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Filmkritik: Frozen – Warum wir alle mal loslassen sollten

frozen die eiskönigin

8 von 10 Eiskristallen

Kennt ihr das auch? An Sonntagen ist man immer so verkatert … also auch ohne dass man am Vorabend Alkohol getrunken hat. Das liegt einfach an der Faulheits-Aura von Sonntagen, wo wir ja schon im Sinne der biblischen Schöpfung ruhen sollten.

In dieser geistigen Verfassung bin ich meistens bereit für etwas leichtere Geistige Kost. Da darf es dann auch schon mal ein Disney Film sein wie Frozen, oder wie er im Deutschen heißt, Die Eiskönigin – völlig unverfroren.

Im Grunde sind alle Disneys Filme ja nichts anderes als animierte Rosamunde Pilcher-Romane. Da bekommt man immer wieder dasselbe kindgerechte Heile Welt-Strickmuster vorgesetzt: Es gibt diesen einen Typen, auf den die weibliche Hauptrolle total abfährt, der sich jedoch im Verlauf der Handlung auf irgend eine Weise als der falsche herausstellt. Entweder weil er besser als Freund zu gebrauchen ist oder plötzlich seine Schurken-Qualitäten offenbart. Aber Gott sei Dank taucht ja irgendwann der „Second Love Interest“ auf, der dann ganz im Sinne einer guten Shakespeare-Komödie am Ende geheiratet werden kann – und das, obwohl der doch zunächst so rebellisch, selbstverliebt und raubeinig wirkte… tststs …

schnee Monster

Aber genau an der Stelle hören dann glücklicher Weise auch die Parallelen zu Schnulz-Romanen auf. Denn bei Rosamunde Pilcher werden meines Wissens keine ungeliebten Zeitgenossen von Schneemonstern brachial in den Boden gestampft.

Und genau deshalb mag ich Disney Filme: Weil sie eben neben der leicht verdaulichen Kost einer vorhersehbaren Liebesgeschichte tolle gute Laune Songs, fantastische Gestalten wie Schneemonster oder zum Leben erweckte Schneemänner und jede Menge familientauglichen Humor zu bieten haben. Insofern wurde ich bei die Eiskönigin im wahrsten Sinne des Wortes königlich unterhalten.

Vielleicht habe ich mich bei dem in Bonn mal wieder ausgebliebenen Winter ohne weiße Weihnachten ja auch ein wenig nach dem Zauber der weißen Pracht und funkelnden Eiskristallen gesehnt. Denn neben meinem favorisierten Element, dem ewig mystischen Feuer des Prometheus, das den Menschen im Grunde immer unerklärlich bleiben wird, ist Wasser in Form von zu Eiskristallen erstarrter Substanz mein zweitliebstes Element.

Aber noch mal kurz zurück zum Film. Ich ziehe diesem Streifen lediglich ein paar Punkte dafür ab, dass er storytechnisch nicht wirklich etwas Neues bietet im Rahmen von Disney Filmen und wie ich finde ein etwas unlogisches, wenn auch vorhersehbares, Ende hatte.

Doch für mich hat sich der Film allein schon wegen des coolen Songs im Hauptteil gelohnt, als Blondy ihr „Coming Out“ hat und endlich schnallt, dass es sexier ist, die Haare offen zu tragen und sich ein Superschloss aus Eis zu zaubern, als sich von anderen auferlegten Regeln zu beugen und dabei unglücklich zu sein.

Lass jetzt los ist ein echter Ohrwurm und ausnahmsweise finde ich die deutsche Version sogar mal besser als die Englische Let it Go. Vielleicht hat mich der Song auch nur so mitgenommen weil er in gewisser Weise einen Wendepunkt in meinem Leben markiert. Man könnte fast sagen lass jetzt los ist seit einiger Zeit mein Credo geworden und seit ich gelernt habe die Dinge loszulassen und nicht mehr in der Matrix zu leben ist mein Leben so viel besser und glücklicher geworden.

Denn seit ich einen Feuchten auf gesellschaftliche Konventionen, die Urteile anderer und von den Eltern noch beigebrachte Maximen gebe, schäumt mein Leben geradezu über vor privatem Glück, Erfolg im Beruf und wahr gewordener Selbstverwirklichung. Ich kann darum nur jedem von euch raten euer eigenes Ding durchzuziehen und eure Wünsche zu leben. Für alles andere ist das Leben zu kurz!

In diesem Sinne: Lasst jetzt los:

Über Thilo (1495 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.

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