Warum Robert Davids He-Man besser ist als der von Kevin Smith

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Weil er am Leben ist.

Hahaha, ja, wir lachen gemeinsam, aber es ist mein Ernst.

Du kannst nicht in einer Show, die sich ursprünglich um HE-MAN and the Masters of the Universe dreht, den Typen namens He-Man umbringen und erwarten, dass es keinen Backlash gibt:

Ich meine, wir müssen uns das ja nur mal umgekehrt vorstellen:

Die Macher bringen eine neue She-Ra-Serie raus, töten She-Ra und lassen die Hauptrolle von einem Mann übernehmen. Und wenn She-Ra dann endlich wiederkommt, zeigen wir nochmal wie schwach sie ist, indem wir sie einfach gleich nochmal töten…

Genau. Der Aufschrei wäre zurecht groß.

Aber um das gleich klarzustellen:

Ich mag Masters of the Universe: Revelation von Kevin Smith

Da waren echt viele schöne (erwachsene) Ansätze drin. Allein mit seinen ganzen Star Wars – und Herr der Ringe-Anspielungen hatte er mich schon – zusammen mit dem ganzen anderen Fanservice. Und für eine finale Bewertung seiner Serie muss ich natürlich erstmal die zweite Hälfte der ersten Staffel gesehen haben. Deshalb auch bisher in diesem Blog nicht geschehen.

Doch EIN Fanservice ist eben jetzt schon krass in die Hose gegangen: He-Man gegen eine Teela mit “gender-neutraler” Frisur zu tauschen ist einfach nur die Woke-Einspritzung, für die Kevin Smith seine Seele verkauft hat.

Niemand hat etwas dagegen andere Figuren mehr in den Vordergrund zu rücken – gerade Frauen mehr als nur Nebenfiguren oder Damsels in Distress sein zu lassen. Die neue She-Ra-Serie hatte das schon sehr gut gemacht.

Denn wenn wir mal ehrlich sind, ist die 80er-Serie – vom Nostalgiefaktor mal abgesehen – in der Hinsicht auch eher unlogisch und albern.

He-Man und DIE MEISTER DES UNIVERSUMS? Echt jetzt? Welche Meister denn? Früher lief doch ohne He-Man und sein Zauberschwert nichts! Wenn sich Adam nicht in den “Stärksten der Starken” verwandelt hat, konnte meist nicht gewonnen werden. Ein eher langweiliges Konzept aus heutiger Sicht.

Doch wie rückt man andere Figuren mehr in den Fokus?

Hmmm, lass mal überlegen…

Vielleicht indem man sie stärker oder sogar gleichberechtigt macht?

Sicher nicht, indem man den starken Hauptcharakter einfach tötet, damit im KONTRAST alle anderen besser werden. Das ist, sorry, WOKE-BULLSHIT, der sich über Spieß-umdrehen definiert und nicht über Gleichberechtigung.

Und damit wären wir auch endlich beim Thema dieses Artikels.

Warum He-Man and the Masters of the Universe von Robert Davids rockt

© Netflix

Ja, ich kann verstehen, dass Leute sich aus besagter Nostalgie in den Look der 80er-Serie verliebt haben. Geht mir ja nicht anders.

Doch wenn man sich mal an den “Overwatch-Look” der Serie gewöhnt hat, kann alles, was unter dieser Oberfläche liegt, durchaus begeistern. Außerdem stört der voll animierte Look bei Serien wie Clone Wars oder The Bad Batch ja auch nicht…

Jetzt bleibt mal sitzen und schnallt euch an. Dann zeige ich euch, wie richtiges WOKE geht!

Natürlich ist Robert Davids He-Man and the Masters of the Universe eine Neuinterpretation des Stoffes, der insbesondere Kinder ansprechen soll.

(Hat den Vorteil, dass ich alle Folgen mit meinem Sohn zusammen gucken konnte.)

Doch diese Neuinterpretation macht vieles richtig und interessant. Natürlich werden viele bei einem Robo-Orko oder einer Ram-Ma’am aufschreien. (Weiblicher Ram-Man geht nicht? Aber ein Teela-He-Man schon?)

Doch die Hauptbotschaft der Serie ist der ganzen Story von Kevin Smiths He-Man einfach meilenweit überlegen:

Die Macht von Grayskull kann jeder anzapfen! Nicht nur He-Man.

DAS ist eine schöne Botschaft für die kommende Generation.

Dabei verstärkt die Macht von Grayskull immer das, was ohnehin schon in jemandem drin ist.

So wird aus Prinz Adam He-Man.

Aus Duncan der Man-at-Arms.

Aus Teela die (neue) Sorceress.

Aus Krass wird Ram-Ma’am usw.

Plötzlich macht der MASTER OF THE UNIVERSE-Titel ja Sinn! Sieh mal einer an.

Die zweite Botschaft der Serie nenne ich ebenfalls sehr gelungen:

Wer seine Macht teilt, gewinnt am Ende. Wer sie egoistisch für sich alleine haben will verliert.

Denn Skeletor (für den die coole Keldor-Origin-Story herangezogen wird) macht den Fehler seine Macht nicht mit seinen Kumpanen zu teilen. Dadurch degradiert er sie von Freunden zu Untertanen. Und wenn Skeletor besiegt ist, fällt auch schnell der Rest seiner Mannschaft.

Dieses Problem hat He-Man nun nicht mehr: Da seine Gefährten im Verlauf der Serie herausfinden, dass sie sich auch ohne ihn verwandeln können, gibt es immer jemanden, der “das Schwert” erheben und für das Gute kämpfen kann.

Im Übrigen mag ich den ganzen Guardians of the Galaxy-Vibe, den die Serie versprüht: Ein Team von Freunden fliegt in einem Raumschiff durch die Gegend und tritt den Bösen in den Allerwertesten. Bäm. I like.

Und das alles ist untermauert von dem spirituellen Motto, dass junge Menschen jeden Geschlechts und jeder Hautfarbe empowered:

Sich selbst zu erkennen bedeutet ein wahrer Meister des Universums zu sein.

JEDER KANN DIE MACHT HABEN.

Oder noch besser: Im Grunde hat sie jeder bereits!

So geht WOKE, Kevin Smith. Ich hoffe, du hast dir Notizen gemacht.

MIKE DROP.

He-Man and the Masters of the Universe NEW SERIES Trailer | Netflix Futures
Über Thilo (1111 Artikel)
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