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Street Fighter (2026): Wieso bleibt M. Bisons Fresse unpoliert?

© Paramount Pictures

6 von 10 strammen Oberschenkeln

Als Mortal Kombat- und Street Fighter-Fan der ersten Stunde zog es mich gestern wie magisch ins Kino.

Natürlich musste ich mir den neusten Versuch Street Fighter in einen Kinofilm zu verwandeln zu Gemüte führen.

Der Trailer (hier auf Youtube) hatte einen ulkigen, sich selbst nicht ernstnehmenden, aber durchaus brutalen Martials Arts-Film versprochen – also, genau das, was Street Fighter-Nerds sehen wollen.

Doch genau da ist für mich nun das Problem: Ich fürchte, der Trailer hatte etwas zu viel versprochen. Für eine Beat em Up-Verfilmung fand ich den Zweistundenfilm stellenweise überraschend langatmig.

Trotzdem sage ich gleich vorweg: Street Fighter macht an den richtigen Stellen Spaß und ist um Längen besser als sein Vorgänger von 1995. Die Messlatte hing allerdings auch nur so hoch, dass Jean-Claude Van Damme im Spagat drunter her rollen könnte.

Am besten teile ich diese Review in eine Pro- und Kontra-Sektion auf. Keine Ahnung, wie ich es sonst angehen soll. Es ist Samstagmorgen und meine Akkus stehen auf “wieso liegst du Idiot nicht noch im Bett?”

Was Street Fighter spaßig macht

© Paramount Pictures

Bis auf eine Ausnahme sind alle Figuren mit passenden Schauspielern besetzt. Mit Jason Momoa, 50 Cent und anderen wurde auch an großen Namen nicht gespart. Besonders Noah Centineo hat für mich als Ryus Adoptivbruder, Ken Masters, den Film häufig alleine auf seinen Schultern getragen. Besonders körperlich habe ich ihm den Straßenkämpfer-Knochenbrecher sofort abgekauft. Lustig, wie sich damals Leute aufgeregt haben, als Noah in einem gescheiterten Motu-Projekt He-Man spielen sollte und als zu “lappenhaft” abgestempelt wurde…

Schön auch zu sehen, dass Chun-Li (Callina Liang) und Cammy (Mel Jarnson) als die heißen Sexbomben inszeniert werden, die sie in den Spielen sind, inklusive der Anspielungen auf ihnen hinterherhechelnde Männer, die mich durchaus schmunzelnd an mein jüngeres Ich erinnert haben. Ach, wem mache ich etwas vor? Mir geht bei durchtrainierten, gutaussehnenden Kämpferinnen immer noch HART einer ab. HART!

Stilistisch sehr gelungen fand ich auch die Anime-Sequenzen, die uns in Rückblenden wichtige Story-Elemente erzählen. Sie trugen zu der ganzen Videospiel-Atmosphäre des Films bei.

Genau wie die Special Moves der Fighter! Hier wurde an Fan-Service wirklich nicht gespart. Auch, wenn ich mir gewünscht hätte, dass Dhalsim wenigstens ein einziges Mal Feuer spuckt, haben doch die meisten Street Fighter sehr akkurat sämtliche ihrer Spezialattacken ausgeführt. Auf dieser Ebene hat der Film, wie auch schon Mortal Kombat 2 von 2026 alles richtig gemacht.

Gekonnt untermalt auch die Musik den Film und fängt die 90er-Jahre-MTV-Zeit gut ein – die Zeit, in der Street Fighter 2 auf Konsolen rauf und runter geprügelt wurde.

Was Street Fighter straucheln lässt

© Paramount Pictures

Trotz aller spaßigen Momente in Street Fighter war ich von einigen Elementen doch ein wenig enttäuscht.

Zunächst mal ging für mich das M. Bison-Casting gar nicht klar. Zwar kam David Dastmalchian in seiner Rolle schön schleimig, cringe und amoralisch rüber, aber eher wie ein Bösewicht in einer James Bond-Persiflage wie Austin Powers. Bison ist in den Spielen aber nie nur der Typ, der irgendwas mit “Psycho” schreit und ansonsten wie eine arme Wurst im Anzug wirkt. Ihm kann wohl niemand ernstlich abkaufen ein “Street Fighter” zu sein. Es sei denn, er hat einen Weg gefunden Martial Arts zu trainieren, ohne erkennbare positive Auswirkungen auf den Körper. Eine echte Marktlücke.

Dazu seine lächerliche Maschine, um Psycho-Power von seinen Opfern zu “ernten” und damit seine eigene Macht zu vergrößern… Hui, B-Movie-Flair vom Feinsten.

Ich meine, klar, dass Street Fighter ein wenig trashig werden würde, hatte der Trailer ja angedeutet. Aber es ist nicht “gut”-trashig, wie da die Leute an albernen Schläuchen hängen, während ihr blau leuchtendes Mojo abgepumpt wird. Und Bisons Hot Chick-Brigade sieht dabei zu und kommt nicht auf die Idee, dass der Mann vielleicht ganz schlimm einen an der Waffel hat?

Und dann soll der “Fetisch” dieses Hampelmanns auch noch die gesamte Story des Films tragen: Der in der Versenkung-verschwundene Ryu soll zu einem Turnier gelockt werden, damit Bison ihn fangen und sein “Dark Hadou” absaugen kann. Puh…okay.

Leider sind die meisten Dialoge in einem Film, der als “Martial Arts-Komödie” beworben wird, auch nicht wirklich lustig. Und viele Begegnungen und Gespräche haben mich gelangweilt zurückgelassen, während ich einfach nur mehr Kämpfe sehen wollte. In einem Film namens Street Fighter? Vermessen, ich weiß.

Unverzeihlich auch, dass Regisseur Kitao Sakurai alle Weichen in Richtung Fortsetzung stellt, anstatt uns erst mal hier und jetzt ein zufriedenstellendes Ende zu bieten. Doch stattdessen werden wir des wichtigsten Endkampfes beraubt.

Ryus Fight gegen sich selbst (seine Sith-Allüren) bzw. gegen Akuma war Endgegner-würdig, aber nicht DER Endkampf. Natürlich wollen wir als Zuschauer noch sehen, wie der ekelhafte Bison auf die Fresse bekommt. Besonders, da Chun-Lis Kampf gegen ihn ein zentrales Story-Element war. Immerhin hat Bison ihren Vater getötet. Sehr unbefriedigend ihn dann einfach in ein Auto steigen und wegfahren zu lassen. Echt jetzt?

Auch Sagat hätte ich gerne in Aktion gesehen, wo sie schon Vega und Balrog aufgefahren haben. Den monströsen Thai-Boxer nur als Randnotiz in einer der Anime-Sequenzen zu verheizen war ungeschickt.

Auch hier wirkte es wieder so – besonders durch die kurze After Credits-Scene – dass er für ein Sequel aufgespart wird. Nur sollte man vielleicht den ersten Teil eines Street Fighter-Remakes punktlanden lassen, bevor man Charaktere für eine Fortsetzung spart, die vielleicht nie realisiert wird.

Also, der Film hat seine schönen Fan-Service-Momente, kann sich jedoch als Gesamtwerk, ähnlich wie der letzte Mortal Kombat, nur geradeso über Mittelmaß stemmen. Schade Schokolade.

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