Retro Review: Mad Max 2 – Der Vollstrecker

mad_max_2_der_vollstreckerObwohl sie einen gigantischen Kultstatus haben, sind die Mad Max Filme irgendwie an mir vorbei gegangen. Vielleicht, weil das Endzeit-Genre in meiner Kindheit noch nicht so boomte wie es das derzeitig tut.

Durch Fallout 3 inspiriert, hab ich mir deshalb neulich Mad Max 2 (im Original “The Road Warrior”) auf Bluray besorgt, um mir den angeblich besten Teil, inklusive haarsträubender Verfolgungsjagd, zu Gemüte zu führen. Was soll ich sagen? „Ganz nett“, kommt mir am leichtesten über die Lippen.

Der Film spielt einige Jahre nach der Handlung von Mad Max 1. Max wandert, durch den Tod seiner Familie verbittert, als Nomade durch das postapokalyptische Ödland. Dabei gerät er in einen Konflikt zwischen rivalisierenden Banden, die sich um Öl und Benzin streiten, welches das wertvollste Gut geworden ist. Soweit zur übersichtlichen Handlung.

Und hier offenbarte sich bereits das erste große Fragezeichen bei mir: Öl ist das wertvollste Gut? Man sollte doch meinen, dass Lebensmittel und Wasser in der Wüste den höchsten Stellenwert hätten. Zumal sich Max einmal über eine Dose Hundefutter her macht, als wäre es Kobe-Rind in Honig-Senf-Soße. Irgendwie scheint es völlig sinnlos zu sein 24/7 mit schrottigen Autos und Motorrädern durch die Wüste zu brettern, auf der Suche nach mehr Benzin und Öl, damit…man weiter durch die Gegend fahren kann. WHY? Beißt sich da nicht die Katze in den eigenen Schwanz?
Als „Gralssuche“ einer zerstörten und hoffnungslosen Endzeitwelt hat mir die etwas kitschige Suche nach Sinn (und Glauben) in Book of Eli besser gefallen.

Mad Max 2 ist ein solider Endzeit-Actionfilm mit einem wortkargen Mel Gibson in der Hauptrolle. Für einen Film der 80er waren mir Frisuren, Kleidung und Stirnbänder jedoch ein wenig zu 60er, wie auch die ganze „Wir müssen dringend zum Meer-Hippie-Bewegung“ des Öl-fördernden Camps von Unterdrückten. Für damalige Verhältnisse war die Verfolgungsjagd mit dem Öl-Truck am Ende sicherlich spektakulär, hat mich aber im Zeitalter eines „Matrix-Highway-Chase“ oder anderen atemberaubenden Verfolgungsjagden nicht wirklich vom Hocker gerissen.

Im Grunde lebt Mad Max 2 von seinen abgefahrenen Charakteren: Der trottelige Minihubschrauber-Pilot, das verwahrloste Kind mit dem Super-Bumerang oder der Motorradrocker mit rotem Irokesenschnitt und blonder Tucke auf dem Rücksitz sorgen für eine schön postapokalyptisch-durchgeknallte Atmosphäre. Insgesamt betrachtet hat der Film jedoch so seine Längen und lebt in erster Linie wohl von seinem Kultfaktor.

Eindrücke:

rocker

Der androgyne Blondie läßt sich später einen Bumerang durch den Kopf gehen

humongous

Der Bösewicht, der so heißt wie er aussieht: Jason...äh Humongous, meine ich

Fazit: 6 von 10 Benzinkanistern

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