten seiner Darsteller, die ich alle insgesamt recht glaubwürdig und gut in Szene gesetzt fand. Am Ende deuchte es mir als altem Anglisten sogar ein wenig verzerrt Shakespeare-haft, während mein bester Kumpel nur verächtlich schnaufte. Inhaltlich hat der Film in Hinsicht auf Logik und Glaubwürdigkeit im Rahmen eines Todesturniers allerdings so seine Schwächen.

Men in Black 3

6 von 10 albernen Aliens

Kindheitserinnerungen kommen hoch, so weit liegen die letzten beiden Men in Black-Teile schon zurück. Und wie schon in den vorangegangenen Teilen, ist die Titelmusik (diesmal Back in Time von Pitbull) auch bei MIB3 im Prinzip das Beste am Film. Natürlich macht der Film auch optisch Spaß und die vielen skurrilen Außerirdischen und Freaks lassen keine Langeweile aufkommen. Aber so wirklich viel Neues hat MIB3 auch nicht zu bieten. Im Gegenteil, MIB3 macht was jeder Science Fiction-Mehrteiler irgendwann macht, wenn neue Ideen Mangelware sind: Das Zeitreise-Thema wird abgehandelt. Auch wenn es lustig ist den Partner von Agent J, alias Will Smith, in jüngerer Fassung zu sehen, also den zerknautschten Tommy Lee Jones ausgetauscht durch kesse Locke Josh Brolin, wurde auch hier mein Zeitreisen-Geduldsfaden in Hinsicht auf Logik mit der Heckenschere bearbeitet. Trotz allem hat der Film seine witzigen Momente, die jedoch nicht unbedingt einen Kinobesuch zwingend notwendig machen. Ein DVD- (Bluray-) Nachmittag tuts auch.

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2 Kommentare zu Filmkritik: Iron Sky, Tribute von Panem und Men in Black 3

  1. Dass die „Panem“-Verfilmung „nicht weniger blutig in Szene gesetzt“ sein soll als das Original „Battle Royale“, ist ja wohl ein Witz! In diesem Film gibt es zahlreiche splattermäßige Blutfontänen, und es geht ziemlich krass zur Sache. „Panem“ ist im Vergleich dazu absolut harmlose Kinderkacke.

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