Wann geht denn jetzt endlich die Welt unter? Nach dem Maya Kalender soll doch irgendwann 2012 “ein Zyklus zu Ende gehen”. Was auch immer das heißen mag. Die notgeilen Fatalisten unter den Esoterikern drücken natürlich inbrünstig die Daumen, dass damit wirklich die Apokalypse gemeint ist. Damit sich endlich alle in rosafarbene Elfenenergie verwandeln und auf einem Ektoplasma-Strahl zu ihren indianischen Tierkreiszeichen nach Walhalla reisen können. Oder so ähnlich.

Ziemlich lachhaft diese ganzen Weltuntergangs-Prognosen, wenn ihr mich fragt. Uriella, Nostradamus und unzählige andere Wichtigtuer haben doch bereits Käse geredet und auch der Millennium-Bug im Jahr 2000 hat seine von Hampelmännern prognostizierte Wirkung irgendwie verfehlt. Trotzdem scheinen Weltuntergänge immer noch der letzte Schrei zu sein. Nur leider verpasse ich immer alle. Es scheint das Prophezeien selbst zu sein, was so eine Laune macht. Wie immer ist der Weg das Ziel. Ich sollte auch mal den Weltuntergang vorhersagen: Ich denke mal, es ist nicht unwahrscheinlich, dass 2050 die Menschheit von außerirdischen Todeskängurus entführt und in die Sonne geworfen wird. Meine treuen Anhänger können sich demnächst auf dieser Seite in einem angeschlossenen Shop sehr günstig Känguru-Kostüme bestellen. Bitte nur bei 30 Grad waschen.

Nachdem scheinbar gerade verschiedene Stöckchen und Artikel durch die Blogsphäre geistern, die sich damit beschäftigen, was man nicht alles noch schnell erledigen könnte, bevor unser Planet explodiert, wollte ich mich jetzt auch mal dem Thema annehmen. Allerdings in Form einer Top 10 Liste, in welcher ich das Thema des Weltuntergangs von der anderen Seite beleuchten möchte. Da gibt es ja verschiedenste mythologisch, religiös oder durch diverse Science Fiction-Filme inspirierte postapokalyptische Szenarien, die alle Ihre Schrecken, aber auch Reize haben. Der Weltuntergang muss ja gar nicht so furchtbar sein, wenn man sich danach mit den neuen “Begebenheiten” halbwegs arrangieren kann…

Überhaupt boomt das sogenannte “Endzeit-Genre” in Form von Games wie der Fallout-Reihe, Filmen oder Webseiten, die das Thema gierig auslutschen, wie z.B. Thomas’ Blackfear. Ich möchte euch einladen, durch Klicken auf den folgenden Link den Weltuntergang einfach jetzt sofort herbeizuführen und die TOP 10 Postapokalypsen zu bestaunen. Viel Spaß:

Zombie World nach einer Pandemie

Ob Genexperimente, Killerviren oder Machenschaften der Armee dafür verantwortlich sein werden ist letztendlich egal – wenn große Teile der Welt von hirnfressenden, aggressiven Dummbeuteln bevölkert werden, wird es eher ungemütlich. Zwar dürften in diesem Szenario neue, interessante Sportarten wie Zombie-Survival-Run oder Zombie-Klatschen populär werden, doch tendenziell eher übergewichtige und unsportliche Leute sollten nicht mehr allein auf die Straße gehen. Die Gefahr als Brainburger zu enden ist einfach zu groß.

Herrschaft der Affen nach Genexperimenten

Natürlich sind die Affen hier als neue Herrscherrasse austauschbar. Das können auch Mutanten-Nazis, Vampire oder seltsame Pflanzenwesen sein. Ähnlich wie bei der Zombie Apokalypse muss man sich mit den „Bedürfnissen“ der neuen Rasse arrangieren. Das kann anstrengend sein, wenn plötzlich die Hauptaufgabe der Menschen darin besteht “Nahrung zu sein” oder als Sklaven zu dienen. Aber immerhin wird man vermutlich die Wahl haben sich einer kleinen Truppe von Aufständischen anzuschließen, die das neue Regime stürzen wollen. Dabei könnten ganz neue Arbeitszeiten und Aufgaben für alle Hobbysöldner spannend sein.

