Das neue HeroQuest Game System: Pros und Cons

TM und © Hasbro

Für das ein oder andere nicht-Kind der 80er muss zu Beginn eines solchen Artikels vielleicht erstmal geklärt werden, warum HeroQuest das beste Spiel aller Zeiten ist.

Das ist relativ easy zu beantworten, wenn man sich kurz dieses damals zu Recht viral gegangene Video anschaut:

Why Heroquest is so Great

HeroQuest das beste Spiel aller Zeiten, weil es dieses genetische Amalgam aus Gandalf, Gary Gygax und Geiler Typ sagt, DARUM!

Man glaubt einfach jemandem, der eine Conan-Statue im Regal, das beste Herr der Ringe-Poster an der Wand und einen 5-Meter-Bart hat. Isso. IST EINFACH SO. DEAL WITH IT.

Also, nachdem wir damals als Fantasy-hungrige Kinder Talisman kaputt gespielt hatten (es ging in Flammen auf durch die Dauerfeuer-Reibung), gab es die nächste Einstiegsdroge auf dem Weg zum Pen & Paper-Rollenspiel: MOTHER F-ING HEROQUEST! Das (mit Talisman) BESTE SPIEL ALLER ZEITEN! Wenn ihr mir nicht glaubt, dann… Moment, da waren wir schon…

Na, auf jeden Fall hatte ich neulich den Link zu einer ominösen Vorschauseite gefunden. Dort hatte Spieleschmiede Avalon Hill Games einen Countdown eingerichtet, über dem der Hexer von HeroQuest vielsagend lächelte. Da ich davon ausgegangen bin, dass es sich bei dem Countdown nicht um den Weltuntergangs-Ticker einer bekloppten Sekte handelt, die auf die Auferstehung eines bösen Lich hofft, habe ich heute in froher Hoffnung vor der Seite gesessen und auf das Beste gehofft: Ein neues, geileres MEGA HEROQUEST.

Tja, leider wartete am Ende des Countdowns nur das Crowdfunding zu einer Cashcow. Hätte ich mir im Zeitalter von Kickstarter und Co. auch denken können…

HIER könnt ihr euch das neue HeroQuest Game System, inklusive eines Videos, anschauen und entweder Heroic Tier- oder Mythic Tier-Backer (mit 2 Expansions) werden.

GÄHN?

Aber schauen wir uns das „neue“ HeroQuest Game System mal näher an…

Pros und Cons der HeroQuest-Neuauflage

TM und © Hasbro

Erstmal die…

Cons:

  • Es ist nur eine Neuauflage! Heul! Also zumindest sieht es mir nach einer recht werkgetreuen Nachbildung aus, nur dass das Artwork etwas anders ist und die Möbel alle aus dem 3D-Drucker stammen. Das ist schon irgendwie enttäuschend, denn egal wie wegweisend und Kulturschock-auslösend es DAMALS war – wir haben jetzt 2020! Es gibt etliche Brettspiele dieser Art (Descent, Gloomhaven, hast-du-nicht-gesehen), die es besser machen als das alte HeroQuest. Wollen die Macher wirklich nur die Nostalgie-Cashcow melken? Weil, dann wäre ich vermutlich raus…
  • Alles ist mausgrau! Klar, damals waren die Miniaturen auch nicht angemalt, aber wenigstens waren Untote grau, Orks und Fimire grün… also man konnte sie grob auseinanderhalten, wenn man keinen Bock auf Anpinseln hatte. Aber das Schlimmste sind die Möbel! Früher waren das bunte Pappstücke, die mit Plastikteilen kombiniert und aufgestellt werden konnten. Alles war bunt! Jetzt MUSS alles angemalt werden, wenn ihr nicht in einem Dungeon der grauen Monotonie nach eurer Mama heulen wollt. Crap?
  • Das Artwork. Ja, es ist schick, aber es lehnt sich für meinen Geschmack einen winzigen Zacken zu sehr in Richtung comichaft. Damals war alles noch etwas mehr düster-dreckiges Sword & Sorcery, welches uns mit seinem „gritty realism“ umso mehr weismachen konnte, dass das HeroQuest-Universum so irgendwo existieren konnte. Der Barbar mit seinem Final Fantasy-Manga-Schwert turnt mich dagegen leider ab, muss ich sagen… ist natürlich Geschmackssache.

Pros:

  • Wieder ein HeroQuest, YAY! Nicht mehr schlecht angemalte Minis und angekokelte Spielbretter auf Ebay ersteigern!
  • Das Artwork – auch wenn es dem Sword & Sorcery Artwork von damals nachsteht – ist WUNDERSCHÖN. Da lässt sich nicht meckern.
  • Die Miniaturen sind mega! Viel detaillierter als früher, aber darum vermutlich auch schwerer anzumalen. Die neuen „Abominations“, die mich an irgendwelche lovecraftsche Piranha People erinnern, sind glorreich!
  • Endlich Brüste! Wenn auch kleine Elven Titties. Ok, Spaß beiseite: Auch wenn ich wirklich kein Social Justice Warrior bin, finde ich die Entscheidung wenigstens den Elf weiblich zu machen sehr gut. Besser noch wäre 50/50 gewesen, oder? Barbar, Zwerg, Bogenschützin und sexy Sorceress? Just saying… Einer der Stretch Goals sind Gender-swapped Varianten, womit dann allem genüge getan wäre. Wobei sich der Woke-Mob natürlich trotzdem die Haare raufen wird, dass unter den Helden zu wenige „People of Colour“ und Rollstuhlfahrer sind.

Tja, da habt ihrs!

Werdet ihr euch das neue ALTE HeroQuest zulegen oder es sogar backen?

Reicht euch die Nostalgie oder hättet ihr gerne ein UPGRADE gehabt?

Ich schon…

Über Thilo (1875 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.

4 Kommentare zu Das neue HeroQuest Game System: Pros und Cons

  1. Ich habe auch voller Hoffnung den Countdown angestarrt. Habe immer noch Schlafverzug…
    Ich habe im ersten Moment gedacht, geil ich kauf das. Im zweiten dann, erstmal schauen. Im dritten war mir klar, dass es keinerlei Anpassungen geben wird. Bis auf die Plastiktüren, hat mir dann kaum noch etwas ernsthaft zugesagt. Ich werde es nicht supporten. Da warte ich lieber auf Descent 3.

  2. PS: Ach ja, Boris Woloczin macht die geilsten dreckigen Dungeon & Dragon Minis… Einfach mal nach Googlen, der hat auch geile HeroQuest Ersatzfiguren hergestellt.

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