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Huntdown: Der 80er Retro-Shooter, der mich fast gebrochen hätte

Dieser martialische Screen, von mir stilecht und neandertalerhaft vom Fernseher abfotografiert, wurde mir am Ende von HUNTDOWN angezeigt.

Ihr wisst schon, das ist dieser blutige Pixel-Retro-Shooter, den ich euch vor… (starrt ungläubig auf das Datum im Blog) …sechs Jahren hier schon einmal gezeigt habe.

Nun habe ich mir das Teil mal runtergeladen, weil ich auf eine möglichst stumpfe Ballerei Bock hatte. Und ich habe es sogar durchgespielt. Auf “Normal”. Noch nicht mal auf “Schwer”. Nur, um dann angezeigt zu bekommen, dass ich ein absoluter Lappen bin, weil nun auch noch “KNALLHART” freigeschaltet wurde.

WAZZEFACK?

Ich habe “Normal” genommen, weil ich ein ausgewogenes Spielerlebnis wollte. Ihr wisst ja, wie das im Leben ist. Balance ist alles. Ist ein Game zu leicht, hörst du auf, weil es zu langweilig ist. Ist es zu schwer, fliegt es in die Ecke, weil es frustriert. Außerdem bilde ich mir ein, dass der Schwierigkeitsgrad “Normal”, nun ja, normal ist – so, wie sich die Entwickler das Spielerlebnis vorgestellt haben.

Und scheinbar wollten die Macher, dass ich bei den späteren Bosskämpfen unflätige Flüche durchs Haus schreie und ständig kurz davor bin, mein Gamepad wie ein feines Kristallglas an der Wand zerschellen zu lassen. Es würde mich wirklich nicht wundern, wenn sich die kranken Huntdown-Freaks auf YT oder Twitch Let’s Plays reinzögen, um sich dabei an den Nippeln zu spielen…

Ok, aber mal im Ernst:

Huntdown ist sauschwer.

Und das sagt jemand, der im Prinzip mit einem Gamepad am Ende der Nabelschnur auf die Welt gekommen ist und Spiele gezockt hat, die die heutige Jugend empört nach ihrer Mama schreien lassen würden.

Am Anfang geht es noch.

Alles chillig, wie man heute so schön sagt.

Ich ballere mich mit allerhand Blei- und Feuerspritzen durch Horden von Kriminellen, erfreue mich am Pixelblut, den markigen Sprüchen meiner Spielfigur und dem treibenden Soundtrack. Alles erinnert an einen 80er-Actionfilm ohne Sinn und Verstand, der damals einen Titel gehabt hätte wie “Action-Ninja-Kommando 3: Blutiger Showdown in den Slums der Gewalt”.

Es gibt eine Mechanik, mit der ich mich kurz in die Schatten/Hauseingänge/Seitenstraßen lehnen kann, um dem Feindfeuer zu entgehen. Ansonsten führt mich die Devise “was tot ist, kann nicht zurückschießen” meistens ans Ziel.

Doch dann kommen die Bosskämpfe.

Alter Zusammenfalter!

Lange wurde ich nicht mehr so gefordert.

Bis auf Schweiß und Blut.

Da half es teilwiese wirklich nur Bewegungsmuster auswendig lernen. Und selbst dann musste noch millimetergenau auf dem Rande des Vulkans getanzt und dabei dichtgedrängten Schusssalven ausgewichen werden.

Einige Endgegner musste ich im zweistelligen Bereich wiederbeehren, bis ich endlich ihr Kopfgeld einsammeln konnte.

Und trotzdem kann ich Huntdown nur wärmstens empfehlen – so warm, wie der Lauf eurer Knarren am Ende jedes Levels sein wird.

Wer Oldschool Arcade Action Geballer wie Metal Slug mag und eine gesunde Frustrationstoleranz besitzt (so wie sie alle Kinder in den frühen Tagen der Konsolenspiele haben mussten), sollte sich durch diesen niedlichen Sylvester Stallone-Schwarzenegger-Revival-Fiebertraum ballern.

Der “Sense of Accomplishment”, wenn ihr den letzten Superboss vom Dach geballert habt, sucht seines gleichen.

Ich muss dann jetzt erst mal ins Sauerstoffzelt.

Later, Alligator!

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