Warum ich neulich das sechste Mal alle 10 Staffeln Friends durchgenerdet habe

ross in friends

Nein, nicht weil mir die allerletzte Sicherung rausgeflogen ist. Es kann übrigens auch sein, dass es schon der 7. Marathon war. Ich bin mir nach so viel Dröhnung nicht mehr ganz sicher. Bei insgesamt 236 Episoden mit einer Länge von jeweils etwa 22 Minuten, habe ich damit, wenn wir mal von sechs Mal ausgehen, geschmeidige 31.152 Minuten, sprich über 519 Stunden Friends geschaut. Diverse Shows drum herum und Bonusmaterial nicht mitgerechnet.

Das ist ja grauenvoll! Thilo, was ist nur los mit Dir? Haben Dir außerirdische Hirnschnecken den Neocortex weg gemampft? Brauchst Du Hilfe? Gibt es ein Spendenkonto?

Ja, das gibt es. Aber darum geht es jetzt nicht. Ihr könnt ganz beruhigt sein, mir geht es prächtig. Der Grund, warum Friends die einzige „nicht Fantasy-Serie“ ist, die mich immer und immer wieder begeistern kann, ist, weil die Show…

SO VERDAMMT GUT IST.

Allerdings nur auf Englisch. Wirklich. Die deutschen Synchronstimmen machen alles kaputt. Das ist auch der Grund, warum ich der Serie erst keine Beachtung schenkte, als ich vor Jahren das erste Mal in eine deutsche Folge reinschnuppern sollte. Aber im Original ist der Humor königlich. Überflüssig zu erwähnen, dass ich mittlerweile fast alle Folgen lippensynchron mitsprechen kann. Ein Schande, dass es Wetten, dass..? nicht mehr gibt, denn die Krone des Wettkönigs hätte ich mir für das Zitieren von Friends-Zitaten gerne noch ins Regal gelegt. Ne, um Himmels Willen, Gott sei Dank wurde der langweilige Scheiß endlich abgesägt. Wetten, dass..? war eine Show für eine andere Zeit. Heutzutage sind einfach andere Formate zeitgemäßer.

Und genau an der Stelle weiß Friends auch zu überzeugen. Die „Alltags-Abenteuer“ von Rachel, Monica, Phoebe, Joey, Chandler und Ross sind einfach zeitlos. Ihr Wünsche, Träume und teilweise absurden Lebenssituationen sind alle so verdammt nachvollziehbar und urkomisch zugleich. Das könnte ich mir bis in alle Ewigkeiten anschauen. Was allerdings in erster Linie am perfekten Cast der Serie liegt. Jeder der sechs Freunde (Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, Matthew Perry und David Schwimmer) wächst einem früher oder später ungemein ans Herz. Auch oder gerade weil viele ihrer Rollen teilweise ein wenig überzeichnet sind. Nicht „How I met your Mother-Barney Stinson-überzeichnet“, aber teilweise schon mehr als charakterisierend. Manchmal würden Heuballen auf der ganzen Welt indigniert in Flammen aufgehen, wenn man Joe mal wieder als strohdoof bezeichnet.

Aber jeder Charakter hat seine unglaublich witzigen Momente. Auch wenn die Männer meiner Meinung nach das Schwergewicht in Sachen Comedy darstellen. Dafür sehen die Frauen unglaublich gut aus. Andersrum wäre mir nicht lieber.

Die meisten, die Friends kennen, werden nun rufen „ja, und von der männlichen Besetzung, hat Chandler die Krone verdient!“ Vermutlich stimmt das auch. After all, „fun is all he has.“

Doch trotzdem hat für mich Scheidungskönig und Dino-Lover Ross den Archaeopteryx abgeschossen. Seine Mimik und seine emotionalen Ausbrüche bringen mich immer noch am meisten zum Lachen. Und darum möchte ich ihm einen kleinen Ausschnitt in diesem Artikel widmen, der aus der Folge „The one where Ross is fine“ stammt. In der Szene entdeckt Ross, dass sein Highschool Sweetheart Rachel nun mit seinem besten Freund Joey liiert ist. Seine Bemühungen „erwachsen“ mit der Situation umzugehen, scheitern auf äußerst unterhaltsame Weise.

Friends - The one where Ross is fine

Ich kann nicht mehr. Hier bei uns ist es zum Running Gag geworden diesen spanischen Flamenco-Move von Ross zu Machen und dabei „Margeritas!“ zu rufen, wenn irgendetwas ganz und gar nicht ok ist.

Was bleibt mir noch zu sagen? Auch wenn Battlestar Galactica, Game of Thrones und Rome meine liebsten Serien aller Zeiten sind, so werden sie auf dem Siegertreppchen doch für immer eine halbe Stufe unter Friends stehen. Einfach weil keine Serie jemals an diesen gute-Laune-Vibe heran reichen wird.

Eine SCHANDE, dass der Friends-Kinofilm nie zu Stande gekommen ist. Aber anstatt jetzt zu heulen, schaue ich mir lieber noch mal an wie Vergangenheits-Monica in ihrer Fat Suit tanzt. Ahhh, feeling better already.

Über Thilo (1163 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.