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Masters of the Universe 2026: Das Ultra-Fan-Review

© Sony Pictures Releasing International

10 von 10 Auserwählten von Grayskull

F*** it, ich sag’s jetzt:

Der neue Masters of the Universe-Film von Travis Knight ist ein Meisterwerk!

Ein perfekter Sword & Sorcery-Film, der besonders 80er-Fans mit Humor, Nostalgie und einem tiefen Verständnis der Materie abholt.

Nein, das bedeutet nicht, dass mein Masters of the Universe Spoiler Talk-Review von gestern nun bedeutungslos ist. Die Kritikpunkte darin zu Story-Schwächen oder hier und da verbesserungswürdiger CGI sind immer noch valide.

Aber sie wiegen nichts mehr.

Sie belasten nicht mehr die absolute frohlockende Leichtigkeit und Dankbarkeit, die ich nun fühle, nachdem ich den Film ein zweites Mal gesehen habe.

Woran liegts?

Zunächst mal habe ich mir den Film gestern so angeschaut, wie er von Gott ersonnen wurde:

Masters of the Universe im englischen Originalton

Ich kann euch nur WÄRMSTENS empfehlen, das auch zu tun, wenn ihr des Englischen mächtig seid.

Nicht nur, dass die Originalstimmen natürlich besser passen (DUH!), viele der Wortwitze funktionieren in der Übersetzung einfach nicht. Manche Pointen, Gags oder Anspielungen fehlen sogar komplett! Ich will nicht behaupten, dass ich gestern Abend einen ganz anderen Film gesehen habe, aber der Unterschied ist frappierend.

Was da teilweise “frei und nach Schnauze” übersetzt wurde, macht mich fassungslos.

Viel wichtiger jedoch ist, dass ich mich beim zweiten Mal mehr entspannen und den inneren Kritiker zum Schweigen bringen konnte.

Nicht nur, dass ich noch viel mehr Anspielungen und Easter Eggs entdeckt habe. Wieviel Star Wars allein optisch in diesem Film steckt! Nein, ich habe plötzlich die Meta-Ebene des Films ganz anders wahrgenommen.

Über die verlorene Kindheit: Paradise Lost

Was Travis Knight hier mehr oder weniger offensichtlich zwischen den Zeilen rübergebracht hat, ließ mir beim zweiten Kinobesuch Tränen in die Augen schießen.

Ja, Tränen! Flüssigkeit, die der moderne Mann, trotz aller Stärke, die er für den Notfall parat haben sollte, auch mal vergießen darf.

Ein “Man of Feeling”, der es trotzdem faustdick hinter den Ohren hat. So, wie es Man-at-Arms Adam beizubringen versucht:

“When war breaks out, it’s not the poets that step up. It’s the man with the muscle. He’s not doing it for glory. He’s doing it so his children can see another morning. That is a man, as far as I can tell. He stands up when he is needed.”

Oder wie Bruce Lee gesagt hätte: Es ist besser ein Krieger in einem Garten zu sein, als ein Gärtner im Krieg.

Aber was meine ich denn mit der Meta-Story?

Eternia ist das Paradies. Es steht für so viel. Die Unschuld kindlicher Vorstellungskraft. Fantastische Abenteuer in einer Welt grenzenloser Möglichkeiten. Einfach die pure Magie des Seins, die alles aus dem Nichts erschafft.

Kein Wunder, dass sich Adam dahin zurücksehnt.

So wie wir alle uns in unserer Kindheit zurücksehnen.

Diesen sorglosen Ort, an dem wir noch nichts wussten von Krankheit, Tod und… der “Arbeitswelt der Erwachsenen”.

Ich liebe einfach diese subtile Kritik, die Travis Knight (bewusst oder unbewusst) an der Welt übt.

Daran, dass wir alle im Paradies weilen, bis wir von der Gesellschaft in ein Leben gezwungen werden, das wir eigentlich nie wollten. Voller klingelnder Wecker, Team Meetings und zu erfüllender Umsatzziele.

Einige von uns gehen deshalb irgendwann auf die Suche nach einer Art Schwert, mit dem wir diese Marionettenfäden durchtrennen können. Durch dessen Macht wir aus dem Hamsterrad entkommen und uns in unser wahres Selbst verwandeln können.

Wer nicht so richtig weiß, wovon ich hier rede, dem lege ich Alan Watts’ berühmte Überlegungen ans Herz, warum das menschliche Leben für die meisten ein schlechter Scherz ist: The Whole Thing Is A Hoax – Alan Watts On The Human Society

Ich finde retrospektiv genial wie uns Travis Knight mit dem Bild des heimlich auf der Arbeit im Internet surfenden Bürohengstes anspricht. Zumindest mich.

Denn für mich wird’s an dieser Stelle sehr persönlich.

Viel zu lange habe ich diesen Witz gelebt.

Habe missachtet wer ich eigentlich bin und was meine Rolle auf dieser Welt sein kann.

