Sherlock Holmes Review

sherlock holmes Der neue Film Sherlock Holmes von Guy „Ritchie Rich“ hat außer dem Namen nichts mit Arthur Conan Doyles Pfeife rauchenden Neunmalklug zu tun. Aber wenn man sich mal dazu durchgerungen hat, einmal nicht der Literaturverfilmungs-Fanatiker zu sein, hat man es mit einem recht unterhaltsamen Blockbuster mit „Detektiv-Flavour“ zu tun. Ritchie portraitiert Holmes als durchgeknallten Wissenschaftler-Detektiv-Söldner und Watson als spielsüchtigen Arzt, welcher sich mit einem Hang zum Makabren ausgestattet kein Abenteuer seines herum spionierenden Freundes entgehen lässt. Die beiden schießen, boxen und „swashbuckeln“ sich von Schauplatz zu Schauplatz, dass man kurzzeitig einen faden Beigeschmack à la Van Helsing bekommen könnte. Dieser bleibt jedoch auf Grund der stimmigen Gesamtatmosphäre glücklicher Weise in den Geschmacksknospen hängen. Dieser Umstand ist besonders der fabelhaften und schwungvollen Musikuntermalung zu verdanken, welche im Zusammenspiel mit dem Graustich des Films dem dreckigen London des späten 19. Jh. eine eigenwillige Atmosphäre verleiht – im positiven Sinne. Besonders gut gefallen hat mir der gekonnte Einsatz von Vorausschau und Rückblende in Hinsicht auf Holmes’ logisch-pragmatische Denkweise: Bei einem Kampf beispielsweise analysiert er in Sekundenbruchteilen die Schwachpunkte des Gegenübers und geht den Kampf im Kopf einmal komplett durch. Überflüssig zu erwähnen, dass seine „Trefferquote“ dabei 100% beträgt. Diese übertriebene Darstellung von Sherlock’s genialer Beobachtungsgabe fügt sich gut in diesen unterhaltsamen Action-Flick ein, ohne dass man das Gefühl hat den Mann bei den Xmen anmelden zu müssen. Der Villain des Films ist eine Art düsterer Necromancer, der mich streckenweise glauben ließ in einem Dungeons & Dragons-Film gelandet zu sein. Zu guter letzt hat Richie noch daran gedacht die beiden Protagonisten mit weiblichen Romanzen auszustatten, damit sein Männerduo über jeden Vorwurf der homoerotischen Untertöne erhaben ist. Fazit: Liebhaber der Bücher werden sicherlich leicht angesäuert den Vorführraum verlassen, allen Liebhabern von gutem Popcornkino kann ich den Streifen jedoch empfehlen. Der Wertung von Rotten Tomatoes würde ich mich anschließen: Nicht herausragend aber solide.

Über Thilo (1800 Artikel)
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