Ein Vampir zu sein ist nicht wirklich witzig. Man muss aufstehen, wenn andere ins Bett gehen. Ohne Sonnenschutzcreme gibt es nicht nur einen Sonnenbrand, sondern man geht gleich lichterloh in Flammen auf. Bekannte und Freunde altern und sterben, bis man ganz alleine ist. Alle Gelüste und Freuden werden durch einen niemals endenden Blutdurst ersetzt. Und sehr bald erkennt man, dass auch die Unsterblichkeit kein Segen, sondern ein Fluch ewig wiederkehrender Abläufe ist, aus dem es kein Entrinnen gibt. Doch glücklicherweise wird man von allen Lebenden gehasst und gejagt, so dass man nur hoffen kann eines Tages einen Holzpflock in die Brust zu bekommen, um endlich vom Leben auf Friedhöfen und in unterirdischen Grüften erlöst zu sein.

Weniger traurig hat es die neuzeitlichen Vampir-Teens erwischt. Diese “Menschen mit langen Zähnen” wurden glücklicherweise im besten Alter zum Vampir gemacht und dürfen so die Ewigkeit als knackiger Teen mit übermenschlichen Kräften verbringen. Meist gehen sie noch zur Schule und nehmen den anderen Jungs die geilen Bräute weg, weil sie einfach mystischer und sexy sind. Wer was anderes sagt bekommt mit übermenschlicher Kraft und Geschwindigkeit ein paar auf die Fresse. Ansonsten fallen die Vampir-Teens nicht weiter auf, weil sie mittlerweile den Dreh raus haben in der Sonne spazieren gehen zu können. Auch Bluttrinken ist nur optional, auf Wohnheimpartys wird sich ganz normal mit Hochprozentigem die Festplatte formatiert. Trotzdem machen die V-Teens immer einen Riesenaufstand wenn es darum geht jemand anderen auch zum Teenpir zu machen. “Oh nein, der Fluch der Ewigkeit…das kann ich dir nicht antun…blah….dafür liebe ich dich zu sehr…blah…dann wärst du ja auch so cool und überlegen wie ich und hättest weiter keine Nachteile…blah…lass ma stecken.”

Im Folgenden präsentiere ich die 5 schlechtesten und die 5 besten Vampirserien im TV. Das Vampirbild in diesen Serien zeigt teils den klassischen Vampir, wie man ihn aus Literatur, Sagen und Mythen kennt und teils den Ahoi-Brause schlürfenden Daywalker, der nur noch ansatzweise was mit einem lebenden Toten zu tun hat. Meistens ist der Vampir irgendwas zwischen diesen Extremen.

Enjoy, you darkness and blood loving freaks:

Die 5 schlechtesten Vampirserien:

Der kleine Vampir (1985)

Eines Abends schwebt der kleine Vampir Rüdiger in das Zimmer des 10-jährigen Anton Bohnsack und stellt dessen Leben auf den Kopf. Der Vampir hat auch noch eine kleine Schwester namens Anna, die nur Milch trinken kann. Zu Dritt schnallen sich die 3 Knallköppe magische Umhänge um und fliegen durch Nacht und Wind. OMG, was für ein Bullshit. Natürlich war diese Serie vollkommen albern und grottenschlecht, weil es eben eine Kinderserie war. Trotzdem handelte sie von Vampiren und muss deshalb tapfer einen Platz unter den Top5 der schlechtesten Vampir-Serien über sich ergehen lassen.

Nick Knight – Der Vampircop (1992)

Der über 800 Jahre alte und beinahe unverwundbare Vampircop Nick Knight träumt davon wieder sterblich zu sein, um normal leben zu können. Als eine Art Buße und um sein Gewissen zu beruhigen saugt er nur Verbrecher aus und hilft der Polizei seltsame und rätselhafte Todesfälle aufzuklären. Was für eine Pussy. Die Serie hat es auf beachtliche 3 Staffeln gebracht. 1992 gab es in der Sparte Horrorserien wohl noch nicht so viel Auswahl…

Clan der Vampire (1996)

Dieser traurige Versuch dem Pen-&-Paper-Rollenspiel Vampire: The Masquerade Leben einzuhauchen fand schon nach nur einer Staffel ein jähes Ende. Vermutlich wurde dem unfähigen Produzenten ein Pflock durchs Herz gerammt als er “Action!” gerufen hat. Als alter RPG Nerd habe ich mir die Serie als Kind sogar angeschaut. Durch meine unverdorbenen Kinderaugen betrachtet, schien die Serie um die verschiedenen Vampirclans der Camarilla sogar gar nicht so übel zu sein. Aber damals fand man auch A-Team und Knight Rider Hammer…

Blood Ties – Bis auf Blut (2006)

Diese kanadische Serie hab ich nie gesehen. Gott sei Dank, kann ich nur sagen, wenn ich mir den Plot auf der Zunge zergehen lasse: Die ehemalige Polizistin Vicki Nelson (ehemalig, weil an einer Augenkrankheit erkrankt, die sie langsam die Sehkraft verlieren lässt) trifft den 500 Jahre alten Vampir Henry Fitzroy aus dem 16. Jahrhundert und geht mit diesem auf die Jagd nach irdischen und übernatürlichen Lebewesen. Nach 2 Staffeln a 11 Folgen ging für diese Serie das Licht aus.

