Mission: Impossible – Fallout hat Tom Cruise wieder nicht umgebracht…

© Paramount Pictures and Skydance

8 von 10 abgelaufenen Zeitzündern

…und das ist auch gut so!

Denn für mich darf er noch Mission Impossible-Teile drehen, bis das Scientology-Raumschiff landet und seinen Greisenkörper aufsammelt.

Denn was der mittlerweile 56-Jährige uns in Mission: Impossible – Fallout mal wieder an Oldschool-auf-die-Fresse-Blechschaden-Action bietet, ist wirklich beachtlich. Besonders, wenn man der Tatsache gewahr ist, dass Cruise immer noch viele seiner Stunts selbst macht; seien sie auch noch so lebensgefährlich. Egal, ob man Hater oder Lover ist, vor diesem Mann muss man einfach einen Heidenrespekt haben.

Nicht nur, dass er physisch ein Supermann sein muss, um aus Hubschraubern oder fahrenden Autos zu springen, nein, er ist auch psychologisch gesehen kein Warmduscher:

Ähnlich wie Jackie Chan seinerzeit, geht auch bei ihm kaum ein Dreh ohne Verletzungen über die Bühne. Diesmal hat er sich bei einem Sprung über eine Häuserschlucht das Sprunggelenk gebrochen. Die Ärzte waren nicht sicher, ob er überhaupt noch mal richtig gehen können würde.

Also ich hätte mich heulend ins Krankenhausbett und dann meine Karriere mit Chips und Netflix ad acta gelegt. Aber nicht motherfucking Tom Cruise. Der hat einfach jeden Tag von morgens bis abends Lauftraining in einer Rehaklinik absolviert, damit er in Rekordzeit (immer noch 7 Wochen) wieder gehen und scheiß MI6 zu Ende drehen konnte. Was für ein geiler Heini!

Und nach dem Aufprall ist er auch noch weiter gehumpelt, um die Szene sicher im Kasten zu haben. Voll der „Aragorn“! Wer das mal in Nahaufnahme mit durchleben möchte:

Footage of how Tom Cruise broke his ankle while filming his latest movie – The Graham Norton Show

Tja, vermutlich ist es dieser Todesverachtung und Liebe zu Oldschool-Action ohne CGI zu verdanken, dass die letzten MI-Teile alle sehr gut beim Publikum ankamen.

Ich glaube, aus der liebgewonnenen Impossible Mission Force, kurz I.M.F. (Alec Baldwin, Simon Pegg und Ving Rhames) war es Luther, der im Film über Ethan Hunt sagte: “Er ist der Beste, in dem was er tut.” Und ich glaube, das war ein Meta-Kommentar, der eigentlich auf Tom Cruise als Schauspieler gemünzt war.

Für mich ist Cruise bzw. Hunt schon lange der bessere Bond. Zwar konnte Daniel Craig im Casino Royale Remake von 2006 der leicht angestaubten Bond-Fassade nochmal einen frischen Anstrich verpassen. Doch während die Mission Impossible-Teile mit der Zeit immer besser wurden, bauten die Bond-Teile in Spannung und Story immer weiter ab.

Es ist interessant zu beobachten, wie sich die MI-Filme auf Rotten Tomatoes gemausert haben:

Mission: Impossible (1996) 63%

Mission: Impossible 2 (2000) 57%

Mission: Impossible III (2006) 70%

Mission: Impossible Ghost Protocol (2011) 93%

Mission: Impossible Rogue Nation (2015) 93%

Mission: Impossible – Fallout (2018) 97%

Kurve geht klar nach oben und kann sich an der Spitze halten. Wurde das perfekte Agenten-Thriller-Rezept gefunden? Eine Erklärung ist sicher, dass nach dem John Woo-Debakel MI 2, das ganz klar Style über Substanz stellte, ab Teil 4 J. J. Abrams produzierte. Der Mann versteht einfach sein Handwerk.

Und nun habe ich viel reminisziert und gefaselt und fast nichts über Mission: Impossible – Fallout selbst berichtet.

Aber auch das ist gut so.

Denn ich möchte von diesem schmackhaften Cocktail aus knallharten Kämpfen und haarsträubenden Stunts vor immer wieder neuen und spannenden Kulissen gar nicht zu viel spoilern. Story-technisch könnte ich das auch gar nicht, weil ich dank Gerstensaft und Übernächtigung zwischendrin mal den Überblick verloren habe, welcher Doppelspion gerade wen und wie hinters Licht führt.

Es reicht eigentlich zu sagen, dass man immer noch genau das bekommt, was man bei MI erwartet:

Gummimasken, Schießereien und beinahe abgelaufene Zeitzünder. Manchmal ist das mittlerweile vorhersehbar und man flüstert sich im Dunkel des Kinos zu, was als nächstes passiert. Doch manchmal spielt MI6 auch genau mit dieser Erwartungshaltung und dreht den Spieß ein weiteres Mal um.

Schön finde ich, dass sich die Macher durchaus bewusst sind, dass Tom Cruise älter und MI abgedroschener wird. Deshalb betitelt Angela Bassett als CIA-Chefin den I.M.F. auch als „Halloween für Männer mit Masken“.

Noch geht das Konzept auf und wir rollen nicht zu genervt mit den Augen, wenn der Zeitzünder mal wieder bei genau einer Sekunde entschärft wird. Doch die „Self Awareness“ des Films lässt mich vermuten, dass sich Mission Impossible 7 irgendwie neu erfinden wird.

Mission: Impossible – Fallout Trailer:

Mission: Impossible – Fallout (2018) – Official Trailer – Paramount Pictures

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2 Kommentare zu Mission: Impossible – Fallout hat Tom Cruise wieder nicht umgebracht…

  1. Verdammt, jetzt brauche ich ja gar kein eigenes Review mehr zu dem Film schreiben – du hast meine Meinung dazu einfach schon viel zu gut wiedergegeben 😀

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