Evil Incarnate: Das Leiterspiel

Der geniale Teufel aus Legend (1985) © Universal Pictures

Der Legende nach sind im untersten Ring der neun Höllen Leute in kleine Zellen eingesperrt, die bis in alle Ewigkeit das Leiterspiel spielen müssen. Ihr Frust, ihre Trauer und besonders ihr Hass werden über nabelschnurartige Schläuche in abgelaufenes Supermarkt-Hack geleitet, um neue Dämonen zu erschaffen.

Ich denke das stimmt. Zumindest würde es mich nicht wundern.

Derzeit entdeckt mein Sohn seine ersten Brettspiele. Deswegen durchlebe ich die Höhen und Tiefen längst vergessener Familienspiele noch einmal. Ich hatte jedoch die absolute Ausgeburt des abgrundtief Bösen verdrängt: Das Leiterspiel!

Ich meine das völlig ernst. Dieses Spiel ist das BÖSE. Spielt mit euren Kindern lieber Jumanji und rennt in eurem eigenen Haus um euer Leben. Oder beschwört eure toten Verwandten mit einem Ouija-Brett. Nur fallt nicht auf den Wolf im Schafspelz herein: Das diabolische und von einem mittlerweile hochrangigen Dämonen als Abschlussprüfung eingereichte LEITERSPIEL.

Berühmte letzte Worte bei diesem Brettspiel sind: Ok, noch eine letzte schnelle Runde.

Stunden später möchte man das Game anzünden. Nachdem man den Würfel mit der bloßen Faust durch den Tisch geschlagen und die restliche Familie erwürgt hat. Denn auch die können daran schuld sein, dass das Spiel einfach nicht enden will.

Am Anfang wird noch entspannt der Würfel gerollt und Mami und Papi erfreuen sich an Juniors Glucksen, als seine Spielfigur munter die Leitern rauf und runter rutscht. Wer wird es wohl durch pures Würfelglück als erster schaffen das letzte Feld zu erreichen? SP-ANNEND! Die 99, die auch noch exakt getroffen werden muss. Würfelt jemand zu hoch, müssen die Felder nämlich entsprechend wieder zurückgegangen werden; was durch die Lage der letzten beiden Leitern grauenvoll ist.

Entweder man dreht nochmal eine extra Runde mit erneuter Chance den Superdive zu machen, oder man zieht gleich die Arschkarte und rutscht 40 Felder zurück, gekoppelt mit der Chance noch weitere Leitern nach unten zu erwischen, bis man fast wieder am Startfeld aufschlägt. Es ist verblüffend, wie oft das in nur einer Runde passieren kann…

Auf diese Weise rücken persönliche Siegwünsche schnell in den Hintergrund und alle kämpfen gemeinsam gegen das Spiel. Jeder, der die Chance hat es zu beenden, wird angefeuert, als ob ein Lottogewinn daran hinge.

Es ist wirklich furchtbar. Ich würde lieber meine Fußsohlen mit einem Käsehobel flach feilen lassen, als nochmal dieses Spiel zu durchleiden.

Schlimmer ist vermutlich nur Malefiz.

Über Thilo (1804 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.

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