Psycho Goreman ist köstlicher Splatter-Nonsens

WIE NENNST DU MICH??? © RLJE Films

8 von 10 Erzherzögen der Alpträume (Wertung für Hardcore-Trash-Fans)

Psycho Goreman ist eine eigenwillige Horror-Trash-Komödie, in der zwei Kinder beim Ballspielen versehentlich eine böse außerirdische Macht entfesseln, die sie jedoch über einen magischen Edelstein befehligen können.

Was bei dieser Story-Grundlage herauskommt ist blutiger Edel-Trash in der Tradition der Troma-Filme, den man entweder liebt oder hasst.

Im Grunde braucht ihr schon ziemlich hohe Trash-Werte auf eurem Charakterblatt, um euch wirklich auf den Film einlassen zu können:

B-Movie-Connoisseur 6

Gummimonster-Disbelief-Resistenz 8

Splatter-affin 7

Nonsense-Toleranz 9

Ich kann nur vermuten, dass der Regisseur, Steven Kostanski, von der Idee zu diesem genialen Film beseelt wurde, als er versehentlich ein Gurkenglas von 1731 geöffnet und trotz toxischer Dämpfe komplett verputzt hat. Oder er hat eimerweise Lack gesoffen – aber das gute Zeug: Voller Hass und Liebe und Wahnsinn.

Ihr merkt schon, ich versuche das Gesehene selbst noch zu verarbeiten und in die richtigen Worte aus blutigem Latex zu kleiden…

So oder so, ziehe ich den Hut vor dem, was Herr Kostanski da geschaffen hat. Köstlichen Schwachsinn, der sich selbst nicht ernstnimmt. Aber mit offensichtlicher Freude am Genre gedreht und stilistisch irgendwie in sich stimmig.

Klar, die Splattereffekte sind alle Marke „blutige Schweinegedärme vom Metzger um die Ecke“, aber genau das ist ja der Charme. Hier wurden kaum Computereffekte benutzt, und wenn, dann so wunderbar hakelig und grob, dass es die Atmosphäre der gekonnten und liebevollen Handarbeit unterstützt hat.

Und Psycho Goreman hat wirklich äußerst kreative und ulkige Kostüme zu bieten. Der „Death Trapper“, eine Mischung aus Roboter und riesigem Fass voller Leichenteile, in einer späteren Filmszene lässt mich noch immer nicht los.

Wie gesagt, alles erinnert irgendwie an die alten Troma-Filme, schafft es jedoch trotzdem sich klar darüber zu positionieren.

Der Cop fragt sich, was heute schiefgelaufen ist… © RLJE Films

Allein der Humor setzt Psycho Goreman deutlich von albernem Slapstick-Witzen eines Toxic Avengers ab. Bei einigen wirklich grotesken Situationen und Gesprächen musste ich laut lachen. Besonders der unfreiwillige Zombie-Polizist wird mich noch eine Weile begleiten. Und letztlich waren es auch die trockenen Sprüche des „Erzherzogs der Alpträume“, wie sich Psycho Goreman selbst nennt, die mich äußerst amüsiert haben.

Der restliche Cast macht seine Aufgabe, vollkommen absurd und albern auf die Schrecken des Films zu reagieren, solide. Allerdings war das gnadenlos überzeichnete Mädel, das sich vor nichts und niemandem fürchtet, teilweise etwas „too much“ für mich. Manchmal habe ich die Rotzgöre gefeiert und gleich im nächsten Moment wollte ich, dass sie endlich von Psycho Goreman in Stücke gerissen wird.

Aber ich denke, das Erwecken dieser ambivalenten Gefühle war vom Regisseur durchaus beabsichtigt. Denn die Grenzen zwischen Gut und Böse oder Vernunft und Wahnsinn verschwimmen im Film teilweise vollständig.

Sind die einst unterdrückten Obsidian-Paladine die Bösen? Oder vielleicht doch eher die fanatisch alles auslöschenden Templars? ODER die Menschen selbst?

Entscheidet am besten selbst.

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Und mir dann bitte sagen, ob „Crazy Ball“ eine gute Rahmenhandlung war oder nicht. Ich denke schon.

Über Thilo (1103 Artikel)
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