Looping Louie wird durch Drunken Louie offiziell zum Trinkspiel

Looping Louie mit Erweiterung Drunken Louie

Bekloppte! Überall nur noch Bekloppte auf der Welt! Da muss man sich ja besaufen!

Ich versuche mir eine Zeit vorzustellen, in der wir Bier noch nicht Kistenweise im Supermarkt kaufen konnten. Als die Menschen für ungewöhnliche Arten der Zerstreuung noch bestimmte Fähigkeiten erlernen mussten. Und um den armen Teufeln von früher zu gedenken, habe ich ja mal autodidaktisch gelernt wie man Bier braut. Wer mal seinen Arm bei 90 Minuten Maische-rühren gestärkt und nach dem Abfüllen wochenlang auf die Reifung seines kühlen Biers gewartet hat, weiß das göttliche Getränk gleich wieder ganz anders zu schätzen.

Heutzutage muss niemand mehr lange auf sein Besäufnis warten. Wahrscheinlich hat ein Überangebot an alkoholischen Getränken mit dazu beigetragen, dass sich die Leute Trinkspiele ausgedacht haben, weil der bloße Prozess „sich den Tannenbaum anzuzünden“ allein zu langweilig geworden ist.

Mittlerweile bin ich ja fast zu alt für die Scheiße, doch ich erinnere mich da an einige Trinkspiele besonders gut.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Geschicklichkeitsspiele dazu besonders geeignet sind. Ein „Profi-Trinkspiel“ wie Beerpong fällt mir da ein. Oder das bescheuerte „Bierball“, kennt ihr das? Auch Flunkyball genannt. Bei dem sich zwei Mannschaften gegenüberstehen und versuchen eine Flasche in der Mitte des Spielfelds zu treffen und bei Erfolg saufen „dürfen“. Erinnert mich fast ein wenig an Kubb, also Wikinger Schach, dass ja auch ganz easy zu einem Trinkspiel umfunktioniert werden kann.

Letztlich lässt sich ja fast jedes Geschicklichkeitsspiel – nein, jedes SPIEL – in ein Saufspiel umwandeln. Das Ziel irgendwann in seinem Erbrochenen zu liegen und auf dem Weg möglichst oft schmerzhaft und dämlich mit Gegenständen oder Mitspielern zu kollidieren, lässt sich auf mannigfaltige Weisen realisieren.

Hach, Menschen! Man muss sie liebhaben.

Wem das aber alles zu viel Action ist, dem seien vielleicht eher die folgenden angeraten:

Indoor Trinkspiele für faule Säcke

Unter diesen ist mein absoluter Favorit „Mäxchen“! Was haben wir dabei nicht gelogen und betrogen!

MÄXCHEN!!!

Das kennt aber jeder, oder? Ein Würfelbecher mit zwei W6 wird verdeckt rumgegeben. Es muss immer der Wert vom Vorgänger übertroffen werden. Die Reihenfolge der Werte ist: 31, 32, 41, 42, 43, 51, 52, 53, 54, 61, 62, 63, 64, 65, dann die Pasche 11, 22, 33, 44, 55, 66 und zu guter Letzt 12 oder auch Mäxchen genannt. Das Beste ist, dass auch gelogen werden darf. Doch die Lügen werden mit zunehmender Höhe des vorangegangenen Wurfs natürlich immer unwahrscheinlicher. Wer eine vermeintliche Lüge falsch aufdeckt, muss natürlich saufen. Das Lustige am Spiel ist, dass irgendwann alle so HACKE sind, dass nur noch geschummelt wird. Man kann es meist im Grinsen der in der Nähe sitzenden Spieler ablesen, wenn jemand wieder heimlich die Würfel in die gewünschte Position gedreht hat. Das Fatale: Die schon sehr Besoffenen merken es irgendwann kaum noch und werden von den Leuten, die noch nicht schielen, regelrecht zur Besinnungslosigkeit geschummelt. Hach, good times.

Noch passiver lässt sich das Besäufnis mit Film-Saufen gestalten.

James Bond-Saufen z.B.: James Bond-Film gucken und jedes Mal, wenn 007 oder sonst wer „Bond“ sagt, muss einer gehoben werden. Lässt sich natürlich auf beliebige Filme und Schlüsselworte übertragen. Dieser Tage habe ich über Witcher-Saufen nachgedacht. Jedes Mal wenn Henry Cavill „Hmm“ macht, muss getrunken werden.

Compilation of Geralt saying "HMM" in season 1 of Netflix's #TheWitcher

Looping Louie und Drunken Louie

Hmm, ein langer Text, nur um mitzuteilen, dass ich bei Amazon über die Säufer-Erweiterung von Looping Louie gestolpert bin. Also da musste ich schon lachen. Ist ja nicht so, als wäre das Kinderspiel mit dem lustigen Flugzeug nicht schon seit Anbeginn der Zeit auf Partys als Trinkspiel verwendet worden. Bei Ausgrabungen wurden Fresken gefunden, auf denen die alten Griechen bereits Looping Louie spielten. Glaube ich.

Bei Looping Louie muss jeder Spieler ein Flugzeug, das im Kreis fliegt, mit einem Kippschalter abheben lassen, um mit einem Magneten kleine Spielchips von den Mitspielern zu stehlen. Wer einen Chip verliert, trinkt. Duh.

Da finde ich es nur konsequent, dass jemand eine Erweiterung für 8 Spieler rausbringt. Denn beim Saufen finden sich ja schnell mal mehr als 4 Leute ein. Allein das Bild, wie 8 Erwachsene um Drunken Louie im Kreis sitzen und trunken auf das kleine Flugzeug starren, lässt mich schon Kichern wie ein Koala auf Kölsch.

Looping Louie und Drunken Louie gibts bei Amazon (Partnerlinks). Wenn ihr für den Spaß noch „jung“ genug seid… Ich nehme dann mal meine Rücken-Schmerzmittel.

Über Thilo (1827 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.