2020, die guten Vorsätze und der Teufel

Möge euer 2020 ein DOUBLE CRIT werden!

MOIN! Bin gerade wieder nüchtern geworden und wollte euch ein frohes neues Jahr wünschen!

Ich hoffe, ihr habt keine guten Vorsätze, denn die werden alles zum Scheitern bringen, was ihr versucht.

Das ist wie mit dem Abnehmen. Der Vorsatz mehr Sport zu machen und weniger zu essen hat noch nie jemanden abnehmen lassen. Nur das „mehr Sport machen und weniger essen“.

Gute Vorsätze sind wie ein Brief an den Teufel, in dem ihr alles genau darlegt, was euch glücklicher machen würde. Und der miese Flohsack wird alles tun, um euch Sand ins Getriebe zu schütten.

Warum? Weil der Teufel euer Gehirn ist.

Dieser graue matschige Bio-Rechner, dessen evolutionsbiologische Aufgabe es ist euch von allen Unannehmlichkeiten fernzuhalten.

Dieser Schwamm des Bösen wird immer eine Ausrede finden, warum ihr irgendwas nicht könnt, gar nicht erst versuchen solltet und sowieso vollkommen unwürdig seid. Lieber auf die warme Couch legen und die Decke über die Nase ziehen. BÖSE Welt da draußen!

Das schlimmste, was ihr also machen könnt, ist euren Bio-Rechner mit „guten Vorsätzen“ in all eure Vorhaben einzuweihen.

Das ist ungefähr genauso blöd wie eure Vorhaben auf Social Media lauthals anzukündigen.

Denn Facebook, Twitter und Co. sind ja bekanntlich das kollektive GEHIRN. Und das ist noch diabolischer als das matschige in eurer Denkmurmel! Weil es in erster Linie durch Missgunst, Neid und Fake News läuft.

Liebe Community, liebe Follower, liebe Mama! Dieses Jahr werde ich endlich ein Buch schreiben / Abnehmen / weniger auf Tinder rumpoppen / ein Kind bekommen / den Alkohol einschränken / den Nachbardackel nicht mehr ärgern… BLAH!

Einmal in den Äther der Eitelkeiten geblasen MÜSSEN eure Träume platzen.

Andere Menschen haben Angst vor dem Erfolg anderer, weil es sie auf ihre eigenen Unzulänglichkeiten aufmerksam macht. Deshalb kommen dann so Möchtegern-Motivationsschübe wie

„HUI! Da hast du dir aber was vorgenommen, viel Glück dabei!“ oder einfach gleich „lol, Spasti. #never“

Und selbst wenn es die besten Ratschläge und Wünsche nur so hagelt, dann setzt es euch selbst so unter Druck, eure hochtrabenden Ankündigungen auch umzusetzen, dass ihr schon auf den ersten Metern einen Schwächeanfall erleidet.

When you have so much shit to do that you take a nap instead.

Was ist also die Lösung?

Einfach mal die Fresse halten. Einfach mal nix vornehmen. Einfach mal machen stattdessen.

Nicht denken. Machen.

Handeln, bevor das Gehirn Einwände formulieren kann.

Was viele Samurai mehr Kämpfe überleben ließ, kann euch dazu verhelfen endlich mal was Neues zu schaffen.

Es klingt so simpel, aber für mich ist es die größte Weisheit des Zen: Nicht Vornehmen etwas zu tun. Einfach etwas tun.

Das quasselnde Radio da oben einfach ignorieren. Niemand kann aufhören zu denken. Aber wir können alle die Stimmen einfach ignorieren. Sind sowieso nicht unsere eigenen. Alles konditioniert, anerzogen und abgespeichert. Da plappern Mama, die beste Freundin, der Pastor und die Gesellschaft.

Ich nenne mein Hirn den „Kobold“. Der labert mir von morgens bis abends Bullshit ins Ohr. Deswegen haben wir jetzt Sprechzeiten vereinbart. Außerhalb dieser Termine ignoriere ich ihn einfach.

NEIN, Kobold, ich werde den letzten Satz nicht löschen. Die Welt darf von Dir erfahren, denn du hast viele Brüder und Schwestern da draußen.

Well…

Lange Rede, kurzer Sinn. Eigentlich wollte ich euch ja nur ein schönes neues Jahr wünschen.

Lasst es gechillt angehen.

Nehmt euch keine Herkulesaufgaben vor, nur weil ihr glaubt, dass euer Leben dann besser wäre oder dass andere Menschen euch dann mehr achten oder lieben würden.

Newsflash: Am Ende des Tages geht es anderen am Hintern vorbei, wie ihr ausseht, was ihr geleistet habt oder wieviel Geld ihr verdient.

Glücklich sein liegt bei euch selbst.

Da haben weder Facebook, noch euer eigenes Gehirn Mitspracherecht.

Wenn ihr Applaus wollt, dann schafft erst mal. Aber tut‘s im stillen Kämmerlein.

Schafft im Stillen und schockiert dann alle mit euren Ergebnissen.

Auf diese Weise kann euch niemand auf dem Weg reinquatschen. Weder euer Matsch-Hirn, noch das kollektive Hirn.

Es gibt nie einen Grund der Welt zu sagen wie toll ihr seid oder was ihr alles Tolles vorhabt.

Wenn ihr wirklich toll seid, dann wird die Welt zu euch kommen.

Über Thilo (1850 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.

2 Kommentare zu 2020, die guten Vorsätze und der Teufel

  1. Daumen hoch, Lob und Anerkennung und ein aufploppendes icekaltes Pülleken Bier für diese Tipps.
    Du hast jedoch die Helfer des eigenen Brainbugs, den linken und rechten Schulterwichtel, vergessen.
    🙂

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