Die wichtigsten Szenen aus Mortal Engines – A Star Wars Story

© Universal Pictures

4 von 10 Star Wars Rip-Offs

Trailer sah doch ganz nett aus, dachte ich. Drehbuch ist immerhin vom HdR-Gespann um Peter Jackson, dachte ich. Kenne Predator Cities, die Tetralogie von Philip Reeves, zwar nicht, aber eine Romanverfilmung ist ja selten kompletter Mumpitz, … dachte ich.

Aber, heilige fahrende Hütte, war das ein emotionsloser, langweiliger Eye Candy.

Die Romanvorlage, unabhängig von der Nachvollziehbarkeit ihrer Prämisse, hat natürlich für ein tolles Steampunk-Setting gesorgt. Es hat echt Spaß gemacht den verschiedenen Inkarnationen fahrender Städte zuzuschauen; mit ihren rauchenden Schloten, gigantischen Walzen und Wild Wild West-Roboterfüßchen. Gerade am Anfang, als klein Pusemuckel-Dorf vor London floh, wie ein ferngesteuertes Auto vor einem Panzer, war ich wirklich amüsiert.

Doch dann folgten nur noch farblose Charaktere, alberne Plot Holes und Star Wars-Anleihen. Außerdem gab es einige (popkulturelle) Anspielungen, die eher peinlich als passend waren, wie z.B. die Ebay-Sofortkaufen-Option auf einem Sklavenmarkt…

Ich kann bei einem optisch so wunderschönen, aber vollkommen holen Luftballon von Film einfach keine normale Review schreiben. Ich erzähle lieber einige der wichtigsten Szenen so nach, wie ich sie erlebt habe. (es mag einige Abweichungen geben, aber zu 99% müsste ich richtig liegen…)

Wer dem Film selbst eine Chance geben will, sollte nun erst mal diese Fenster schließen und später wiederkommen. Vielleicht unnötig zu erwähnen, aber nun folgen:

MASSIVE SPOILERS!

Hester Shaw: Ich habe extra meine eigene Stadt sabotiert und geopfert, um jetzt vor dem Mörder meiner Mutter stehen zu können. Jetzt oder nie. Am besten ramme ich ihm mein Messer nicht in die Kehle, sondern irgendwo in seine Kleidung. Nimm das, du Doofmann!
piks
Agent Smith: Aua. Was SOLL das? Den Fleck kriege ich doch nie wieder raus! Wachen!
Hester Shaw: Oh. Besser ich suche mal das Weite. Hoffentlich rennt mir wenigstens ein charismaloser Volltrottel hinterher, in den ich mich später aus unerfindlichen Gründen verlieben kann…

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Arbeiter aus den Eingeweiden von London: Cheffe, wenn wir immer ganze Städte per Traktorstrahl, ich meine Seil-Harpune, fangen und als Treibstoff verbrennen, die Leute aber in unsere Bevölkerung übernehmen… äh… wird es dann nicht bald ziemlich eng hier?
Agent Smith: Dann verheizen wir eben die Leute demnächst mit. Ich bin ein moralloses Schwein, das weiß jeder. Aber ich baue nicht heimlich eine Superwaffe unter der Kuppel unserer Kathedrale, das stimmt nicht.
Arbeiter: Das hat ja auch noch nie jemand gesagt.
Agent Smith: Stimmt, tut mir aber sehr leid, dass du es jetzt gehört hast. Spring bitte freiwillig von Bord.

Berater: Cheffe, irgendein Terminator-Abklatsch ist auf Alcatraz gefangen. Er sucht nach der Frau, die euren Anzug ruiniert hat. Könnten wir das nicht nutzen?
Agent Smith: Guter Mann. Ich fliege sofort los und befreie den tödlichen Blechmann.
hubschrabschrabschrabschrabschrabschrabschrabschrabschrab
Pilot: Da ist es Cheffe! Das riesige Gefängnis, das auf Spinnenbeinen durchs Meer stapft. Hmmm, wäre es nicht besser, wenn Alcatraz im Meer stationär wäre? Falls die Gefangenen mal revoltieren, müssen sie doch nur in die Steuerzentrale eindringen und…
Agent Smith: Fresse, du Spacken, ich schieße jetzt sowieso der Spinne ein Bein weg, damit es keine Zeugen gibt.
BLAST
Pilot: Hätten Sie nicht zuerst den Blechmann befreien sollen? Jetzt kippt er gerade auch ins Meer…
Agent Smith: Fuck. Schnell nochmal ballern… puh, geradeso seinen Käfig erwischt. So kann er raus. Diese Dummheit bleibt unter uns, verstanden?
Pilot: Klar, wir machen alle Fehler.

