Supernatural Staffel 8 – Meet Avengers Sam and Dean

In der ersten Staffel war Supernatural noch eine wunderbare „Monster of the Week“-Show, so ähnlich wie seinerzeit die X-Files. Da ging es einfach um zwei endharte Tyen in coolen Lederjacken, die mit einem schwarzen Impala Monster gejagt und davor, währenddessen und danach ein Bier gezischt haben. So ein Konzept ist awesome und benötigt nichts weiter, um mich auf die nächste Folge hinfiebern zu lassen.

Doch was ist in den letzten 7 Staffeln passiert? Leider genau das, was allen Serien passiert, deren Produzenten nie mit einem so großen Erfolg gerechnet und ergo auch nie so weit in die Zukunft geplant hatten: Es wird irgendeine epische Rahmenhandlung gesponnen, die alles zusammenhalten soll. Leider ist jedes Mal wieder am Ende einer weiteren Staffel der Höhepunkt überschritten, das Ende der Welt abgewendet und man kann eigentlich kaum noch einen drauf setzen. Muss man aber. Weil die Leute mehr wollen. Und das gibt Kohle.

Dementsprechend ist die Serie immer abgedrehter geworden und mittelerweile war irgenwie jeder Winchester schon mal in der Hölle. Die Logik bleibt dabei leider immer komplett auf der Strecke. Da die Zeit in der Hölle schneller vergeht, als auf der Erde, hat Sam mal eine vergleichsweise kurze Zeit als Lonewolf das Gelände unsicher gemacht, während Dean gleichzeitig moderate 40 Jahre in der Hölle gefoltert wurde.
Was machen also zwei Brüder, wenn sie sich dann endlich wieder in den Armen halten? Genau, einfach ein Bier zusammen trinken und alles ist wieder knorke. Später wird Sam mit Satan zusammen in der Hölle eingesperrt, allerdings nicht entfernt so lange wie Dean. Er hat jedoch danach eine schwere Psychose und glaubt überall den Teufel in personam zu sehen.
Wie passt das zusammen? Dean kommt nach 40 Jahren Höllenpein locker klar und Sam dreht am Rad. Ne, is klar. Aber noch viel schlimmer: Wenn sich die beiden gegenseitig aus der Hölle wieder befreien konnten, was hindert sie ZUM TEUFEL NOCH MAL daran ihren Vater auch zu befreien? WTF?

Der hat sich ja nur für sie geopfert… und ist in Höllenzeit gerechnet jetzt schon ca. 80 Milliarden Jahre auf dem Bratspieß. Nett, dass die 2 Jungs mit dem Gewissen leben können. Besonders, weil sie SELBST IN DER HÖLLE WAREN und wissen, dass das kein Ponyhof ist!

Seufz

Aber ich habe aufgehört mich darüber aufzuregen und die Staffeln einfach trotzdem weiter geschaut. Weil Dean immer mal wieder einen lustigen Spruch reisst. Und weil … man eben manchmal Langeweile hat.

Mittlerweile haben die beiden Winchesters schon „all kinds of crazy“ erlebt. Sie haben Götter getroffen, sind durch die Zeit gereist und haben in ihrer eigenen TV Sendung die Hauptdarsteller gespielt. Demenstrechend fängt auch die 8. Staffel Supernatural wieder recht „speziell“ an:

Nachdem in Staffel 7 die „eigentlich“ unbesiegbaren Leviathane besiegt wurden, ist Dean leider im Eifer des Gefechts im Fegefeuer gelandet. Natürlich. Irgendein Winchester muss am Ende einer Staffel ja immer in eine grauenvolle Dimension gesaugt werden. Standard. Warum das Fegefeuer jedoch eher den ewigen Jagdgründen ähnelt und man ständig um sein Leben rennen und kämpfen muss, entzieht sich jedoch mal wieder meinem Verständnis der Mythologie. Ein Jahr im Fegefeuer ist jedoch selbstredend für den alten „Hell Hopper“ Dean kein Thema und schnell vergessen, so dass die beiden Brüder schon wieder vereint und on Tour sind. Zusammen mit dem Propheten wollen sie nun versuchen die Tore zur Hölle für immer zu verschließen. Dafür besuchen sie – Achtung, jetzt kütt et – eine Versteigerung des Gottes Pluto, der die Schrifttafel gestohlen hat, auf der das dazu notwendige Ritual beschrieben steht. Natürlich bieten bei der Aktion nicht nur die Winchesters mit, sondern auch andere übernatürliche Wesen, einschließlich Crowley. Es werden jede Menge Dinge geboten, mit denen die Winchesters nicht wirklich mithalten können: Seelen, ein paar Tonnen Zwergengold, fünf Achtel einer Jungfrau und Dämonenfürst Crowley bietet sogar den Mond.

Naja, lange Rede, kurzer Sinn, natürlich eskaliert mal wieder alles, Pluto und seine Handlanger werden getötet und Crowley entkommt mit der Tafel. Doch irgendwie schafft es Sam noch eins der Artefakte aus den Vitrinen in seinen Besitz zu bringen: Thors Hammer!

Damit baut er sich zunächst angewidert vor dem Typen auf, der zuvor die fünf Achtel einer Jungfrau in einem blutigen Sack geboten hatte. „Wo bitte hast Du fünf Achtel einer Jungfrau her?“ fragt Sam, wartet jedoch keine Antwort ab, sondern streckt den Mann unter züngelnden Blitzen mit Thors Hammer nieder.

BÄM! Einfach so. Ich meine wie lächerlich, aber auch gleichzeitig so GEIL ist das denn? Läuft Sam jetzt den Rest der Staffel mit Thors Hammer rum?

Ich muss schon sagen, von der einstigen Monster of the Week-Horror-Mystery-Serie Supernatural ist micht mehr viel übrig. Alles ist jetzt irgendwie… „buffynized“, nenne ich es mal. Aber irgendwie ist das ja auch ganz witzig so. Wahrscheinlich könnte ich mir mittlerweile sogar Buffy anschauen ohne zu kotzen. Wobei, jetzt nicht übertreiben…

Bin einfach mal gespannt wie es weiter geht und wieviele Winchesters am Ende der Staffel wieder bis zum Hals in der dampfenden Scheisse einer anderen Existenzebene stecken…

Über Thilo (1143 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.