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Irrwitziges Brettspiel mit Sprechverbot: Magic Maze

Magic Maze zwingt alle Spieler zum Schweigen, aber bringt auch alle zum Lachen.

Eigentlich wollte ich mein wiederholtes Verschrumpeln, auch Geburtstag genannt, gestern nicht wirklich feiern. Doch es ist natürlich trotzdem eine nette Überraschung, wenn zwei übliche Verdächtige einfach trotzdem vorbei schneien und auch noch ein wahnwitziges, kooperatives Fantasy-Tempo-Brettspiel namens MAGIC MAZE als Geschenk dabei haben.

Zunächst ließ ich mich durch den Titel auf die falsche Fährte führen, dass es sich vielleicht um ein ähnliches Game wie Das verrückte Labyrinth handeln könnte. Doch weit gefehlt und viel geiler!

Ein Magier, ein Barbar, ein Elf und ein Zwerg haben ihre gesamte Ausrüstung verloren und brauchen dringend Ersatz, um wieder Dungeons plündern zu können. Da sie völlig mittellos und abgebrannt sind, beschließen sie kurzerhand sich einfach ihre gesamte Ausrüstung im örtlichen Einkaufszentrum „Magic Maze“ zusammen zu klauen.

Der Gag dabei ist, dass jeder Spieler jederzeit jeden der 4 „Helden“ bewegen darf, um das Gruppenziel zu erreichen. Welches da wäre, klammheimlich alles einzustecken (kein Spieler darf reden!) und dann aus dem „Mittelalter-Kaufhaus“ wieder zu verschwinden, ohne dass die Wachen etwas merken.

So funktioniert Magic Maze

Achtung: Der kleine Simon möchte aus dem Äxte-Paradies abgeholt werden!

Jeder Spieler hat nur EINEN JOB, den er aber jederzeit und bei jeder Figur zum Einsatz bringen darf. Wie am folgenden Beispiel zu sehen, kann das z.B. eine Geh-Richtung, plus eine Sonderfähigkeit wie Rolltreppe fahren, teleportieren oder neuen Raum entdecken, sein.

Es gibt KEINE Runden! Alle Spieler handeln immer gleichzeitig!

Dabei kommt man sich aber nicht dämlich ins Gehege, weil ja jeder nur eine bestimmte Aktion machen kann, die den anderen fehlt. Angst vor verknoteten Fingern oder unabsichtlichen Ohrfeigen sind also unbegründet. 😀

Zum gemeinschaftlichen Bewegen der Figuren stehen aber immer nur ein paar Minuten zur Verfügung, nämlich so lange bis eine Sanduhr durchgelaufen ist. Deshalb müssen alle Spieler ein gewisses Multitasking an den Tag legen und auch die Zeit im Auge behalten. Kurz bevor der letzte Sand durchgerieselt ist, kann ein beliebiger „Held“ auf ein entsprechendes Feld gestellt werden, um die Sanduhr nochmal rumzudrehen.

Und spätestens dabei wird die haarsträubende Angelegenheit aberwitzig!

Wenn ein Spieler, der z.B. gerade als einziger ein Sanduhr-Feld erreichen könnte, gerade pennt, dürfen ihn die anderen Spieler nur bedeutungsvoll anstarren und hoffen, dass er sich überlegt, was die Affen schon wieder von ihm wollen könnten. Sprechen ist nicht. Beim Klauen im Magic Maze ist Verstohlenheit und absolute Ruhe angesagt.

Um der Bitte zum Überdenken einer Situation mehr Nachdruck zu verleihen, kann man dem verpeilten Spieler auch den großen roten Signal-Meeple auf den Tisch hauen (wir hätten uns auch über einen Knüppel oder eine Tröte gefreut. Vielleicht kommt ja mal eine Special Edition raus…).

Geil ist, wenn dieser Spieler aber der Meinung ist, dass gerade etwas anderes viel wichtiger ist, und den roten Supermeeple als Antwort jemand anderem vor den Latz knallt.

Und noch geiler ist, wenn dabei alle Spieler durch ein paar Bierchen ohnehin schon stark angeheitert oder sogar schon jenseits von strulli sind, wie wir gestern. Dann sind Multitasking und Kooperation eine echte Herausforderung. Was haben wir manchmal gegackert!

Ach so, damit es nicht ZU einfach wird, werden die Aktionsplättchen, auf denen steht, was jeder machen darf, immer reihum getauscht, sobald die Sanduhr gedreht wurde. Bei diesem „Timeout“ darf sich auch einmal kurz abgesprochen werden. Aber sobald jemand die nächste Aktion startet, ist wieder Sprechverbot.

Es können bis zu 17 verschiedene Szenarien und Schwierigkeitsgrade durchgespielt werden. Was sich anfänglich noch gut koordinieren lässt, wird schwieriger mit einer größeren Anzahl von Räumen oder kleinen Specials, wie z.B., dass der Barbar erst Überwachungskameras zertrümmern muss, bevor jemand anderes handeln kann.

Magic Maze ist fun.

Magic Maze von Kasper Lapp (was für ein Name!) war neben Wettlauf nach El Dorado und Kingdomino zum Spiel des Jahres 2017 nominiert.

Ich finde die Mechanik sehr erfrischend und unweigerlich komisch. Durch den immer anderen Aufbau der Räumlichkeiten ist der Wiederspielwert mit bis zu 8 Spielern hoch. Die abgefahrene Atmosphäre und Prämisse, dass 4 Fantasy-„Helden“ in einer Shopping Maul auf Diebestour gehen, tut dabei ihr übriges. Empfehlung für Leute, die auf Koop Games stehen, bei denen man gemeinsam siegt oder untergeht. Der oben erwähnte Biergenuss ist natürlich optional. Lachen werdet ihr auch ohne 😉

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Über Thilo (1635 Artikel)
<p>Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.</p>

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