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Mongole von Bespin: Die Möchtegern-Assassine mit den Plänen zum Todesstern wird auf einem Sklavenmarkt verhökert. Wir können einfach einen Untermann schicken, ihn als einen dieser Barbaren-Penner verkleiden, und sie unauffällig ersteigern.
Karate-Koreanerin: LANGWEILIG! Ich marschiere da aufgetakelt rein, biete so viel, dass ich auf jeden Fall im Rampenlicht stehe und gefährde damit unsere ganze Operation.
Mongole von Bespin: Och nö! Was, wenn sie dich dann auch fangen?
Karate-Koreanerin: Ich kann Karate.
Mongole von Bespin: Ok, aber mach ein Video für Youtube.

Karate-Koreanerin: Wir fliegen jetzt zu unserem Riesenballon, von dem manchmal unsere Kinder beim Spielen abstürzen. Mein Name ist übrigens Windblume.
Hester und Tom: HAHAHAHAHAHAHA!
Karate-Koreanerin: Echt jetzt, weil ich mal eine Sklavin war, aber jetzt nicht mehr und… ach vergesst es.

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Tom Unworthy: Ähm, ich störe nur ungern, aber Bespin steht KOMPLETT in Flammen und rauscht dem Erdboden entgegen. Könntest du deiner Terminator-Nanny etwas schneller Lebewohl sagen?
Hester Shaw: Buhuuuuuu, aber Neon-Auge war sowas wie ein gefühlskalter Vater für mich! Er wollte mich doch nur brutal umbringen und zu seiner weiblichen Blech-Gefährtin machen. So wie Frankensteins Monster!
Tom Unworthy: Wer ist Frankensteins Monster?
Hester Shaw: Außerdem hat er gerade nochmal seine Datenbank nach Bildern von mir durchsucht und ist darüber irgendwie sentimental geworden. Damit hat er die emotionale Connection nachgereicht, die bisher bei unserer Charakterdynamik gefehlt hat. Das ist doch gut für die Zuschauer!
Tom Unworthy: Welche Zuschauer?

Guru vom schwarzen Tor zu Mordor: Ich fürchte, der Superlaser von London wird vollkommen einsatzbereit sein und uns pulverisieren.
Handlanger: Ja, scheiße. Hätten wir wenigstens nicht unsere gesamte Stadt genau ans Tor, sondern in die Sicherheit des Tals dahinter gebaut. Dann müssten jetzt beim Durchbruch nicht so viele Unschuldige sterben.
Guru vom schwarzen Tor zu Mordor: Ja.

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Berater: Ich glaube, unsere Geschütztürme müssten ihren Luftangriff vereiteln. London ist uneinnehmbar! Höchstens ein kleiner Einmannjäger könnte es schaffen durchzubrechen, weil unsere schweren Geschütze zu lahm für ihn wären.
Agent Smith: Ja gut, wie wahrscheinlich ist das?
Berater: Cheffe, einer ist durchgekommen und hat vor der Kathedrale geparkt!
Agent Smith: WTF? Ok, egal, schick ihnen meine uniformen Handlanger entgegen. Die mit Bomberjacken und Maschinengewehren, die wie Goons vom Joker aussehen.
Berater: Aye.

Berater: Scheiße. Der Millennium Falcon ist in uns reingeflogen, hat den Reaktor zerstört, und ist dann geradeso entkommen, bevor ihn die Feuerwand eingeholt hat.
Agent Smith: Was ist ein Aluminiumfalken?
Berater: Cheffe! Das bedeutet, dass wir nicht mehr weiterfahren können!
Agent Smith: Ja, ist kacke. Aber schlimmer finde ich, dass diese Hester mit ihrem Zugriffscode genau bei 0 auf dem Countdown den nächsten Einsatz unserer Quantensuperlaserwaffe verhindert hat. Es war zwar nach zwei Schüssen ohnehin schon alles zerstört, aber ich hätte so gerne noch einmal dieses Funkeln der Blitze am Abendhimmel gesehen. Schade.
Berater: Ja, das sah schön aus.

Agent Smith: Ich bin gar nicht Agent Smith, sondern Dein Vater, Luke. Ich meine Heidi. Hester!
Hester Shaw: NÄ!? DARUM hast Du immer mit meiner Mama rumgeleckt und warst ständig bei uns zu Hause. Nimm das, Bastard!
ritsch
Agent Smith: Echt jetzt? Du machst mir auch ne Narbe ins Gesicht?
Tom Unworthy: STIRB! BASTAAAAAAAAAARDOOOOOOOOOOOOOO!
BLAST

Tja, das waren sie, die Szenen, wie sie mir in diesem wunderschönen und albernen Film in Erinnerung geblieben sind. Mein Fazit ist leider: Hätte doch mal jemand eine kleine Stadt mit Bomben bestückt und von London fressen lassen, dann wäre uns der restliche Film erspart geblieben.

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2 Kommentare zu Die wichtigsten Szenen aus Mortal Engines – A Star Wars Story

  1. Vielen Dank!Konnte Mal wieder herzlich ablachen

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