Bis ich eines Tages endlich die Eier hatte – nachdem ich lange genug gelitten hatte – dem Ruf des Schwertes zu folgen, meinen Bürojob zu kündigen und mein eigenes Ding zu machen.

Bin ich dadurch teilweise in haarsträubende Gefahren und Abenteuer geschlittert?

Ja.

Aber habe ich dadurch überhaupt erst richtig gelebt?

Auch ja.

“Im Hafen sind Schiffe sicher, aber dafür wurden sie nicht gebaut…”

Und noch ein Grund…

Warum dieser Masters-Film eine Offenbarung für mich ist

Manchmal, wenn ich gefragt werde, warum ich so ein hoffnungsloser Dungeon & Dragons-Oldschool-Fantasy-Sword & Sorcery-Supernerd bin, dann sage ich:

Tolkien. Herr der Ringe.

Und das stimmt ja auch.

Aber es ist nur die halbe Wahrheit.

Es gibt einen Einfluss, der viel weiter zurückreicht, bis in meine Kindheit, und der das Fundament bildet, auf dem Fantasy-Werke wie HdR überhaupt nur stehen können:

Masters of the FUCKING Universe!

Nichts hat mich so sehr beeinflusst, wie diese Spielzeugreihe (später Hörspiele, Cartoon etc.)

Stundenlang habe ich einfach nur in meinem Zimmer gelegen und gedankenverloren Castle Grayskull bestaunt. Diese mystische Burg aus einer anderen Welt, auf der ich all meine Figuren drapiert hatte.

Diese Plastikdinger haben meinen Geist für das Wunderbare geöffnet. Haben mir gezeigt, dass es jenseits dessen, was wir “die normale Welt” nennen, Dinge geben könnte, die meine Vorstellungskraft sprengen.

Dass es eine Dimension gibt, in der selbst ein schwacher, trotteliger Prinz zu einem gefeierten Helden werden kann. Noch mehr: Dass ein kleiner unbedeutender Wicht gerade wegen seiner scheinbaren Schwächen wie Empathie und “Wunderlichkeit” zum Außerwählten aufsteigt.

Wenn ich die Romane betrachte, die ich seit meiner Selbstständigkeit “nebenher” geschrieben habe, dann ist der Einfluss der Masters of the Universe unverkennbar.

Besonders in Hexenhammer: Feenstahl & Teufelsblut ist es eigentlich fast schmerzhaft offensichtlich, wenn ich nun darüber nachdenke.

Wer ist Talon Skar, der Barbar und Monsterjäger?

Äh, nun ja…

Und wer ist “Hexenhammer”, sein intelligentes magisches Schwert, das ihn über sich selbst hinauswachsen lässt?

Hmmm, beinahe wie das Zauberschwert und die Stimme der Sorceress…

Also, nachdem ich die Motu-Vision von Travis Knight nun vollständig verstanden und akzeptiert habe, hat sich mein Herz vollkommen für diesen wunderbaren, humorvollen und auf seine Weise trotzdem tiefgründigen Action-Spaß geöffnet.

So sehr, dass ich Leute, die den Film zerreißen, eigentlich kaum noch ernstnehmen kann.

Die Nörgler

zumindest die der extremeren Sorte, teilen sich für mich in zwei Gruppen auf:

Einmal die Hardcore-Fans, die im Kino ein zu festgefahrenes Bild des neuen Motu-Films im Kopf hatten und ihre Enttäuschung nun in den Äther blasen. (Ein wenig gehörte ich nach dem ersten Kinobesuch auch zu ihnen…) Betrachtet man die vielen “Ausläufer” der Materie vom Spielzeug weg, hin zu Cartoons, (Mini-)Comics, Hörspielen oder dem Barbarenfilm von 1987, dann ist das auch verständlich. Mein Mitgefühl. Schaut ihn einfach nochmal an.

Und die selbsternannten Kritiker namhafter Magazine, Internetseiten und Journalisten-Klitschen, die – mit Verlaub – von der Materie KEINE AHNUNG zu haben scheinen (vermutlich nie mit Masters-Figuren gespielt und das Lebensgefühl kennengelernt haben) und nun einen aufgeblähten und arroganten Verriss schreiben, weil sowas in der Masse der positiven Resonanz Aufmerksamkeit erzeugt und Klicks generiert. Sorry, aber eure Meinung ist so relevant wie ein Strahl Urin im Ozean.

Masters of the Universe ist trotz aller Unkenrufe beides:

Ein toller, humorvoller Sword & Sorcery-Actionfilm für “Normalsterbliche”.

Und ein nostalgischer, herzerwärmender Trip zurück in die Kindheit für Motu-Fans.

Mein Sohn, der den Film unverbraucht und mit unschuldigem Herzen, sprich mehr atmosphärisch als inhaltlich aufgesaugt hat, sah mich eben mit leuchtenden Augen an und fragte: “Na, gibst du ihm jetzt auch 9 Punkte, wie ich?”

Lächelnd antwortete ich: “Nein, ich habe es geschafft die anerzogene Dummheit eines Erwachsenen bei diesem Film komplett abzulegen und gebe ihm 10!”

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