Meine Hassliebe zum Flash hat einen neuen Höhepunkt erreicht.

The-Flash-Season-1-Episode-6

Wer Season 1 Episode 6 “The Flash is Born” noch nicht gesehen hat und die Serie verfolgt, ab hier nicht weiterlesen.

Echt jetzt, ab hier ULTRA SPOILER!

Ok, das war genug Warnung, ich beginne jetzt also mit meinem kurzen „Nerd-Monolog“ darüber warum mich der „Flash“ zwischen zwei Stühle setzt.

Ich hasse es, wenn es um unterhaltsame Themen wie Superhelden geht, im negativen Sinne Recht zu haben. Besonders aber hasse ich es dabei SO SEHR und bis ins kleineste Detail mit allem Recht zu haben. In meinem ersten Review der neuen Flash-Serie hatte ich ja bereits prognostiziert, dass die Macher dem Flash in jeder einzelnen Folge einen Gegner gegenüberstellen müssen, der ebenfalls durch den Sturm schwarzer Materie in einen Meta-Human verwandelt wurde, um die Serie halbwegs spannend zu halten. Und natürlich ist genau das die Basis jeder Folge – denn den Flash den Gewehrkugeln normaler Gangster ausweichen zu lassen, wird einfach irgendwann langweilig. Im Grunde eigentlich ja nicht schlecht, wenn man mit diesem Prinzip leben kann.

Doch leider hatte ich auch mit meiner zweiten Befürchtung Recht, dass eine frappierende Inkonsistenz in der Macht des Flashs regelmäßig zu Stöhnen und Augenrollen führen würde. Tatsächlich hätte bisher keiner der Gegner des Flashs, egal mit welcher Power er durch den explodierten Partikelgenerator ausgestattet wurde, diesem auch nur ein Haar krümmen dürfen. Da sich der Flash so schnell bewegen UND denken, also auch reagieren kann, dass alles um ihn herum in der Zeit eingefroren scheint, macht es leider NULL Sinn, dass er manchmal scheinbar ewig zum Einsatzort braucht oder in einer banalen Schlägerei auf die Fresse bekommt.

Doch gerade als ich dachte, dass der Typ mit der Gefrierkanone den vorläufigen Höhepunkt der Lächerlichkeit unter der Feinden des Flashs darstellt, kommt heute in der Folge “The Flash is Born” der T-1000 daher. Die Konfrontation mit diesem „Mann aus Stahl“ ist derart lächerlich und auf so vielen Ebenen albern, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll.

Zunächst stellt sich die Frage, wieso der Flash den Typen nicht einfach packt, in eine Zelle steckt und den Schlüssel rum dreht bevor dieser überhaupt reagieren kann. Immerhin kann er seine Möchtegern-Freundin Iris ja auch in einer Millisekunde packen und auf dem Hausdach abstellen, ohne dass diese weiß wie sie dorthin gekommen ist. Aber insofern bleibt die Serie immerhin konsistent: Irgendwie können die Gegner des Flashs immer verdammt schnell reagieren oder dem Flash eine Art Hirntrauma zufügen, welches ihn langsamer als sonst reagieren lässt.

Dann schlägt der Flash dem Stahlmann in die Fresse, bricht sich die Hand und heult seinen Kumpels bei Star Labs vor, dass er keinen Schimmer hat, wie er gegen den Stahl-Boy gewinnen kann. Äh wat? Really? Mit Superspeed fällt dir nichts anderes ein, als dem Typen mit Anlauf in die Fresse zu hauen?

The-Flash-Is-Born

Und apropos Anlauf, das Beste kommt ja noch: Tüftlerbirne Cisco findet dann heraus, dass sich der Flash nicht die Hand bricht, wenn er der lebenden Dose mit Überschallgeschwindigkeit aufs Maul gibt. Ja, ihr habt richtig gelesen. Denn wenn man mit Überschall im richtigen Winkel zuschlägt, dann lässt sich jedes Metall knacken. Interessant, denn die Hand des Flash ist ja nach wie vor aus Fleisch. Aber Cisco meint da ginge irgendwas mit einem bestimmten Einfallswinkel. Ne is klar. Also entweder man flacht den Winkel ab und schont die Hand oder umgekehrt. Egal, in der Serie geht beides. Und jetzt der Knaller! Wie auf dem Bild oben zu sehen, kommt der Flash wie Supermann, als wie ein Projektil, mit Überschall in den Gang (eine Sackgasse) geflogen und knackt den Metalmann mit einer Überschall-Backpfeife. Nicht nur, dass sich dieser noch rumdreht, als der Flash rein kommt – KLAR, ich kann mich auch noch rumdrehen, wenn 10 Meter hinter mir ein Düsenjet durchs Fenster auf mich zu fliegt – nein, der Flash liegt dann auch noch 2 Meter neben ihm und atmet nur schwer. Wie bitte konnte er ohne Bodenhaftung in der Sackgasse von Überschall auf 0 bremsen?

Ok, das war eine sehr lange Rede für den kurzen Sinn dieser Folge: W.T.F.?

Nur mit einer Sache hatte ich Unrecht. Ich hatte bezweifelt, dass es der Flash auf Grund seines Supervillain of the Week-Musters und seiner unlogischen Basis zu einer zweiten Staffel schaffen würde. Ich lag falsch. Warum? Nun, in der Überschrift sprach ich ja von „Hassliebe“. Und tatsächlich ist die Serie so liebevoll gemacht (Charaketre, Musik etc.) und die Meta-Story um den Reverse-Flash (?) ist derart spannend, dass ich trotz aller Augenroller einfach nicht aufhören kann die Serie zu schauen. Vielleicht liegt es daran, dass es derzeitig die einzige Serie mit einem bekannten Superhelden ist. Und damit meine ich einen richtigen Superhelden, der auch SUPER ist. Agents of Shield halten sich diesbezüglich ja sehr zurück und Arrow hat dasselbe Problem wie Batman: Keine Superhelden.

Frage an die unter euch, die den Flash auch schauen: kommt ihr mit den haarsträubenden Löchern in der Logik der Serie zurecht oder habt ihr aus dem Grund schon aufgehört zu schauen?

Über Thilo (1143 Artikel)
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