Atomwüste nach dem nuklearen Holocaust

Die Fallout-Serie hat uns doch bereits ein entzückendes Bild dieser Version der Postapokalypse gemalt: Radioaktive Strahlung prickelt hier und da angenehm auf der Haut, während man Seitenstraßen wegen der durchgeknallten Mutanten besser meidet. Eine herrlich morbide “Industrial Romantik” würde die Künstlerszene zu abgefahrenen Ruinen-Partys im Mondlicht inspirieren. Ach Moment, das machen die Endzeit-LARPER ja auch jetzt schon. Im Grunde würden wir alle wieder Jäger und Sammler werden. Entweder man bastelt sich einen Legolas-Bogen und ernährt sich von zweiköpfigen Eichhörnchen oder man wird Dosenfutter Gourmet, indem man jeden Tag die Ruinen durchforstet. Für Mad Max-Fans wäre diese Welt doch gar nicht so übel.

Leben auf dem Wasser nach der Sintflut

Biblische Sintflut, Polkappenschmelze oder der Mond baut Scheiße in seiner Umlaufbahn: All das könnte zu einem 24/7 geöffneten Water Fun Park führen. Hier gibt es dann für die Menschheit zwei Möglichkeiten. Entweder man lebt unter barbarischen Umständen auf Booten und kleinen Bergspitzen, die noch aus dem Wasser ragen, und prügelt sich Waterworld-Kevin Costner-mäßig um die letzten Süßwasserreserven, oder ein paar schlaue Köpfe haben uns bereits eine tolle Bioshock-Unterwasserstadt auf den Meeresboden gezaubert. Man kann also rumsegeln bis der Arzt kommt oder ein Aquarium sehen, egal aus welchem Fenster man schaut. Geschmackssache.

Leben als Unterdrücke nach Alien-Invasion

Eines Tages könnte ein kaputtes Raumschiff-Navi dafür sorgen, dass fiese Xenomorphs auf die Erde aufmerksam werden. Falls wir Glück haben und nicht sofort zu Alien-Katzenfutter zerschreddert oder global desintegriert werden, um Platz für die neue Rasse zu schaffen, werden wir vermutlich irgendeine Sklavenrolle zugewiesen bekommen. Obwohl natürlich die berechtigte Hoffnung besteht, dass wir tagtäglich von den sagenumwobenen Space Amazonen als Sexsklaven missbraucht werden, ist es leider wahrscheinlicher, dass wir Steine schleppen oder als Kanonenfutter für Kriege dienen. Für die meisten also keine große Umgewöhnung.

Leben in einer Matrix nach Roboter-Revolution

Wer bei Matrix schon immer Cyphers Meinung war, dass es doch furz egal ist, warum ein saftiges Steak so schmeckt wie es schmeckt, dem dürfte das Leben als Biobatterie für Maschinen doch kaum ernstlich missfallen. Im Gegenteil: Wer ein mal erkannt hat, dass es keinen Löffel gibt, kann mit außergewöhnlichen Skills im Sportunterricht beeindrucken, oder, wie Supermann, jeden Tag in den Nachrichten sein. Blöd natürlich, wenn die Maschinen nicht so fürsorglich waren, die leicht reizbaren Menschlein an eine beruhigende Matrix anzuschließen, sondern uns statt dessen in Form von selbstvermehrenden Nanorobotern oder Arnie-Terminatoren in den verwüsteten Straßen Spießrutenlaufen lassen.

