Bald ist Halloween! Höchste Zeit für eine Horror-TV-Serie wie Penny Dreadful

Penny-Dreadful

Penny Dreadful, was soll das denn sein, fragt ihr euch vielleicht gerade. Zunächst mal waren das im viktorianischen England günstig zu bekommene und reißerische Geschichten, ähnlich unseren „Groschenromanen“. Gleichzeitig ist dies eine neue Horrorserie von John Logan, die im viktorianischen England spielt und, passend zum Namen, allerhand klassische Schauergeschichten in einer einzigen Serie verwurstet.

Ich schreibe ungerechter Weise „verwurstet“, weil ich zunächst befürchtet hatte, hier eine unerträgliche Cuvée meiner liebsten Gothic Monsters in einer Suppe zusammen gewürfelt zu finden; ähnlich wie Van Helsing mit Hugh Jackman, nur in Serienform. Wenn jemand seine Magisterarbeit über Gothic Literature geschrieben hat, dann ist die Darstellung der darin vorkommenden Themen im Film für den Schreiberling eine brisante Angelegenheit und Herzenssache. (Gott, klingt das eingebildet… weniger eingebildet, wenn ihr wüsstet, wie ich fauler Sack bei der Anfertigung der Arbeit gelitten habe…). Doch ich kann in meiner Rolle als ewiger Liebhaber von Gothic Novels Entwarnung geben. Penny Dreadful ist zwar wirklich „dreadful“, aber nur in bester Manier.

Und das bedeutet konkret, dass ich die Serie nach nun gerade mal 3 Folgen trotz anfänglicher Vorbehalte dringend weiter schauen muss. Wenn ich ihr dafür in meinem Serien-Binge Watching-Plan Platz mache, ist das eigentlich schon Lob genug. Denn dieser Tage kann man ja wirklich nicht mehr alles schauen, weil das Angebot einfach viel zu riesig ist. “Serienjunkies“ wie ich können sich ja mittlerweile bei den Serien auf maxdome oder vergleichbaren Anbietern derart allumfassend ihren Fix holen, dass rote Augen, nervöse Zuckungen und teilweise kompletter Realitätsverlust manchmal nicht ausbleiben. Und das ist auch gut so.

Aber zurück zum blutigen Thema. Natürlich ist die Grundprämisse der Serie, Dracula, Victor Frankenstein, Dorian Gray, Jack the Ripper und andere Ikonen der Schauerliteratur in einen Topf zu werfen, nach wie vor vollkommen albern. Doch die Art, wie die Serie sich trotz allem selbst ernst nimmt und wirklich stimmungsvolle düstere Orte und Situationen auf den Schirm zaubert, bringt irgendeine perfide Glocke in mir zum Läuten.

Das liegt zum einen sicherlich an den wirklich herausragenden Schauspielkünsten von nicht gerade unbekannten Schauspielern wie Eva Green, Josh Hartnett oder Timothy Dalton in den Hauptrollen. Gerade die geheimnisumwitterte Vanessa Ives wird von Eva Green so leidenschaftlich und kompromisslos gespielt, dass es eine ungezogene Freue ist. Haltet besonders nach der Séance-Szene Ausschau, in der Frau Green mal wieder zeigen darf von welchem Kaliber sie ist.

Penny-Dreadful-Dorian-GrayZum anderen gefällt mir an Penny Dreadful, was ich auch schon an True Blood zu schätzen wusste: Die Macher schämen sich nicht Blut, Nacktheit oder eine Kombination aus Beidem zu zeigen. In einer Serie über Gothic Horror wären weniger anstößige Bilder auch einfach unangebracht. Wo, neben anderen Monstern, Vampire eine Rolle spielen, die wie kein anderes Wesen der Nacht für Erotik und Tod gleichermaßen stehen – und psychologisch betrachtet noch für so viel mehr; aber das würde jetzt zu weit führen –, da sollte der Zuschauer schockierende Bilder erwarten und auch bekommen. Und an der Front liefert Penny Dreadful ohne Vorbehalte. Der Spruch von Dorian Gray, als er mit einer Sterbenskranken Sex hat, die ihm dabei Blut ins Gesicht hustet, fasst den Spirit der Serie ganz gut zusammen, glaube ich: “I’ve never fucked a dying creature before.” Und passt natürlich hervorragend zur übersättigten, bösen Seele, die in der schönen Brust von Dorian schlummert…

Aber ich möchte eigentlich nun kaum mehr ins Detail gehen und inhaltliche Spoiler preis geben. Insbesondere, weil die Story, in meinen Augen zumindest, zweitrangig ist und klar hinter die gut gelungene Gothic-Atmosphäre zurück tritt. Hier ein Trailer, der einen guten Eindruck von der Vielzahl der „Gothic Imagery“ vermittelt:

Penny Dreadful Season 1 | Official Trailer | Eva Green & Josh Hartnett SHOWTIME Series

Über Thilo (1163 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.