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Mortal Kombat 2 (2026) – besser als der Vorgänger, aber wieder nicht flawless

© Warner Bros. Pictures

6 von 10 gewagten FSK-Einstufungen

Die Altersfreigabe einiger Filme gibt mir dieser Tage Rätsel auf. Zu meiner Zeit hatten brutale Filme, die wir aus dem VHS-Regal unserer Eltern gezogen und heimlich geglotzt haben, ohne Wenn und Aber den Ab-18-Stempel.

Was muss denn heute in einem Film vorkommen, dass er nur für Erwachsene empfohlen wird? Sex? Drogen? Jemand wird falsch gegendert?

Ausufernde, verstörende Gewalt kann es auf jeden Fall nicht sein.

In Mortal Kombat 2 werden Körper in jeder nur erdenklichen Weise “geöffnet”, damit die armen eingesperrten Organe in die Freiheit entkommen können. Ernsthaft: Mehr Gewalt und Blut kann ich mir in einigen Szenen beim besten Willen nicht vorstellen.

Und damit spreche ich auch gleich das Positive an Mortal Kombat 2 an: es ist viel näher am Spiel als jeder andere Teil.

Die Kämpfer setzen jede Menge ihrer unverkennbaren Special Moves ein, um den Lebensstreifen ihres Gegners zur Ader zu lassen. Es ist eine wahre Freude all die Moves wiederzuerkennen, mit denen man schon höchstpersönlich Digi-Fighter drangsaliert hat.

Shao Khan schreit sogar sein berühmtes “Finish him!” – was in der synchronisierten Fassung ein wenig albern wirkt, wenn sonst auf Deutsch gesprochen wird (ähnlich wie Scorpions COME OVER HERE!).

Die Fatalities halten sich wirklich nicht zurück und man kann das Blut förmlich auf der Zunge schmecken.

Trotzdem war ich bei der Qualität der Duelle hin und her gerissen. Meistens war die Choreografie wirklich gut und hat mich als Karatefilm-Fan bestens unterhalten. Aber teilweise wurde ich auch rausgerissen. Für meinen Geschmack haben die Kämpfer zu viel gelabert, anstatt sich einfach auf die Fresse zu hauen. Und wenn man bei der Gewalt schon all-in geht, dann hätte alles noch ne Spur krasser sein können. Ja, es ist viel Blut geflossen, aber die Qualität der Kämpfe war schon recht unterschiedlich.

Die Darstellung der Charaktere

… konnte mich leider auch nicht immer abholen.

Wenigstens haben die Macher den Fehler aus dem Prequel wieder ausgebügelt und die Hauptrolle vernünftig besetzt. Der unbekannte und langweilige MMA-Kämpfer Cole Young wurde endlich gegen Johnny ‘fucking’ Cage ausgetauscht.

Und natürlich bin ich mir bewusst, dass man nicht den mittlerweile 65-jährigen Jean-Claude Van Damme für die Rolle casten wollte – auch, wenn die Bloodsport-Legende Netherrealms damals als Blueprint für den Eierboxer diente.

Insofern war “Butcher von The Boys”-Karl Urban schon eine gute Wahl. Nur warum lässt man ihn dann als deprimierten B-Movie-Star auftreten, anstatt ihn kompromisslos als Badass und Großmaul darzustellen?

Ich fand Kano viel witziger! Fast jeder Spruch des “bösen Buben” war ein Treffer und hat mich glucksen lassen. Dagegen wirkte Cage beinahe albern und austauschbar.

Auch andere Entscheidungen zur Darstellung bestimmter Figuren waren eher… überraschend?

Den Monster-Krieger Baraka, beispielsweise, als unterbelichteten Comic-Relief-Charakter zu nutzen, könnte einige Fans vor den Kopf gestoßen haben. Ich fand es ok, aber die Szene, in der Cage “schauspielert” und gefühlt minutenlang sinnlos vor Barakas Gesicht mit den Armen rudert, ohne anzugreifen, und ihn damit auch noch erfolgreich verwirrt, war etwas too much… Einfach unglaubwürdig und unwürdig für einen MK-Kampf.

Die hauchdünne Story des Films, die nur notdürftig durch ein paar “Get the MacGuffin”-Rollenspiel-Quests zusammengehalten wurde, hat mich nicht gestört. Mehr braucht es für eine Videospiel-Umsetzung wie Mortal Kombat ja auch nicht.

Aber dann muss der Rest auch wirklich “flawless” sein.

Ich bin ja froh, dass so viele Kampf Locations aus den Spielen verwendet wurden. Aber warum dann nicht auch so, wie sie am meisten Sinn machen?

Wieso kämpf Sonja gegen Sindel auf dem Grund der Spiked Pit? Gag und Zweck dieser Stage im Spiel waren ja, dass man jemanden hinunterstoßen konnte!

Eine vertane Chance in diesem Zusammenhang auch, dass der besiegte Kämpfer im Säurebecken nicht als Skelett an die Oberfläche getrieben ist…

Naja, letztlich ist Mortal Kombat 2 ein filmgewordenes Videospiel für Hardcore-Fans, das mit seinem Fan-Service schon Laune macht. Und weil sich der Streifen mehr Mühe bei der Darstellung der Moves und Stages gegeben hat, bekommt er von mir einen Punkt mehr als der eher mittelprächtige Vorgänger Mortal Kombat (2021).

Von den vielen, unter dem Fluch der Videospielverfilmungen-leidenden MK-Filme ist Mortal Kombat 2 von 2026 tatsächlich der Beste. Aber die Messlatte hing auch nicht sonderlich hoch…

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