Von Horroraquarien und knopfäugigen Jungtriopsen

Wasser ist toll. Ich meine jetzt nicht nur, um es zu trinken oder per Supersoaker der nichtsahnenden Freundin zu verabreichen, sondern als Lebensraum betrachtet. Während die Curiosity für uns auf dem Mars rumeiert, um Spuren von Wasser oder anderem Leben zu finden, prasselt hier gerade literweise der unentbehrlichen Lebensgrundlage gegen mein Dachfenster und inspiriert mich zu diesem Post.

Wenn man sich überlegt, dass über 70% der Erde mit Wasser bedeckt sind, kommt man nicht umhin diesem gewaltigen Element Respekt zu sollen. Durch die Gezeiten können Riesenwellen ganze Landstriche einebnen und Niederschläge Berge und Hänge in lebensgefährliche Sturzbäche und Schlammlawinen verwandeln. Doch so richtig aufregend und umheimlich wird es erst, wenn der Mensch – im wahrsten Sinne des Wortes – versucht in die tiefsten Geheimnisse der Ozeane vorzudringen. Anfänglich schwimmen da vielleicht nur ein paar lustige Seepferdchen den Tauchern um die Nase, doch mit zunehmendem Wasserdruck und erschwerten Lebensbedienungen in der Tiefe, werden auch die „Tierchen“ ein wenig robuster, größer und gefährlicher. Genug Filme wie Leviathan spielen mit diesem vergnüglichen Horror und der Vorstellung, welche Monster in den Tiefen der Meere hausen könnten. Doch es reichen auch schon weit aus kleinere Fischis, um ein paar hilflos umher rudernden Menschlein das Lebenslicht auszupusten.

Um diese Tatsache zu unterstreichen haben scheinbar die leicht morbide veranlagten Zoogeschäft-Betreiber bei uns um die Ecke ein grinsendes Skelett ins Piranha-Becken gelegt. Davor hängt ein Schild mit Fütterungszeiten. Bei Betrachtung von Skeletor und den wachsam umher schwimmenden Piranhas habe ich mich gefragt, ob ich wohl das Namensschildchen eines unglücklichen Mitarbeiters am Grund des Aquariums entdecken würde. Interessanter Weise waren auch in anderen Aquarien Skelette als beliebtes Stilmittel zu finden und ich machte mich darauf gefasst auch eins im Kaninchenstall zu emtdecken. Mit den Viechern ist ja ebenfalls nicht zu spaßen, wie wir seit Ritter der Kokosnuss wissen…

Fische und Wasserviecher scheinen in letzter Zeit – zumindest in meinem Freundes- und Bekanntenkreis – der letzte Schrei zu sein. Auf der Arbeit erzählen mir Kolleginnen von ihren Wasserschildkröten, während sich ein Freund mit seinem Do it yourself-Triops-Kit und einem maximal zugemoosten Trübarium zum Orgasmus züchtet.

Was geht ab? Und will ich vielleicht auch sowas haben:


Ist der T-Rex da auch schon dabei oder muss man den extra züchten? Wird sicher ganz schön teuer, wenn man für den ein separates Terrarium anlegen muss…

Wie mir besagter Trübarium-Besitzer, Dariusz, mit einem Bild bewiesen hat, kann man aber scheinbar ohne große Vorkenntnisse, dafür aber mit einer Wagenladung Engelsgeduld (nicht zu verwechseln mit EGELS-Geduld) Urzeitkrebse züchten. Oder zumindest was kleines, Niedliches mit Knopfaugen, was so ähnlich aussieht:

Schon ganz süß, Mr. D, aber laut Wikipedia müssen die Viecher so aussehen:

Vielleicht musst Du einfach mal ein anständiges Schnitzel ins Becken gleiten lassen? Oder ein Snickers? Sind die Krebslein Vegetarier? Ich will auch so einen Tank mit kleinen Beweisen des Lebens. Und dann schön in der Pfanne mit Butter anbraten. Kidding, dafür sind sie zu drollig.

Über Thilo (1163 Artikel)
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