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5 mal Heavy Metal in Game of Thrones Staffel 6

Heavy Metal in Game of Thrones

Unnötig zu erwähnen, dass jetzt ein Spoiler-Feuerwerk folgt, oder?

Wenn wir HBOs Game of Thrones schauen, dann wissen wir was wir bekommen: Bier, Blut und Brüste. Selbst wer George R. R. Martins Romane nicht gelesen hat, weiß nach 5 Staffeln spätestens wie der gefolterte und verstümmelte Hase läuft, bevor er beim Sex hinterrücks erstochen wird.

Neulich, als ich endlich dazu kam mir die jüngste Staffel der Fantasy-Drama-Serie anzuschauen, ertappte ich mich dabei, wie ich beim Drücken auf den Play Button durch zusammen gepresste Zähne flüsterte: Besorg’s mir, Mr. Martin, besorg’s mir HART.

Und doch, war ich nicht vollkommen auf das gefasst, was mir Herr Martin an haarsträubenden Szenen vor den Bug schießen würde. Der Mann hat Sex, Gewalt und Rache zu einer Art neuer Kunstform erhoben. Und es dürfte auch klar sein von welcher älteren Literaturgattung er sich maßgeblich beeinflussen lässt. Genau von der klassischen Heldensage!

Gerade bei Aryas „subtiler“ Rache am Ausrichter der „roten Hochzeit“ fühlte ich mich sehr an die Germanische Heldensage erinnert. Da gibt es diesen Schmied Wieland, der sich am König für dessen Vergehen rächt, indem er seine Kinder zu einer Truhe lockt, diese beim Hineinschauen mit dem Deckel enthauptet, die Knochen der Kinder zu Geschirr verarbeitet und den Vater dann aus den Hirnschalen der eigenen Kinder trinken lässt. Moderate Rache. Klar, dass George R. R. Martin sowas gut gefällt. Denn auch seine dramatischen Wirrungen sind meistens nach diesem immer wieder befriedigenden Muster aufgebaut: Irgendein mieser Despot, Sadist oder Irrer macht sich beim Publikum zunehmend unbeliebt. Und dann folgt, nach so etwas wie einem lange rausgezögerten Orgasmus, endlich die Quittung in Form einer blutrünstigen und furchtbaren Rache.

Aber nicht nur die Racheakte waren blutrünstig und BADASS in dieser Staffel. Auch bei anderen Szenen habe ich „fuck yeah“ gerufen oder meine Luftgitarre zum Besten gegeben, weil sie so… „Heavy Metal“ waren. Einmal bin ich sogar von meiner Liegestätte aus bewusstlosen Frauen aufgesprungen, um zu applaudieren. Ich sage euch Bescheid, wenn wir an dieser Stelle angekommen sind in den 5 Szenen, die in der 6. Staffel von Game of Thrones so verdammt Heavy Metal waren:

1. Ramsay Bolton und die Hunde

Ramsay Bolton

Endlich bekommt der kleine, hinterlistig grinsende Pimmel-Abschneider sein Fett weg. Und zwar sprichwörtlich. Sein Lasterleben als adliges Arschloch hat ihn schön rund und saftig werden lassen. Ihn von seinen eigenen Bluthunden auffressen zu lassen, ist zwar ein würdiges Schicksal für diesen Giftzwerg, doch angesichts seiner Taten im Vorfeld noch fast zu gnädig. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich König Geoffrey oder Ramsay Bolton mehr gehasst habe. Well done, Mr. Martin.

2. Das endharte Mädel Lyanna Mormont

Lyanna Mormont

Wie unfassbar frühreif, abgeklärt und beinhart die junge Lyanna Mormont (glorreich gespielt von Bella Ramsey) auftritt, während sie die Interessen ihres Hauses vertritt, hat mich schlucken lassen. Später bringt sie einfach mal einen Raum voll erwachsener Männer, bestehend aus Adligen und Wildlings, zur Räson, indem sie die Häuser des Nordens an ihren Eid gegenüber Haus Stark erinnert und verhilft damit John Snow dazu als neuer König des Nordens ausgerufen zu werden. Früher wollte ich immer Arya Stark als Tochter haben. Vergesst das. Lyanna Mormont ist deutlich mehr „Heavy Metal“.