Leben in einer Wüste durch Planetenverschiebung

Wenn uns der Winter mit 40 Grad im Schatten mal angenehm kühl vorkommt, dann hat die Sonne vermutlich den Großteil der Erde in Tatooine verwandelt. Extremgamer, Goths und andere Nachtschattengewächse wird es nicht weiter stören in unterirdischen Höhlen zu wohnen, um der sengenden Hitze zu entgehen, doch die meisten von uns werden es uncool finden, wie Vampire zu leben und nur nachts raus zu dürfen. Außerdem werden Pilze, Asseln und andere Höhlen-Gerichte sicher schnell eklig und man sehnt sich nach einem leckeren Eis am Stil. Für viele Deutsche, die jedes Jahr das Rösten am Strand in der Knallsonne als Urlaub bezeichnen, dürfte diese postapokalyptische Welt jedoch ein “heiß” ersehnter Traum sein. Als Meereskulisse muss jedoch eine Fata Morgana herhalten, denn Wasser gibt es nur in den tiefsten unterirdischen Höhlen.

Leben in einer Eiswüste durch Planetenverschiebung

Rückt die Sonne nicht näher, sondern weiter weg von der Erde, leben wir alle in einem gigantischen Skigebiet. Jeden Tag können die Kleinen Rodeln gehen und jede Sportart wird zur Winterolympiade zugelassen. Das bedeutet jeden Tag Apres Ski und Hüttengaudi! Jeden Tag Saufen bis der Arzt kommt! Moment, ich glaube, ich stelle mir das ein wenig zu einfach vor. Wenn es immer unter null ist und keiner mehr Bock hat draußen zu arbeiten, dann sind wir mit der Zivilisation wohl wieder ziemlich am Anfang. Auch bei dieser Version der Endzeit werden sich die Menschen wohl oder übel in unterirdische Höhlen flüchten müssen, um der klirrenden Kälte zu entkommen. Näher am warmen Erdmittelpunkt und ständig gebückt durch enge Korridore wandelnd, werden wir uns im Lauf der Zeit wohl alle in Hobbits oder Zwerge verwandeln.

Leben nach der Götterdämmerung

Was in der nordischen Mythologie Ragnarök genannt wird könnte sich für andere Religionen im weitesten Sinne als „Hölle auf Erden“ darstellen. Was, wenn eine der vielen Religionen recht hatte und die Apokalypse von amoklaufenden Erzengeln, zur Macht gelangten Dämonen oder wütenden Göttern eingeleitet wird? Plötzlich könnte es in freier Wildbahn recht ungemütlich werden, wenn man über Lavaströme springen und den Peitschenhieben von Dämonen ausweichen muss. Da bleibt im Prinzip nur die Möglichkeit, sich mit der neuen „Regierung“ gut zu stellen und in der Hierarchie der Handlanger aufzusteigen. Kann ja auch ganz nett sein, den alten Lateinlehrer noch mal zu besuchen und im Auftrag einer höheren Macht mit glühenden Zangen zu bearbeiten.

End-langweiliges Leben in einer leeren Welt

John Christophers „empty world“ lässt grüßen. Und auch filmisch wurde diese Version der Postapokalypse bereits beim Omega Mann verwurstet, lange bevor Will Smith in „I am legend“ ein weiteres Mal pseudocool den tragischen Lone Wolf mimen durfte. Vieles könnte dafür sorgen, dass alle Menschen ausradiert werden: Ein Atomkrieg, ein Vulkanausbruch, ein Erdbeben, ein Kometeneinschlag, eine Pandemie, die Sonne wird zu einem roten Riesen – hab ich was Wichtiges vergessen? Nur einer ist immun oder hat es irgendwie geschafft dem globalen Shitstorm zu entkommen und ist nun mutterseelenallein. Ich würde sofort rumstehende Ferraris zu Schrott fahren, wahllos Dinge zerstören und eine Nacht in der Süßigkeiten-Abteilung eines Kaufhauses verbringen. Bloß alles so lange genießen, bis ich vor Einsamkeit anfange mit Schaufensterpuppen oder Volleybällen zu reden. Und wenn ich dann in hohem Alter fettleibig und wahnsinnig dahinscheide, hat sich die verwahrloste Welt vermutlich in einen Dschungel zurück verwandelt. Am Ende gewinnt eben immer die Natur…

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