Daybreakers: Das Leben ist scheisse und dann stirbt man nicht

Zunächst mal für einen empörten Leser meines Blogs: Leichter Spoileralarm

Hab gestern auf wundersamen Wegen den Endzeit-Vampirfilm „Daybreakers“ mit Ethan Hawke als Kippe rauchenden und deprimierten Blutsauger gesehen. Hatte mir im Vorfeld bzgl. der Qualität des Films keine großen Hoffnungen gemacht, weil er es hierzulande noch nicht mal ins Kino geschafft hat. Wieder Erwarten war ich jedoch zunächst angenehm überrascht. Die Story einer zukünftigen Welt von 2019, welche nur noch von Vampiren bevölkert ist, ließ sich gut an: Die Vampire der Welt ernten menschliches Blut in Fabriken an morbiden Melkmaschinen. Leider werden die Menschen mit ihrem köstlichen Lebenssaft immer knapper, so dass Blut nur noch in verdünnten Mengen heraus gegeben wird. Eine Flasche unverdünntes Menschenblut wird dann schon mal wie eine teure Flasche Wein gefeiert. Verständlich also, dass Vampir Ethan Hawke mit seinen Forscherkollegen an einem Blutersatz forscht, welcher das Überleben…äh…Fortbestehen der Vampire sichern soll.

Extremspoiler:

Beim Testen an einem Versuchs-Vampir kommt es dabei zur lustigsten Szene im Film: Nach der Injektion des Ersatzstoffes berichtet der Empfänger: „Mir geht’s eigentlich ganz gut…“ Doch noch bevor er die Worte ganz ausgesprochen hat, kotzt er dem Arzt ins Gesicht und explodiert dann. Ich hab mich bepisst!

Ich weiß, ich bin ein sehr, sehr armer und gestörter Mann…

Der Film ist endlich mal wieder von richtigen Vampiren bevölkert, die Blut trinken müssen und von UV-Strahlungen sauber frittiert werden. Das war nach den Weichei-Schmusevampiren aus Twilight und Vampire Diaries auch dringend nötig. Die Welt ist ganz gut durchdacht und Aspekte wie den „Daytime Driving Modus“ bei dem die Vampire Tagsüber mit verdunkelten Autos über eine Kamera auf dem Dach umher fahren, fand ich sehr spaßig. Leider reicht es für Daybreakers nicht in die Riege der wenigen guten Vampirfilme dieser Welt aufzusteigen, weil der Streifen peinlich und himmelschreiend blöde endet. Hawke findet nämlich mit seinen Freunden von menschlichen Renegades erst eine und dann noch eine zweite Möglichkeit Vampire wieder in Menschen zu verwandeln. Ich verrate jetzt nicht wie. Vielleicht ist mir da auch ein wichtiges Detail entgangen. Fazit: Cooler Film, der den Vampirmythos in eine zukünftige Welt verlegt, aber gegen Ende immer dämlicher wird und ein äußerst unbefriedigendes Ende hat.

Daybreakers

Über Thilo (1163 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.