3. Arya Starks Rache

Arya Stark

Lange hätte ich mir nicht mehr mit ansehen können, wie sich die süße Arya von den Bekloppten aus dem Face Off-Tempel erniedrigen lässt. Aber nicht nur, dass sie endlich wieder voller Stolz zu ihrem Namen steht, sie übt auch endlich Rache am Initiator der roten Hochzeit. Sie tötet Walder Frey, jedoch nicht ohne vorher dessen Söhne zu zerstückeln und ihm als Pastete vorzusetzen. Mit leerem Magen stirbt es sich einfach nicht gut. Nett von Arya.

4. Cersei und Ordensschwester Unella

Gregor Clegane

Ich wollte während der gesamten Staffel niemanden so sehr leiden sehen, wie den heuchlerisch grinsenden High Sparrow und seine religiösen Fanatiker. Als er dann schließlich mit seinem gesamten Sack und Pack zu einem grünen Feuerwerk wurde, habe ich laut applaudiert. Und als Cersei daraufhin ihre ehemalige Peinigerin, Ordensschwester Unella, mit dem Zombie-Mountain in einer Zelle zurücklässt mit den Worten „Er ist jetzt Euer Gott“, gab es sogar Standing Ovations von mir. Hat die kleine, sadistische Nonne wohl geglaubt, sie würde jetzt einfach nur schnell um die Ecke gebracht… weit gefehlt! Jetzt heißt es erst Mal den lustigen Demon Rape ein paar Wochen über sich ergehen zu lassen. Hahaha, Junge was hab ich gelacht. Der Martin ist echt ein krankes Schwein. Aber eins von der besten Sorte. Und sich daraufhin sofort als neue Königin von Westeros krönen zu lassen, ist natürlich auch ziemlich Heavy Metal von Cersei und sowas von angebracht. Ihr Sohn Tommen hatte das Zepter ja kurz zuvor ordentlich zur Seite gelegt, um seine Theorie über das Fliegen per Gedankenkraft zu testen. Ich habe mich weggeschmissen vor Lachen und die Szene zig Mal zurückgespult. Besonders, weil sie mich total an den größten Mann, der jemals gelebt hat, erinnerte:

5. Daenerys und ihre Drachen

Doch Herr Martins eigentliche Leidenschaft sind blonde Schnecken auf heißen Rössern, das dürfte wohl klar sein. Wie unglaublich dominant und gebieterisch er seine Daenerys auftreten lässt, verrät mir mehr als eindeutig, als was sich seine Haushaltshilfe verkleiden muss. Nachdem Daenerys einer ganzen Hütte voll Barbarenhäuptlingen die Hölle heiß gemacht und mit Hilfe von Drogon die Schiffe der Sklaventreiber abgefackelt hat, würde es mich doch sehr wundern, wenn Frau Targaryen noch irgendwas passieren würde. Sie scheint bisher zumindest ziemlich unantastbar zu sein. Andererseits liebt Martin es natürlich wie kein Zweiter unsere Erwartungen über den Haufen zu werfen. Insofern wird die finale Szene in Game of Thrones vermutlich so aussehen: Als neue Königin der Welt reitet Daenerys auf ihrem neuen Ehemann John Snow, als plötzlich ein eifersüchtiger Drogon seinen Kopf zum Fenster reinsteckt und ihr mitten im Akt den Kopf abbeißt. Ja, ich sehe es schon genau vor mir.

Doch bevor das passiert, dürfen wir uns noch ein wenig an Martins geilen Heavy Metal-Fantasien ergötzen:

heavy metal

Über Thilo (1631 Artikel)
<p>Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.</p>

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