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Lebenszeichen aus Neuseeland Nr.1

lake pukaki

Schon heißer Scheiss, dass ich diesen Blogeintrag aus Mittelerde … ich meine, Neuseeland, schreibe. Was auch gar nicht mal so einfach ist, da das Mobile Internet hier bestenfalls zu 50% funktioniert. Das macht besonders das regelmäßige Posten von Foodporn- und Nature-Neid-Fotos auf Facebook manchmal zu einem Geduldsspiel.

Aber wo fang ich jetzt an? Es ist echt eine Mörderreise hier runter. Erst mal mit dem Taxi in Bonn zum Bahnhof. Dann mit der U-Bahn nach Siegburg, um dort den Zug nach Frankfurt zu nehmen. Dann von Frankfurt nach Dubai fliegen. Umsteigen. Vorher noch in Dubai die teuersten Cheese Fries meines Lebens essen. Dann von Dubai nach Bangkok. Runter zum Nachtanken. Weiter von Bangkok nach Sydney. Noch mal tanken. Dann noch ca. 2,5h rüber nach Christchurch und BÄM! Schon ist man in Neuseeland!

Was macht man, wenn man fast 24h im Flugzeug verbringt? Saufen, Pennen und endlich mal alle zweitklassigen Fantasyfilme der letzten Zeit nachholen, die man eigentlich mal bewußt ausgelassen hatte. Jetzt kenne ich auch After Earth, Jack the Giant Killer und Monster University. Alle ganz „ok“ … A good day to die hard, Hangover III und irgendeine britische Zombiekomödie waren hingegen so BORING, dass ich sie nicht zu Ende schauen konnte.

Endlich in Christchurch angekommen, sind wir möglichst schnell aus dem Flughafen-Gebäude raus, haben die neue Luft eingeatmet und geseufzt. Neuseeland riecht beim ersten Schnuppern frisch, exotisch und verheißungsvoll. Doch bevor uns das nette Team von Wilderness am nächsten Tag unser „Motorhome“ erklärt hat, haben wir erst mal in einem idyllischen BnB bei „Margaret“ und ihrem lustigen Hund unseren Jetlag ausgeschlafen.

Dann hieß es am nächsten Morgen erst mal Lebensmittel einkaufen und den Kühlschrank des Campers bis unter den Rand mit Neuseeland-Bier und -Cider vollpacken. Und natürlich muss es in einem gut sortierten Neuseeländischen Supermarkt auch Anduril zu kaufen geben…

anduril im supermarkt

Um nicht am ersten Tag gleich unzählige Kilometer abzureißen, sind wir erst mal zur nahe gelegenen Banks Peninsula nach Akaroa gefahren. Allein der Weg dahin hat uns durch wunderschöne Natur und gefühlte Milliarden Schafe geführt. Die Landschaft ist immergrün und meist mit Baumsorten gespickt, die es bei uns einfach nicht gibt. Das verleiht der Szenerie stets diesen leicht außerweltlichen Charakter, als würde man durch Felder und Wälder eines neuen Klasse M-Planeten fahren.

akaroa stadt

Akaroa selbst ist ein verträumtes Städtchen mit französischen Straßennamen und einer malerischen Bucht. Hier ist uns auch der Name für unser Gefährt eingefallen. Achso, wer es nicht weiß: Weil wir gestört sind, geben wir unseren Autos und anderen Fahrzeugen immer Namen. Wahrscheinlich durch den Klang von „Akaroa“ inspiriert haben wir unseren Camper „Arok“ genannt. Genau, liebe Nerds, so wie den Reitdrachen von Rynn aus Drakan. Wir dachten, es hätte wohl Stil auf Drachenschwingen durch ein so episches Land zu gleiten.

akaroa von oben

Apropos durchs Land gleiten: So ein Roadtrip durch Neuseeland ist einfach grandios! Es macht schon eine Mordslaune einfach nur diesen Wohnwagen über die einsamen Strassen Neuseelands zu steuern. Man sitzt so schön hoch und kann die Landschaft genießen. Hinter dem Fahrersitz ein Kühlschrank mit Snacks und Getränken, Radio an und der Beifahrer hat die Füße lässig hoch gelegt auf dem Amaturenbrett in der Sonne. Ich kann mir keine andere Methode vorstellen Neuseeland zu bereisen.

camper innen

saufen in akaroa

Joa, Neuseelands Marke „Spight’s Gold Medal Ale“ kann man trinken …

arok

Von Akaroa ging es erst mal weiter ins Landesinnere zum Lake Tekapo. Wahnsinn wie intensiv türkisblau einige der Seen hier sind. Man sagte uns das liegt an einem feinen Gletscher-Gesteins-Staub im Wasser, der die Sonne reflektiert. Diese Seen, gepaart mit den Gletschern am Horizont und dem epischen Weitblick über die Grassteppe machen dieses unverwechselbare „Rohan-Feeling“ in diesem Teil von Neuseeland aus.

lake tekapo

In Twizel hab ich mir erst mal Apres Sun und einen albernen Hut gekauft, weil ich mir schon arg die Fresse verbrannt hab. Außerdem musste ich den Tag noch dadurch abrunden, bei einem dreizahnigen Monster von Wirt eine Blätterteigtasche, gefüllt mit heißen pürierten Steak und Käse zu essen (Konsistenz wie Erkältungsauswurf). Keine Ahnung … manchmal geht meine Abenteuerlust mit mir durch…

Dann sind wir im wieder grüneren und mit mehr Dschungel bewachsenen südlichen Teil der Südinsel angekommen, den „Catlins“. Hier unter dem Leuchtturm am Nugget Point zu picknicken war erhaben.

nugget point

Am Strand hier liegen manchmal so Steine rum, die wie Dracheneier aussehen … ich könnte schwören in einem hat sich was bewegt …

dracheneier in moeraki

Dann weiter einen der vielen Wasserfälle im Dschungel besichtigen. Auf folgendem Foto bin ich irgendwo mit meinem grünen Tarn-T-Shirt versteckt. Entgegen aller Warnungen meiner Freundin bin ich die Mclean Falls hoch gekrakselt, um von oben Grimassen schneiden zu können.

maclean falls catlins

Morgen gehts durch Queenstown und hoch zum Milford Sound an die Westküste. Und nach einigen mehr Zwischenstationen dann irgendwann rüber schippern auf die Nordinsel nach Hobbiton … ich melde mich wieder. Bin auch langsam zu besoffen, um noch weiter zu tippen … CU!

random nature

Über Thilo (1631 Artikel)
<p>Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.</p>

4 Kommentare zu Lebenszeichen aus Neuseeland Nr.1

  1. Klasse! Danke für diesen Live-Bericht. Da wird man glatt neidisch…

  2. Ach ich bin so neidisch auf dich 🙂
    (positiv neidisch, versteht sich!)

  3. 1A, mehr davon!

  4. Das ist ja voll schrill du Wichtigtuer !!! (Beneidenswert und Endgeil 😉
    Vorsicht Alieneier…

    LG

    Familie Bärhausen

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