Das Auenland-Set von Lego lässt mich ergriffen schluchzen

Ein wenig peinlich ist mir die ganze Sache ja schon…
Ein unfassbar netter Mensch, die PR-Managerin von Silk Relations namens Rosalie, hat mir das LEGO Auenland-Set (The Shire LEGO 10354) zugesendet.
Und ZACK! Nur ein Jahr später berichte ich schon darüber!
Ok, was kann ich zu meiner Verteidigung sagen? Das Leben, das Universum, Aliens…? Ich bin einfach erst jetzt dazu gekommen es endlich aufzubauen und BOY, war das wieder eine Offenbarung!
“Bilbos Bude und umgebendes Spektakel” ist mit etwas über 2000 Teilen deutlich kleiner als die von mir heißgeliebten Sets “D&D von LEGO Ideas” oder “Burg der Löwenritter“. Insofern wäre der Vergleich nicht ganz fair.
Aber auch, wenn das Set im wahrsten Sinne des Wortes etwas im Schatten anderer “Fantasy-Sets” von Lego steht, ist trotzdem fantastisch, was die Lego-Götter hier mal wieder aus dem Hut gezaubert haben.
Gerade lese ich mit meinem Sohn das erste Mal Herr der Ringe, weswegen ich dieser Tage ohnehin sehr nah am Wasser gebaut bin. Bald können wir dann endlich die Filme zusammen schauen und ja, ich gestehe es: Ich gehöre zu den Hardcore-Tolkien-Nerds, die sich jederzeit selbst zum Weinen bringen können, indem sie sich eine beliebige Pathos-geladene Szene aus den Filmen in Erinnerung rufen. Sogar wenn ich meinem Sohn ein Stück aus der Nerd-Bibel vorlese, muss ich an bestimmten Stellen ein Schluchzen unterdrücken, weil ich so ergriffen bin. Der Spross meiner Lenden blickt mich dann meist betroffen an und fragt so etwas wie: “Papa, alles stabil noch bei dir?”
Insofern war es natürlich eine beinahe spirituelle Erfahrung an zwei Abenden “The Shire” aus Klemmbausteinen hochzuziehen, während der passende Soundtrack im Hintergrund dudelte.
Aber genug der TLDNR-Vorrede, kommen wir zum…
Bau des Lego Auenland-Sets

Herrlisch!
Schon in der Anleitung werde ich durch Screens und jede Menge HdR-Zitate in die Atmosphäre gezogen.
Die Teile sind wie immer perfekt sortiert und schnell gefunden. Da ich mittlerweile auch verschiedene andere Klemmbaustein-Anbieter ausprobiert habe, kann ich mit Sicherheit sagen: Da reicht NIEMAND an Lego heran. Der Bau ist immer so wie er sein sollte: Stressfrei und meditativ. Da lasse ich Netflix gerne aus und benutze meine Finger. Lobend zu erwähnen, dass mittlerweile auch alle Tüten nicht länger aus Plastik, sondern umweltfreundlich aus Papier sind.
Tja, und dann geht’s auch schon los und ich sehe Bagend Stein für Stein, niedliche Blume für niedliche Blume, innen wie außen vor meinem Auge entstehen.




Dabei entdecke ich so viele liebevolle kleine Details, wie das Bild des weißen Baums in Bilbos Arbeitszimmer, sein Buch oder etwas Gold und sein Mithril-Kettenhemd in einer Kiste. Selbst ein Stück Käse auf dem Kaminsims im Wohnzimmer lässt mich grinsen. Einfach immer gut (als Hobbit) jederzeit ein Stück Käse zur Hand zu haben…

Gelungen auch die leicht zu bauenden “Tricks” des Sets:
Drehe ich an einem Rad, verwandelt sich der brennende Brief im Kaminfeuer in den Einen Ring. Ebenso kann ich auf ähnliche Weise Bilbo auf dem Rednerpult verschwinden lassen. Witzig ist auch, dass es austauschbare Gesichter und explodierte Frisuren für Merry und Pippin gibt, je nachdem, ob sie Gandalfs Feuerwerk-Drachen schon abgefeuert haben oder nicht.

Brief…PUFF… Ring…

Dank Drehscheibe: Da isser… weg isser…
Apropos Mini-Figures. 9 Figuren (Bilbo Beutlin, Frodo, Frau Stolzfuß, Bauer Stolzfuß, Merry, Pippin, Rosie, Samweis und Gandalf) finde ich für die Set-Größe perfekt. Acht Hobbits und der Zauberer bringen Leben ins Auenland.
Ok, aber…
Gibt’s auch was zu Meckern?
Damit niemand sagen kann, dass ich hier dem geschenkten Gaul nicht ins Maul schauen würde:
Blicken wir mal kritisch auf das Set.
Ja, es gibt zwei umherfliegende Stühle (nein, das ist nichts aus Harry Potter), die sich nicht auf Noppen stecken lassen. Finde ich aber nicht ganz so schlimm, dass sie lediglich in die Szene “gestellt” werden können.
Ins Auge fällt allerdings der Partybaum (Siehe auf dem obersten Bild ganz rechts, das steife, gerade Ding mit dem Feuerwerksdrachen darüber). Den hätte ich, als Skill-Level-1-Noob auch bauen können, da er im Prinzip nur aus übereinandergestapelten Vierer-Steinen besteht. Ist das in diesem niedlichen Set ein Deal Breaker? Auf keinen Fall. Aber hier hätten die Lego-Ingenieure sicher noch das Maximum für das Set rausholen können.
Was mich zum Standard-Nachteil beinahe jedes Lego-Sets bringt: 270 Tacken im Schnitt – je nachdem wie und wo ihr es ergattern könnt – ist nicht geschenkt. Man zahlt bei Lego natürlich immer den Namen mit. Was soll ich sagen? Ist halt so.
Geil ist das Set trotzdem.
Für HdR-Nerds, die Lego mögen, auf jeden Fall ein Highlight. Auf Amazon zu haben (Partnerlink)
PS: Irgendwie ulkig und bemerkenswert, dass der EINE Ring dem Auenland-Set, wenn ich richtig gezählt habe, vier Mal beiliegt.

“Gandalf! Sauron hat den Ring!”
“Relax Frodo, dann zieht mal eure Ringe an und wir ballern den Affen in den Äther…”


