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Wieso ist The End of Oak Street FSK12?

© Warner Bros. Pictures

9 von 10 haarigen Sauriern

Ok, I guess, I fucked up.

Das war “Bad parenting”.

*Schwitzender Smiley*

Nach dem Trailer dachte ich, dass es sich bei The End of Oak Street um einen ulkigen Mystery-Film handelt, bei dem irgendwann auch ein paar Saurier auftauchen.

Wie gruselig konnte das bei einer FSK12-Bewertung schon werden?

Berühmte letzte Worte…

Als ich mit meinem “so gut wie 12 Jahre-alten” Sohn im Kinosessel platznahm, hatte ich keinen knallharten, verstörenden Survival-Thriller erwartet, bei dem Anne Hathaway, Ewan McGregor und deren Kinder die meiste Zeit bluten, schreien und um ihr Leben rennen…

Ich war überrascht.

Mein Sohn… auch.

Und das fing schon bei den Trailern vor dem Film an.

Plötzlich grinste uns da eine Horrorfrau an, die wie eine Spinne mit verdrehten Gliedmaßen unter dem Küchentisch hing.

In der Dunkelheit hörte ich die Stimme meines Thronfolgers: “Papa, was ist das?”

Eine gute Frage!

Wieso, zur HÖLLE, dürfen vor einem FSK12-Streifen Horrorfilme wie Other Mommy beworben werden?

Später zu Hause lieferte mir ChatGPT die Antwort: durch einen Marketing-“Trick”.

Es werden extra neue Trailer zusammengeschnitten, die geringfügig weniger verstörend sind als die Originaltrailer und geradeso als FSK12 durchgewunken werden. Was natürlich GAR NICHTS bringt! Die unheimliche Atmosphäre eines Horrorfilms ist nach wie vor gegeben und für Kinder verstörend. Und wer dachte “Diese zweite Mommy, die wie ein Dämon unter dem Tisch klebt und das traumatisierte Kind angrinst, ist komplett harmlos und Blümchenwiese”, sollte vielleicht mal eine Therapie versuchen…

Glücklicherweise wendete mein Sohn schon freiwillig den Blick ab, als danach allen Zwölfjährigen auch noch Resident Evil ans Herz gelegt wurde.

WTF!?

Aber vielleicht wurden diese Trailer auch nur gewählt, um das Publikum abzuhärten und auf das vorzubereiten, was noch kommen würde.

Zu meiner Verteidigung: Im Urlaub haben wir mit Mini-Me ein paar der Jurassic Park-Filme geguckt.

Auf randalierende Saurier, die sich ab und an auch mal einen Menschen-Snack gönnen, kam das Nervenkostüm meines Sohnes also ganz gut klar.

Aber…

Jurassic Park ist KINDERGARTEN gegen The End of Oak Street

© Warner Bros. Pictures

Was natürlich eigentlich großartig ist!

Ich wurde verdammt gut unterhalten von diesem psychologisch dichten Dino-Thriller.

Er ist bestens geeignet, um seine Zuschauer mit intensiver Atmosphäre und krassen Schockeffekten durchzuhobeln.

Nur ist das eben nichts für 12-Jährige…

Vielleicht hatte ich auch einen weniger heftigen Trip erwartet, weil ich immer noch Denton: Verloren im Multiversum, einem sehr unterhaltsamen Groschenroman von Jürgen Höreth, im Hinterkopf hatte.

Der Autor hat das Thema zwar spannend und actiongeladen, aber auch humoristisch behandelt.

(An dieser Stelle nochmal die Frage, ob Jürgen Höreth mittlerweile Tantiemen eingeklagt hat, an einem Drehbuch, das irgendwie sehr deckungsgleich zu seiner Story ist…)

Naja, mein Sohn hats überlebt und Papa wurde sehr gut unterhalten.

Endlich wurden Saurier mal so dargestellt, wie sie vermutlich wirklich wären, wenn sie auf Menschen träfen: Nicht nur mit Federn und Fell (falls das immer noch der neuste Stand der Wissenschaft ist), sondern vor allem FUCKING DANGEROUS!

Am Ende der Oak Street schleichen sich keine verblödeten Dino-Romantiker an 20-Tonnen-Monster heran, um endlich mal ein Brontosaurier-Bein zu streicheln. Hier gibt es keine Raptoren-Flüsterer und auch keine Daredevil, die glauben, in einer Saurier-Stampede mitlaufen zu können.

Nein, in The End of Oak Street ist ein Saurier das, was in Jaws der weiße Hai ist: ein Vieh, dem man nicht begegnen möchte.

Aber es geht nicht nur um blutrünstige Monster und eine Familie, die sich in ihrem eigenen Haus verbarrikadieren muss.

Die Story wird von den Emotionen einer ganz gewöhnlichen Familie aus den 80ern getragen, die ihre Freuden aber auch ihre Probleme haben.

Besonders das Ende des Films hat mir echt gut gefallen, vor allem, weil es eine recht sinistre Implikation hatte, die man sich als Filmemacher erstmal trauen muss.

Ich will hier aber nichts spoilern.

Geht einfach und schaut diesen überraschend spannenden und unterhaltsamen Film – NUR LASST EURE ZWÖLFJÄHRIGEN ZU HAUSE! 😉

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