X-Men: Apocalypse ist wie Return of the Jedi

X-Men Apocalypse

6 von 10 apokalyptischen Reitern

Kein Witz! Bryan Singers neuster Beitrag zum bunten Marvel-Filme-Katalog vergleicht sich selbst mit Return of the Jedi, jedoch nicht auf vorteilhafte Weise. In der Handlung des Films, die in den 80ern spielt, werden wir Zeuge wie einige der X-Men etwas enttäuscht aus dem Kino kommen und einhellig der Meinung sind, dass der dritte Teil einer Filmreihe immer der schlechteste sei.

Ich bin mir nicht sicher, ob sich Bryan Singer der Selbstironie bewusst ist, aber sein eigener Film macht dabei scheinbar keine Ausnahme. Im Vergleich zum grandiosen First Class (9 von 10 Kindern des Atoms) und dem schon deutlich weniger atmosphärischen Days of Future Past (7 von 10 Sentinels), schneidet Apocalypse als glanzlosester Teil ab.

Doch mit Glanz meine ich nicht die Spezialeffekte. Die gibt es, aber Holla die Waldfee. Aber sonst eben auch wirklich kaum etwas anderes. Die Story beschränkt sich auf einen uralten Mutanten, der aus Jahrhunderte langem Schlaf gerissen wird und nun die Weltherrschaft zurück haben will. Das können Prof. X und seine Schüler natürlich nicht zulassen und es kommt zum Showdown. Ich glaube, ich spoilere nicht, wenn ich verrate, dass Apocalypse am Ende des Films nicht als lachender Sieger dasteht. Irgendwann sind es selbst für den gottgleichen Supermutanten etwas zu viele Stufe 5-Mutanten, die gleichzeitig auf ihn ballern.

Es kann nur einen geben, der blau ist!

Es kann nur einen geben, der blau ist!

Und das ist eben auch meine größte Kritik am Film. Stufe 5-Mutanten schließen sich zusammen, um den Stufe 6-Mutanten (?) wegzuhauen. Da gibt es zwar noch ein paar kleine rührige Szenen, die eine Botschaft über Freundschaft und Zusammenhalt rüberbringen – was ja auch ganz nett ist – aber im Grunde ist damit der Film ausreichend beschrieben.

Und wer kurz vorher den inoffiziellen Avengers 3 gesehen hat (Civil War), der kommt nicht umhin, die Schlüsselkomponenten von Marvel Filmen miteinander zu vergleichen. Und da hat Civil War in den Punkten Humor, Anspruch und geile Kämpfe einfach überall die Nase vorne. Gerade der letzte Punkt wird bei Cpt. America auf einer so viel akrobatischeren und persönlicheren Ebene ausgetragen. Wenn der Cap Iron Man mit Presslufthammerartigen Faustschlägen in die Ecke drängt oder Black Panther Flugtritte an den Mann bringt, die selbst Jean-Claude Van Damme zum Heulen bringen, dann macht das einfach so viel mehr Spaß als die CGI-Vernichtungsorgie am Ende von X-Men: Apocalypse. Ein Kritikpunkt, den sich auch Batman vs. Superman beim Endkampf mit dem billigen Höhlentroll-Spezialeffekt gefallen lassen muss.

Also nicht, dass jetzt hier ein vollkommen falsches Bild entsteht: Der Film ist Eye Candy, macht Spaß und hat wieder eine grandiose Quicksilver-Szene zu bieten (wobei ich mich nach der gefragt habe, warum Quicksilver nicht die Welt beherrscht). Aber im Vergleich zu anderen Marvel-Filmen, die auch noch in anderen Kategorien außer „buntes Spektakel“ punkten können, kann ich ihm nicht mehr als überdurchschnittlich (6 von 10) geben. Da kann leider auch Olivia Munn als sexy Psylocke nichts mehr dran drehen.

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Kann man sich angucken, kann man auch auf DVD nachholen. Alles kann, nichts muss.

Über Thilo (1143 Artikel)
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