Helft mir: Wo ist der Reiz von Diablo-Klonen wie KingsRoad?

Hmmmmm... woher kenne ich das nur? In welchem Klassiker konnte man genaus das wählen?

Hmmmmm… woher kenne ich das nur? In welchem Klassiker konnte man genaus das wählen?

Dieses Klonen von Topspielen um des schnellen Geldes Willen lässt sich natürlich bei vielen Games und Genres beobachten, aber als Fan der alten Schule möchte ich als Beispiel mal Diablo 3 und all seine auf hübsche Optik hochpolierten, aber IMO deutlich schlechteren Klone heran ziehen.

Jetzt mal ernsthaft: Warum zocken Leute nicht das „Original“?

Nehmen wir mal als Beispiel KingsRoad mit über 500.000 Spielern. Zocken über eine halbe Million Leute dieses Hack n‘ Slay nur weil es kostenlos ist? (was es natürlich nur indirekt ist, weil später via Micro Transactions häufig unverzichtbare Spielverbesserungen gekauft werden können/müssen)

Für knapp 40 Euro könnten diese Hack n‘ Slay-Lover Blizzard’s Triple A-Titel mit grandioser Gothic Atmosphäre und professionellem Support spielen. Betrachtet man sich die durchschnittliche Spielzeit, die in solche Kill-and-Loot-Games investiert wird, zahlt man bei Blizzard vermutlich im Endeffekt 10 Cent pro gespielten Monat oder so… Da Zeit auch Geld ist, rechne ich immer so. Denn in der Zeit wo ich das tausendste Mal den selben Run mache und einen Elite- Oder Endgegner das ebenfalls tausendste Mal enthaupte für eine kleine Chance auf den Drop des begehrten UBER-items, könnte ich auch „leichte Erdarbeiten unter Aufsicht“ machen und mir ein paar hundert Euro verdienen.

Da gebe ich doch lieber einmal 40 Pfirsiche aus und habe den Top Titel mit monatelanger Unterhaltung auf State of the Art-Niveau, anstatt einmal scheinbar einen guten kostenlosen Deal gemacht zu haben, und dann qualitativ ständig unterdurchschnittlich zu zocken. Denn wie meine Oma immer sagt „Wat nix kostet, is auch nix.“ Aber stimmt das wirklich?

Ich finde Drakensang Online, den wahrscheinlich dreistesten Klon, aber auch KingsRoad (siehe Video unten) zugebener Maßen für Browsergames sehr ansehnlich. Und doch gibt es eben scheinbar keine Armee von Ideenschreibern und Designern, die eine stimmige Welt und passende Architektur und Kleidung schaffen wie bei Diablo 3. Vielleicht ist das auch Geschmackssache und klar, liegt das auch daran, dass Studios häufig mit weitaus weniger Kapital starten als ein Riese wie Blizzard. Da muss dann halt viel nach gepatched und erweitert werden, sobald genug Spieler Ingame-Währung gegen Echtgeld getauscht haben bei dem vermeintlich kostenlosen Titel. Wo wir wieder bei der Milchmädchenrechnung wären… Und kommt mir jetzt nicht mit den Leuten, die sich nie irgendwas kaufen und immer kostenlos mitzocken. Die werden eben auch nie mit den Topspielern, die alle Upgrades haben, mithalten können. Und sollte in so einer Art Spiel nicht jeder dieselben Chancen haben? Ist es sonst nicht frustrierend im „Schatten der Großen“ zu leben? Die Veränderungen, die gekauft werden können, sind in den seltensten Fällen rein kosmetischer Natur und wenn, sind die Manager eines Spiels bekloppt und gehen bald bankrott mit ihrem Game.

Aber diese Diablo-Klone müssen ja auch nicht nur grafisch mithalten können, sondern auch in einem vielleicht nicht vollkommen unwichtigen Punkt wie SPIELMECHANIK!? Und sry, aber wenn ich das lame Klicken bei KingsRoad in folgendem Video sehe, wäre mir das Game vermutlich schon nach den ersten 10 Minuten viel zu langweilig. Auch wenn bei Diablo nicht sofort in den ersten 10 Minuten mit 20 Skills der Bildschirm bebt, fühlt es sich doch „runder“ und einfach „Triple-A-Gamiger“ an…

Warum werden solche Klone also gezockt? Ist das bloße „einen Fantasy-Charakter haben, immer besseres Loot Sammeln, Aufsteigen und sich auf all das einen Runterholen“ tatsächlich wichtiger als der Spielspaß selbst?

KingsRoad #001 - Hack and Slay im Browsergame • KingsRoad Gameplay German

Über Thilo (1154 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.