Stargazer: Wunderbar skurrile Space Opera mit Schenkelklopfgarantie

Spoiler: Im Strandurlaub gibt es bessere Möglichkeiten für Amüsement, als sich wie ein deutscher Pauschaltourist mit besoffenem Kopp Sonnenbrand zu holen und ab und an die Ehefrau “voll lustig” mit angeschwemmten Quallen zu bewerfen.

Im Strandkorb ein gutes Buch zu lesen ist eine solche Möglichkeit.

Zu diesem Zweck hatte ich mir gleich drei Romane auf meinen Reader gezogen und innerhalb von zwei Wochen inhaliert.

Am meisten Spaß brachte mir dabei der fünfte und vorerst finale Band (hahahaha, Ivan wird garantiert noch x Bände nachlegen) von Ivan Ertlovs Stargazer!

Der süffige Scifi-Roman passte aber auch einfach zu gut!

Beim Blick auf das dunkle, von Wellen gepeitschte Meer driften meine Gedanken ohnehin immer schnell in fantastische, fremde Welten ab. Die lichtlosen Tiefen der Ostsee vor mir passten irgendwie perfekt zu dem Weltraumabenteuer auf meinem Schoß. Insbesondere, da der fünfte Stargazer-Teil an einer Stelle sogar unerwartet feucht wird.

Und damit meine ich ausnahmsweise mal nicht Ivans unverwechselbaren Humor.

Aber ich möchte hier nicht nur Stargazer – Fremde Welten, sondern die gesamte Reihe vorstellen und über den Klee loben.

Was ist Stargazer?

Ivan Ertlovs Stargazer lässt sich vielleicht als eine Mischung aus Star Wars, Heavy Metal, LEXX, Titan AE und seiner eigenen glorreichen Avatar-Reihe bezeichnen.

Und genau wie letztere, ist auch Stargazer wunderbar anders, setzt sich wohltuend von der Masse der Scifi-Bücher auf dem deutschen Markt ab.

Zunächst mal hätten wir da die wahnwitzige Prämisse: Die Menschheit wurde bis auf wenige Exemplare komplett ausgerottet.

Yep, Bäm: Dieter Bohlen, Donald Trump und alle von Ivan innig geliebten Menschlinge auf einen Schlag fott.

Zwar haben sich andere Völker des Spiralarms auch nicht immer durch Nächstenliebe und die Bereitschaft zur wohlwollenden Völkerverständigung hervorgetan, doch die Menschheit war zu weit gegangen. Die “Geißel des Spiralarms” mit ihren Massenvernichtungswaffen musste zum Wohl der übrigen Alien-Völker ausradiert werden.

Was hier jetzt nicht unbedingt witzig klingt, wird aber durch Frank Gazer, einen Nachfahren der Menschheit, zu einem Ulk, der mich ständig laut auflachen ließ.

Frank hat in der neuen Ordnung des Kosmos, einer Art kalten Krieg mit fragilem Frieden, einfach mal gar nichts zu melden. Er muss sich ständig beweisen und hoffen nicht verspeist zu werden.

Ich sage nur so viel: Wenn Kapitel mit Kochrezepten und Tipps zur schmackhaften Zubereitung von Menschen beginnen, ist das genau mein (gestörter) Humor.

Doch Frank hat es weitergebracht, als so manch anderer seines Volkes, darf sogar ein Raumschiff fliegen und gewisse Rechte wahrnehmen. Es scheint sich ausgezahlt zu haben, dass sich sein Vater zu seinem Wohle von einer einflussreichen Aliendame fressen ließ.

Nun verdingt er sich als Prospektor und schürft auf fremden Planeten wertvolle Erze. Dabei erlebt er mit einer bunten Raumschiffcrew von sehr unterschiedlichen Aliens haarsträubende und teilweise auch haarsträubend witzige Abenteuer.

Seine Crew, die im Lauf der Zeit erst zu Freunden, dann zu Familie wird, besteht aus äh… also… puh…

Stellt euch einen weiblichen Bug von Starship Troopers, einen Wookie von Star Wars, Yaphit, den lebenden Schleim aus The Orville und eine fleischfressende Furry-Dame mit großen Ohren und 4 Brüsten (Ui…) vor.

Dann habt ihr Betshrachthora, alias Betsy (Metallschmeckerin, Chefingenieurin), Troshk (Waffenoffizier), Florbsh (Anwalt) und Dilara (Astrotelepathin).

Und mittendrin Kommandant Frank Gazer, der zur Sicherheit nur mit einer Art Wasserpistole ausgerüstet ist. Aber wenigstens sind sich immer alle einig:

Frank wird nicht gefressen.

Nur im allergrößten Notfall!!!

Also, ihr merkt schon, Stargazer ist eine etwas andere Space Opera, die aber durchaus mit ernsten, emotionalen und dramatischen Momenten aufwarten kann.

Ivan hat mich, wie gewohnt, über 5 Bücher zwischen Lachen und Weinen, sowie mit seiner typischen flott erzählten Action bei der Stange gehalten.

Wer seinen typischen Humor, seine politischen, wie popkulturellen Anspielungen mag, kommt um diesen tollen Weltenbau mit liebenswerten, komplexen Charakteren eigentlich nicht herum und sollte sich das dringend auf Amazon mal anschauen. (Partnerlink, Danke!) 🙂

Über Thilo (1163 Artikel)
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