Moonlight (2007)

Habe ich auch nie gesehen, weil schon die Teasertrailer einen sehr penetranten Würgereiz bei mir hervorgerufen haben. Nach nur einer Staffel löste sich die Geduld der Zuschauer in Rauch auf und die Poser-Vampirserie mit folgendem “kreativen” Plot wurde eingestampft: Privatdetektiv Mick St. John (der völlig fehlbesetzte Sunnyboy Alex O’Loughlin) wurde von seiner ehemaligen Frau Coraline (ultra-sexy Shannyn Sossamon) in der Hochzeitsnacht in einen Vampir verwandelt. Seitdem lebt er in Los Angeles und versucht, seine gefährliche zweite Natur zu kontrollieren. Auch hier ist das Vampirbild “entschärft” worden, weil Mick Sonnenstrahlen lediglich “unangenehm” sind. Er könnte also auch ein Emo oder ein Gamer mit einem Blutfetisch sein…

Die 5 besten Vampirserien:

Buffy – The Vampire Slayer (1997)

Ich muss gleich vorweg schicken, dass ich die Serie nie aktiv angeschaut habe, weil ich die albern aussehenden Lutscher-Vampire zu albern und Sarah Michelle Gellar nicht sexy genug fand. Trotzdem muss der Serie hier ein Platz unter den, vieleicht nicht besten, aber immerhin erfolgreichsten Vampir-Serien eingeräumt werden. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Vampirjägerin Buffy, die gemeinsam mit ihren Freunden gegen Dämonen, Vampire und die Probleme des Erwachsenwerdens kämpft, hat es auf 7 Staffeln gebracht. Für mich das einzig Gute an der Serie: Die niedliche Alyson Hannigan als Hexe Willow.

Angel – Jäger der Finsternis (1999)

Sehr zu meinem Leidwesen musste Buffy natürlich noch ein Spin-Off namens “Angel – Jäger der Finsternis” hervorbringen. Der beseelte Vampir und Gelegenheits-Lover der Jägerin, “Angel”, durfte volle 5 Staffeln lang pubertierenden Mädchen den Kopf verdrehen. Damals gab es eben noch keinen Robert Pattinson, den die armen Dinger anschmachten konnten. Die Serien ist IMHO so schlecht, dass sie bei mir beinahe Ausschlag verursacht, doch aufgrund des Erfolgs muss man fair bleiben und die Serie an dieser Stelle aufführen. Es kann ja nicht jeder meinen erlesenen Geschmack haben…*hüstl*

True Blood (2008)

Bekannte Zeitungen haben diese Vampir-Serie für Erwachsene als “electrifying” und “sublime” bezeichnet. Ich kann mich nur mit von Pathos-Gefühlen blutendem Herzen anschließen: Die Serie ist in der Tat elektrifizierend und erhaben und zurzeit das Beste, was man als Liebhaber von Dark Fantasy anschauen kann. Durch das synthetisch hergestellte “True Blood” können sich nun alle Vampire outen, da sie nicht mehr auf Menschenblut angewiesen sind. Natürlich spaltet das sowohl Menschen als auch Vampire in 2 Lager. Die Serie spielt in den schwülen Mangrovenwäldern von Louisiana und handelt im Prinzip von Sex, Drogen und Vampiren. In dieser Reihenfolge. Die Musik, der Cast und die ganze Atmosphäre sind grandios. Derzeitig wird die 4. Staffel gedreht. Hier meine ausführliche Review!

Vampire Diaries (2009)

Jede Menge schöne Menschen, einige mit langen Eckzähnen. Vampire Diaries ist vermutlich der reinrassigste Vertreter der Teeny-Vampir-Schmonzetten. Die Serie handelt von den Abenteuern der elternlosen High-School-Schülerin Elena Gilbert im vampirverseuchten Mystic Falls. Die Brüder Stefan und Damon Salvatore sind die angesagten Checker der Kleinstadt und wollen Elena gleichermaßen an die Wäsche. Natürlich haben die beiden magische Ringe, die sie befähigen in der Sonne rumspazieren zu können. Wäre ja auch unpraktisch, wenn man nur Nachts anbaggern könnte. Die Serie gehört trotz allem zu den besseren “Vampir-Serien”, weil sie gute (gutaussehende) Schauspieler hat und es teilweise Spaß macht den schelmenhaften Tunichtgut Damon (im Prinzip die dunkle Seite von Stefan) bei seinen Eskapen zu beobachten. Bisher gibt es 2 Staffeln, die dritte ist in der Mache.

Being Human (2010)

being humanIn einer Mischung aus Comedy and Horror versuchen Vampir Mitchell, Werwolf George und Gespenst Annie in einer Dreier-WG ein normales Leben zu führen. Das Klingt ganz witzig und scheint beim Publikum gut angekommen zu sein, da die 4. Staffel schon grünes Licht bekommen hat. Der Trailer sah auch recht unterhaltsam aus. Die Probleme der WG würden mich mal interessieren: Wahrscheinlich regt sich ständig jemand über Werwolfshaare im Abfluss, Blutflecken in Bettlaken oder andere “Monsterprobleme” auf. Werde wohl mal eine Folge antesten.

UPDATE: Habe jede Folge der US-Variante verschlungen. HIER ist mein Review. Tolle Serie. Das Bild rechts sind die Darsteller der US-Serie. Habe die britische Serie auch mal zum Vergleich angefangen, konnte mich aber nicht in die Charaktere verlieben. Deshalb würde ich im Rahmen dieser Liste eher die etwas “poliertere” und imo bessere Version des Syfy-Channels empfehlen.

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